Bone Dry Rosé 2018

| 9. August 2019 | 0 Kommentare Alles lesen

Bone Dry Seit 1849 steht ein Name für feinste Weine und Sekte aus den besten Lagen der Mittelhaardt; Reichsrat von Buhl. Seit über 150 Jahren ist das Weingut im Familienbesitz und zählt ebenso lange zum Kreis der renommiertesten Weingüter Deutschlands. Richard Grosche und Mathieu Kauffmann vom Weingut Reichsrat von Buhl aus Deidesheim in der Pfalz, haben sich jetzt ein neues Projekt “ausgedacht” und in die Tat umgesetzt. Kauffmann, sollte man wissen, leitete viele Jahre als Önologe das Champagnerhaus Bollinger, eine nicht nur wegen der James Bond Filme legendäre Champagnermarke. Nun hat er mit Richard Grosche einen Rosé gemacht der auf den Namen Bone Dry hört. 100% Spätburgunder, der eigens eingemaischt und dann zu Rosé gepresst wird. knochentrocken soll er tatsächlich sein, und wer weiss wie die beiden das meinen, kann sich vorstellen, dass dieser Tropfen garantiert nicht den Hauch von etwas Süsse haben wird. Ich habe den Bone Dry Rosé 2018 nun am Tisch der Wahrheit stehen und bin gespannt wie trocken trocken wirklich sein kann.

Feminin & sinnlich

Mehr orange als rosa steht der Bone Dry im Glas. Wie eine rote Koralle. Frisch geschnittene Erdbeeren und rote Johannisbeeren drehen ihre Runden in der Nase, florale Töne summen leise im Hintergrund herum. Malvenblüten machen sich bemerkbar, weisse Orchideeen blitzen auf. Weit hinten eine Idee von Orangenschalen. Leise aber doch präsent. Ein Duft der sinnlich ist, der floral und feminin wirkt.

Wär´s nicht nass, es würde stauben

Und dann, schlägt die Stunde der Wahrheit. Ist der Bone Dry wirklich knochentrocken? Die Antwort ist ohne jeden Zweifel JA. Wäre er nicht nass, er würde stauben. Mineralität pur, knackige Frische, trotz allem eine feine Portion Frucht die sich auf der Zunge tummelt. Malven, Erdbeeren und ein Tick Limette. Am Gaumen feiner Grip der sich an ihm anschmiegt, die Textur sehr elegant. Insgesamt erfrischend, weil der Säurepuls entsprechend flott ist. Im Abgang sehr floral, wie ungesüsster Malventee, herrlich. Der Nachhall mit etwas Orange und frischen Erdbeeren untermalt damit die Frucht am Ende auch ein wenig mitspielen darf. Ein Wein der seinem Namen alle Ehre macht.

Wie trocken duschen

Nach und nach nimmt man wahr, dass ein Teil dieses Weines im Barrique gelegen ist. Substanz macht sich bemerkbar im Mund, es wirkt weich und rund und doch sehr schlank. Mal schmeckt man Stein, dann wieder Erdbeeren, am Gaumen immer dieser Malventouch, der dem Bone Dry seine wunderbare florale Note verleiht. Bekommt er Luft der Tropfen, dann wird er immer trockener. Auf der Zunge haftet er sich förmlich fest, am Gaumen zieht er wie ein Nebel aus dem Steinbrunch ab. Etwas Salz neckt frech die Zungenränder, die Mineralität übernimmt gnadenlos die Vorherrschaft, der Rest darf sich dahinter seine Plätze suchen. Seine angedeuteten Rundungen verschwinden immer mehr, was bleibt ist einfach ein staubtrockenes Mundgefühl das nach Orangen, Erdbeeren und Malvenblüten schmeckt.

Der Bone Dry ist ein Rosé, der sich nicht einfach nur über seine Aromatik beschreiben lässt. Sie ist intensiv und dicht, allemal. Vielmehr definiert sich der Tropfen über seine eindrucksvolle Mineralität und seine, in der Tat, überwältigende Trockenheit, die sich am Ende immer mehr in einer wunderbaren Herbe auflöst und den steten Drang nach einem nächsten Maul voll Wein fördert. Und eh man sich´s versieht, ist fast die ganze Flasche weg, weil man diesen Kerl nicht einfach nippen und an ihm rum nuckeln kann. Der will getrunken werden, in grossen Schlucken, immer mehr davon, nur damit der Mund nicht allzu trocken wird. Denn wer den Bone Dry erst gekostet hat der wird bemerken, wie trocken nass sein kann. Vom Preis rede ich erst gar nicht. Die 9,80 sind ein Witz für das was hier geboten wird. Am besten bunkern und sich täglich damit trocken duschen.

Tipp: Verträgt Luft um richtig loszulegen. 6-8º sind perfekt. Passt so gut wie zu allem, ist aber als Solist der absolute Überflieger. Persönliche Empfehlung.

Verkostet wurde ein Bone Dry Rosé 2018 vom Weingut Reichsrat von Buhl aus Deidesheim in der Pfalz, Deutschland. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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