Côtes du Rhône ´Les Caprices d’Antoine´ 2009

| 11. August 2011 | 0 Kommentare Alles lesen

Ein Wein aus einem der wohl bekanntesten Weinanbaugebiete der Welt und aus einer der berühmtesten Appelationen Frankreichs stand dieses Mal zur Verkostung bereit. Ein 2009er Côtes du Rhône Les Caprices d’Antoine vom genialen Vater-Sohn-Gespann Ogier. Michel und Stephane Ogier werden sogar von Berufskollegen als die heimliche Nummer 1 der Côte Rôtie bezeichnet und selbst Robert Parker schwärmt von den beiden in höchsten Tönen.

Die Cuvée aus der Anbauregion Côtes du Rhône & Villages und Chateauneuf-du-Pape zählt sicher zu jener Sorte Wein die man entweder mag oder nicht.

Dieser Wein ist auch kein Wein für Anfänger und schon gar kein Wein für Liebhaber von fetten Kraftkeulen aus Amerika. Die Ogiers produzieren keine Weine für die breite Masse und schon gar nicht nach gewissen Trends.

Hochnöblich mit einer staatsmännischen Banderole und mit dem Siegel der Abstammung versehen, stand die Burgunderflasche dann am “Tisch der Wahrheit”. Zurückhaltung am Etikett konzentriert den Blick auf das Wesentliche und verleiht der Flasche Ausdruck und Seriosität.

Terroir im Glas

Im Glas präsentiert sich der Côtes du Rhône in herrlichem tiefrot und mit einem überbordendem Bukett. Viel Frucht von dunklen Beeren und Dörrobst und viel Reife strömt in die Nase und setzt sich dort schlagartig fest. Die Wildheit und der Duft der Eichenfässer sowie die typisch würzige, sogar leicht rauchige Note stellen sich mit Nachdruck vor. Ein Duft der viele Nasen beim ersten Mal irritiert, bei wiederholtem riechen aber leicht süchtig machen kann. Es ist nicht das was man in der Regel riecht wenn man seine Nase in Weine “steckt”. Es ist Terroir, es ist eine besondere Eigenständigkeit, Eigenwilligkeit, auch Sturheit, immer aber ehrlicher Charakter.

Nachdem die Mundhöhle bereits leicht “gewässert” war ob der exzentrischen Aromen, überzeugte ein körperreicher Wein voller Kraft. Trocken, südfranzösisch und mit einer gewissen Grazie behaftet. Die Stilistik dieses Weines verschreckt zuweilen so manchen Freund einfacher Weine, aber wer sich einmal auf ihn eingelassen hat, der wird ihm verfallen. Es ist ein Wein dem man sich selbst ein wenig öffnen muss, ihn an sich heran lassen und gewillt sein muss, sich auf ein Abenteuer einzulassen. Wer das macht, dem tun sich komplett neue Geschmackswelten auf. Auf den Punkt gebracht ein typischer und klassischer Rhône-Wein.

Klasse statt Masse

Wer finessenreiche und trotz ihrer Fruchtigkeit ungewöhnlich mineralische Rotweine mag ist mit diesem Wein bestens bedient und kann sicher sein, kein Massenprodukt oder eine dem Mainstream angepasste Abfüllung im Glas zu haben. Vielmehr hat man hier einen Wein der mit Nachdruck auf sein eigenwilliges und einzigartiges Wesen hinweist. Im Abgang mit dezenten Tabaknoten behaftet, verabschiedet sich der Topfen elegant und knochentrocken. Die € 6,81 sind bestens investiert wenn man Lust auf neue “Weinerfahrungen” hat. Nichts für “Industriewein-Trinker”. Ein wenig Weinerfahrung schadet keinesfalls und wenn man die hat, dann geht die Post ab.

Müsste ich ihn bewerten, dann würden auf meiner “Tafel” 4 von 5 Sternen aufscheinen. Überzeugte Kaufempfehlung für frankophile Weinfreunde.

Tipp: Unbedingt belüften und ca. 20 Minuten atmen lassen.

Verkostet wurde ein Côtes du Rhône Les Caprices d’Antoine 2009 von Ogier. Mit 14,5% nicht gerade ein Leichtgewicht aber trotzdem sehr leichtfüssig. Der Wein wurde uns von Vinexus Weinversand zur Verkostung zur Verfügung gestellt. Mehr über die Ogiers gibt es auf deren Webseite.

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Kategorie: Verkostet

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