Zillingers Zauberweine – Ein Rückblick

| 4. Dezember 2014 | 0 Kommentare Alles lesen

Zillinger Sortiment Biologischer Weinbau, natürlich, selbstverständlich. Als logische Konsequenz dessen was Carmen und Herbert Zillinger NICHT wollen: Chemie im Essen, im Trinken, in der Umwelt und überhaupt. Das ist das Credo der beiden, die im niederösterreichischen Ebenthal im Weinviertel mit ihren Weinen für grosses Aufsehen sorgen. Ob diese aus den Lagen Weintalried, In Haiden, Steinberg oder Vogelsang stammen ist, nach eingehender Verkostung aller Weine, fast schon nebensächlich, weil alle für sich selbst wahre Zauberweine sind. Herbert Zillinger versteht es eine Stilistik in seine Weine zu zaubern, welche bereits die Basis aussergewöhnlich und die ‘Edelsteine’ seines Sortiments (Lagenselektionen und Edition Z) zu echten Überfliegern macht. Mal profund, mal radikal, mal indiskret. Nicht nur drei Begrifflichkeiten, sondern auch die Namen seiner grössten Weine, welche weitaus mehr sind als nur banaler Wein; sie sind allesamt verwunschene Zaubertropfen die einen, einmal gekostet, nicht mehr los lassen.

Nachfolgend ein Überblick über die Weine mit ein paar kurzen Anmerkungen, welchen Eindruck Sie hinterlassen haben, sowie die Links zu den einzelnen Verkostungsberichten.

Vorstellung des Weinguts Herbert Zillinger:

Radikal ODER einfach Z wie Zillinger

Die Weine von Herbert Zillinger:

Verhalten fruchtig und fast schüchtern ist der Chardonnay ‘Ebenthaler Lagen’ 2013 in der Nase. Im Mund dann anspruchsvoll und eigenwillig, überrascht er mit exotischer Frucht in rauchiger Mineralik. Tolle Balance zwischen belebender Säure und druckvoller Opulenz sorgen für eindrucksvollen Trinkspass.

In der Nase duftet der Spring Break Rosé 2013 nach Kirschen und Walderdbeeren. Steinig-fruchtig und überraschend weich verhält er sich im Mund. Harmonisch, elegant und mineralisch ist dieser rosarote Panther und hebt sich damit wundberbar von vielen anderen banalen rosa Fruchtwässerchen ab.

Mit Banane, Bitterschokolade und Pfefferwürze dampft der Grüner Veltliner ‘Weintalried’ 2013 die Nasenflügel hoch. Im Mund dann pure Lust und elegante Opulenz. Kein Tropfen den man vom Heurigenbuffet oder aus dem Supermarktregal kennt, sondern einer, der richtig was zu erzählen hat.

Triefend gelb und radikal konzentriert duftet der Radikal 2012 aus dem Glas heraus. Ein radikales Sinnesfeuerwerk geht dann auf der Zunge und am Gaumen ab und sorgt für ein grandioses Mundgefühl. Auf die Spitze getriebene Interpretation dessen, was man dieser Rebsorte entlocken kann.

Im Riechorgan verzaubert der ‘Indiskret’ Rosé Sekt mit warmen Brotaromen. Als ‘Pirat’ unter einer Horde Champagner eingeschmuggelt hat er bereits die internationalen Experten hinters Licht geführt. Im Mund beweist er warum. Nimmt es locker mit französischem Champagner auf und steckt manchen sogar in die Tasche.

Reif, saftig und pikant verwöhnt der Grüner Veltliner ‘Ebenthaler Lagen’ 2013 die feine Nase. Knackig, würzig und auch rassig zeigt er sich Mund. Mit jenem berühmten Tick von ‘resch’ versehen, macht dieser Wein nicht nur einfach Spass, er punktet obendrein auch noch mit Charakter.

In die Nase strömt der Welschriesling ‘Leicht & Fruchtig’ 2013 mit grünen Äpfel- und Stachelbeeraromen. Und dann ist einfach Kirtag im Mund. So schmeckt und fühlt es sich an “wenn der Riesling mit dem Welsch tanzt”. Genau jener Wein den man sich aufmacht, wenn man einfach Spass haben will. Genau dafür ist er gemacht.

Schon in der Nase zeigt sich der Grüner Veltliner ‘Leicht & Fruchtig’ 2013 spritzig-würzig, um sich dann im Mund saftig, frisch und selbstverdunstend über Zunge und Gaumen hermacht. Purer Sommerwein, Spasswein, Saufwein, oder was auch immer. Der Tropfen läuft mit Höchstgeschwindigkeit.

Mit reifer Frucht und roter Würze duftet der Zweigelt ‘Ebenthaler Lagen’ 2012 in der Nase. Kühl, charmant und frisch ist er auf der Zunge. Die Harmonie von Säure, Frucht und Gerbstoff macht ihn zum einfachen wie auch anspruchsvollen Alltagstropfen. Geht als Trinkwein genauso durch wie als Begleiter mit Charakter und Profil.

Mit dezent pikanter grüner Aromatik strömt der Traminer ‘In Haiden’ Lagenselektion 2013 in die Nase. Im Mund dann so als hätte man die Stereoanlage auf Zimmerlautstärke gestellt. Mit seiner grandiosen Aromatik, die so distinguiert wie ein 90-jähriger englischer Lord auftritt, ist der Wein die Inkarnation von Understatement.

Leise, grün und leicht gedämpft strömt der Sauvignon Blanc ‘Vogelsang’ 2013 Lagenselektion die Nasenflügel hoch. Mit frischer Säure in weichem Körper sorgt er für grossen Trinkspass und ist wohltuend weit entfernt von jeglichem Paprikagetöse so mancher seiner Artgenossen.

Erdig, würzig, kraftvoll und dicht ist der Traminer ‘Profund’ 2012 im Riechorgan. Am Ende landet man ganz sanft auf der Traminerwolke Sieben und man zieht ehrfurchtsvoll den Hut vor diesem Gentleman und Sir. Leider ausverkauft und deshalb als emotionaler Nachruf für die Hinterbliebenen verfasst.

Meine Favoriten aus dem Sortiment des Herbert Zillinger:

Wie üblich wurden wieder drei persönliche Favoriten gewählt, auch wenn ich jeden einzelnen von Herbert Zillinger mehr als mag. Ausnahmslos. Ausgesucht habe ich nach den Kriterien, Spassfaktor, Interpretation sowie Charakter. Und die Gewinner sind:

Der Indiskret Rosé Sekt. Weil er beweist, dass Sekt auf Champagnerniveau auch in Österreich möglich ist.

Der Welschriesling ‘Leicht & Fruchtig’ 2013. Weil er ein Paradebeispiel dafür ist, was man in der Regel als Spass- und Zechwein bezeichnet.

Der Radikal 2012. Weil er einfach ein grandioser Wein und für mich die Essenz dessen ist, was man aus Grünem Veltliner machen kann.

Zillinger Logo Weingut Herbert Zillinger – Hauptstrasse 17, A-2251 Ebenthal, Österreich. Tel.: +43 2538 85 395, +43 676 724 29 60 www.zillingerwein.at

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Kategorie: Blog, Verkostet, Zillinger (A)

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