Chablis Les Clos 2014 Grand Cru

| 17. Juni 2020 | 0 Kommentare Alles lesen

Chablis Les Clos 2014 Bereits 1840 wurde die Maison Simonnet-Febvre gegründet und zählt heute zu den ältesten chablisianischen Häusern. Jean Febvre, ein Küfer aus Montbard, kaufte 1840 das Handelshaus Tisserand und spezialisierte sich auf die Herstellung von Chablis Mousseux, dem Vorfahren des späteren Crémant de Bourgogne. 2003 wurde das Haus von Maison Louis Latour übernommen und wird seit 2019 von Paul Espitalié, einem aus Cahors stammenden Önologen, geleitet. Heute vinifiziert Simonnet-Febvre eine breite Palette, die die verschiedenen Terroirs von Chablis zum Ausdruck bringt. Einen dieser aussergewöhnlichen Chablis, habe ich heute am Tisch der Wahrheit stehen, nämlich den Grand Cru “Les Clos” 2014. Ein exzellenter Jahrgang im Chablis, was die Neugier nur noch grösser macht. Ein paar entspannte Runden in der Karaffe seien ihm gegönnt, dann darf er sich im Glas austoben.

Betörende Exotik

In frischem gelb strahlt der Les Clos im Glas vor sich hin. Was einem in die Nase strömt ist reif und saftig, dich, exotisch und verführerisch. Mangos treffen Zitrusfrucht, Vanille trifft auf Haselnuss. Betörend, komplex, einnehmend. Ein Duft, der eine zarte Opulenz aufweist, der sein langes Hefelager ahnen lässt und auf grosses Weinvergnügen schliessen lässt. Ein Duft, der Lust auf mehr macht.

Wie ein verspielter Schmusekater

Butterweich und dennoch straff. Ja, das geht. So weich wie der Les Clos auf der Zunge dahin rollt, so straff fliesst er am Zungenrand ab. Mineralik pur an der Seite, in der Mitte aber reife Frucht. Kurz fast mollig, um im nächsten Augenblick in voller Klarheit zu erstrahlen. Vanille macht sich breit, die Haselnüsse mischen sich frech ins Geschehen ein, über allem schwebt ein Hauch Exotik, der letztlich einer Babyananas geschuldet ist. Süffig ist der Tropfen ohne Ende, ein Schmusekater der es mag wenn man mit ihm im Mund spielt. Chablisvergnügen pur.

Chablis zum Kuscheln

Je länger sich der Les Clos im Glas befindet, umso mineralischer wird er, umso trockener und feiner. Langsam baut er Grip am Gaumen auf, die anfängliche zarte Opulenz verschwindet, weicht einer subtilen Kalkigkeit. Auf der Zunge tummeln sich nach wie vor die Ananas und Haselnüsse. Im Abgang taucht wie aus dem Nichts eine leichte jodige Note auf, die dem Tropfen den Extrakick an Individualität verleiht. In der Zentrale aber herrscht unvermindert beste Stimmung, wofür frische Zitrusnoten und “a little hint of salt” verantwortlich zeichnen. Die Exotik ist in den Hintergrund getreten, es hat eine klare Mineralität das Zepter übernommen.

Immer klarer wird der Tropfen, fast möchte man ihn am Ende rassig nennen. Das Spiel der Frucht wird leiser, dafür treten immer stärker die straffe Mineralik und der äusserst reizende Salzstich in den Vordergrund. Nach einer Stunde singt der Les Clos sein schönstes Lied, verzaubert mit einer aussergewöhnlichen Harmonie. Jetzt trinkt man ihn, jetzt läuft er und macht richtig Spass. Wer bis jetzt nur “jungen” Chablis getrunken hat, der sollte sich einmal nach hinten orientieren und etwas mittelreifes probieren. So etwas wie den Les Clos, der jetzt und noch die nächsten 5 Jahre richtig Gas gibt. Ein Chablis, der das Tor in die Chablis-Welt weit aufstösst und keine Wünsche offen lässt. Grosses Kino.

Tipp: Eine Stunde in die Karaffe mit dem Tropfen. Mit 12-14º schmeckt er am besten. Zu gerilltem Fisch, zu Kalbfleisch oder Hühnerbrust, zu Gerichten an hellen Saucen immer perfekt. Als Solist ein Chablis der neue Horizonte eröffnet.

Verkostet wurde ein Chablis Les Clos 2014 Grand Cru von der Maison Simonnet-Febvre aus Chablis, Frankreich. Bezugsquelle: Kracher Fine Wine, Illmitz.

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Kategorie: Kracher (A), Verkostet

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