Rückblick auf die ‘entrückten’ Weine von Stéphane Tissot

| 24. März 2015 | 0 Kommentare Alles lesen

Tissot Weine “Es war sehr schön, es hat mich sehr gefreut.” Nein, das ist zu banal, zu wenig respektvoll und viel zu einfach, um die wunderbaren Erlebnisse mit den Weinen von Stéphane Tissot zu beschreiben. Gerade mir, als bekennendem Fan seiner Weine, war es allergrösstes Vergnügen einige seiner aussergewöhnlichen wie auch eigenwilligen Schöpfungen in den letzten Wochen im Glas zu haben. Seine Weine einmal intensiver verkosten zu dürfen als nur in jenen homöopathischen Einheiten, die es auf Messen und sonstigen Events zu kosten gibt. Ich bin richtig eingetaucht in seine Weine und habe mich, wie nicht anders zu erwarten war, wieder in den einen oder anderen hoffnungslos verliebt. Wer die Weine Stéphane Tissots kennt weiss, dass er keine Kompromisse macht und dass man seine Weine entweder mag oder kategorisch ablehnt. Ich bin seiner Stilistik von Beginn an verfallen und entsprechend gross war die Freude und auch die Erwartungshaltung jenen Exemplaren gegenüber, die in der letzten Wochen hier verkostet wurden.

Nachfolgend ein Überblick über die Weine mit ein paar kurzen Anmerkungen, welchen Eindruck Sie hinterlassen haben, sowie die Links zu den einzelnen Verkostungsberichten.

Vorstellung von Stéphane Tissot:

Jura + Avantgarde = Stéphane Tissot

Die Weine von Stéphane Tissot:

Salzig, steinig und leicht grünlich zeigt sich der Les Bruyères 2012 in die Nase. Im Mund regiert die rosa Grapefruit. Gesalzen, nicht gezuckert. So eigenwillig wie auch eigenständig und vor allem unverwechselbar. Weinvergnügen ohne Kompromisse.

In der Nase punktet der Patchwork 2013 mit grüner Nuss und weissem Kalk. Einfach eindrucksvoll ist er im Mund und entpuppt sich als gefährlicher Verführer. Perfekter Einstiegs-Chardonnay in die wundersame Weinwelt von Stéphane Tissot.

Ganz schüchtern salzig strömt der Les Graviers Arbois 2012 die Nasenflügel hoch. Im Mund spielt er ein Lied von Salz & Säure und verwandelt sich mit der Zeit zu einem interstellaren Raumgleiter. Ein Wein dem man in Kürze hoffnungslos verfallen kann.

Mit Brioche, Nuss und gelben Pflaumen betört der En Barberon 2012 Côtes du Jura die Nase. Popcorn und Vanillepudding übernehmen dann im Mund das Zepter und am Ende steht die Erkenntnis, dass Speckfalten durchaus sexy sind. Ein mehr als saftiges Erlebnis.

Erdig, feucht und morbide dampft der En Barberon 2013 Pinot Noir aus dem Glas. Pinot Noir vollkommen anders, atypisch und doch erkennbar. Ein rücksichtsloser Egoist der um seiner selbst gemocht werden will und auf Konventionen hustet.

Zu Beginn ist der Vin Jaune ‘Les Bruyères’ 2007 Extremsport für die Nase. Nach einer Weile tanzt er frisch und beschwingt im Mund und verzaubert einen mit seiner süsslich-rauchigen, wie trocken-kalkigen Charakteristik. Wein aus einer anderen Welt.

Meine Favoriten aus dem Sortiment von Stéphane Tissot:

Wie immer wurden wieder drei persönliche Favoriten auserkoren. Ausgewählt nach den Kriterien Spassfaktor, Interpretation sowie Charakter. Die Gewinner sind:

Der Les Graviers Arbois 2012. Weil das Wein zum Fliegen ist.

Der En Barberon 2013 Pinot Noir. Weil das Pinot Noir völlig entrückt interpretiert ist.

Der Vin Jaune Les Bruyères 2007. Weil das Weingenuss in einer anderen Dimension ist.

Bénédicte et Stéphane Tissot – Montigny-les-Arsures, Jura, Frankreich. Bénédicte et Stéphane Tissot.

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Kategorie: Blog, Stéphane Tissot (F), Verkostet

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