Avni 2016

| 8. April 2020 | 0 Kommentare Alles lesen

Avni 2016 Aus dem “land of the free and home of the brave” kommt der Wein der heute zur Verkostung am Tisch der Wahrheit steht. Aus den USA. Genauer gesagt aus Oregon, wo der international anerkannte Weinberater und Sommelier-Meister Larry Stone, der 2010 im Evening Land im Willamette Valley arbeitete, mit Verhandlungen über die 150 Hektar große Janzen Farm in den Eola-Amity Hills begann. Am 31. Dezember 2012 wurde Larry der neue Besitzer der Janzen Farm. 2015 kam Dominique Lafon zum Team dazu und Lingua Franca wurde “geboren. „Lingua Franca“ ist eine universelle Sprache, die Menschen mit unterschiedlichem Hintergrund zusammenbringen kann, um einen Moment der Freude zu teilen und ist nach den Franken benannt. Einen ganz besonderen Wein davon darf ich jetzt öffnen, den AVNI 2016, einen reinsortigen Pinot Noir, der aus verschiedenen Klonen von Dijon und Pommard stammt. Zwei Stunden darf er sich in der Karaffe akklimatisieren, dann kommt er in das grosse Glas.

Ein Traum von Rot

Wie ein funkelnder Rubin steht der Avni im Glas. Total betörend ist der Duft, der einem in die Nasenflügel aufsteigt. Reife rote Kirschen hüpfen einem förmlich in die Nase, frische Erdbeeren und auch Himbeeren machen sich bemerkbar. Eine traumhaft leichte “Erdigkeit” spielt die Begleitmusik im Hintergrund und bringt eine feine Würze mit ins Spiel. Insgesamt sehr fruchtbetont mit einem edlen Tick an Mineralität. Zauberhaft.

Pinot zum Reinsetzen

“Gosh, is this delicious” würde der geneigte US Amerikaner sagen. “Wahnsinn, wie genial ist das denn” würde man in unseren Breiten dazu hören. Der Avni strotzt vor roter Frucht und ist, ganz nebenbei, so trocken wie drei Wochen altes Laub. Herrlich herb am Gaumen, griffig, unendlich lang und traumhaft mineralisch krallt er sich an ihm fest. Unten auf der Zunge rot in seiner schönsten Leuchtkraft. Kirschen, Himbeeren, Erdbeeren, allesamt zum Gruppentanz vereint. Was für ein Schauspiel. Pinot Noir zum Reinsetzen. Was heisst, schwimmen will man drin in diesem Tropfen.

Gibt es bitte mehr davon?

Unglaublich. Einfach grandios wie sich der Tropfen an der Luft entwickelt. Zur reifen Kirsche mischt sich eine betörend feine erdige Note hinzu. Ungemein steinig wird es am Gaumen, kühl und ausgesprochen frisch steht der Avni im Mund. Dabei ist er federleicht, hat null Gewicht und verzaubert einen mit seiner frischen fruchtigen Art und auch seiner phänomenalen Griffigkeit. Das ist ganz grosses Kino was da abläuft. Diese perfekte Harmonie von Frucht und Mineralität, von Feinheit und Textur, ist schlichtweg grandios. Als wäre Balance die einfachste Sache der Welt. Wo hat sich dieser Tropfen nur bis jetzt versteckt gehalten?

Ich muss zugeben, das ist einer der besten Pinots die ich seit Ewigkeiten getrunken habe. Kommt locker mit den grossen Kalibern aus dem Burgund mit, braucht sich nicht nicht eine Sekunde zu verstecken und würde sich unter ihnen ausgesprochen wohl fühlen. Dieses Spiel von Frucht und Trockenheit ist überwältigend, unten auf der Zunge Saft, am Gaumen oben Grip vom Feinsten. Der Trinkfluss unaufhaltbar. Müsste man den Avni wo zuordnen, dann am ehesten zu den grossen Volnays. Fruchtbetont, elegant, zart erdig, fein und leicht. Eine echte Überraschung die man da im Glas hat. Wird mit jedem Glas besser und wenn man nicht aufpasst, ist die Flasche schneller leer als man sich das gedacht hat. Zugreifen solange es etwas von diesem Zauberstoff noch gibt. Jeder Tropfen davon ist ein Gaumenfest.

Tipp: Zwei, drei Stunden in der Karaffe bewirken wahre Wunder. Dann mit kühlen 16º am besten zu geniessen. Zum Steak und Wild vorzüglich. Als Solist ein supereleganter Tropfen der keine Wünsche offen lässt.

Verkostet wurde ein Avni 2016 Pinot Noir von der Lingua Franca aus Oregon, USA. Bezugsquelle: Kracher Fine Wine Shop, Illmitz.

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Kategorie: Kracher (A), Verkostet

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