Cuvée N°11 Unreifer Apfel | Eichenlaub

| 12. März 2016 | 0 Kommentare Alles lesen

Prisecco Cuve No.11 Manchmal muss man den Weg verlassen und sich anderen, neuen Genüssen zuwenden. In diesem Fall ist es zwar immer noch Schaumwein, doch ist der hier alkoholfrei. Er heisst auch nicht Pro, sondern Prisecco, was für prickelnd steht. Unter dem Motto Prickeln ohne Promille, stellt Jörg Geiger in Schlat, Baden-Württemberg, seine speziellen Kreationen her. Eine davon habe ich mir jetzt gerade aufgemacht, die Cuvée N° 11 “Unreifer Apfel | Eichenlaub” 2014. Unreifer Apfel heisst sie deshalb, weil 2013 fast die gesamte Ernte Jörg Geigers durch Hagel vernichtet wurde und er gezwungen war, die restlich verbliebenen Äpfel frühzeitig und unreif zu ernten und zu verarbeiten. Mit gewaschenem und angekochtem Eichenlaub “gewürzt”, kam dann dieser Sprudel, der im Edelstahltank ausgebaut wurde, zustande. Oft sind es eben besondere Ereignisse, die Besonderes hervorbringen. Der Unreife Apfel im Eichenlaub ist letzlich ein Beweis dafür, dass man auch aus dem Negativen immer Positives ziehen kann. Und jetzt kommt der fröhliche Sprudel in den Becher damit der Spass beginnen kann.

Zimt & Zucker

Fast rotgold ist die Farbe die aus dem Glas leuchtet. Feine Perlage an der Oberfläche. Der Duft einfach umwerfend. Bratapfel pur. Zimt, etwas Zitrone, Vanille und der wunderbar rauchige Duft des feuchten Laubes lassen die Cuvée N°11 sehr sinnlich wirken. Ist schon Weihnachten? Das ist betörend, bräunlich süss und intensiv. Frisch gebackene Apfelspalten die aus der Pfanne kommen und fein mit Zimt und Zucker verdelt werden kommt mir in den Sinn. Einfach zauberhaft.

Bratapfel in Flüssigform

Genau so wie es gerochen hat, schmeckt es auch. Fröhlich prickelnd steht die Cuvée N°11 auf der Zunge und überschüttet diese förmlich mit Bratapfelaromen. Herrlich frische Säure puffert gekonnt die Süsse, sorgt für Leben auf der Zunge und man leckt sich gierig über die Lippen weil das Zeug so richtig gut ist. Es ist tatsächlich Weihnachten im Mund, als würde man die berühmten, in Teig gebratenen Apfelringe kauen. Man schmeckt Zimt, etwas Vanille und vor allem reichlich Apfel. Dabei ist es cremig auf der Zunge ohne schwer zu sein, es zischt, es prickelt und erinnert an konzentrierten naturtrüben Apfelsaft. Nur dass dieser Saft hier noch um drei Klassen animierender ist. Am Gaumen spürt man traumhaft feinen Laubnebel der für elegante braune Würze sorgt. Bratapfel in flüssig, das ist meiner Meinung nach die treffendste Beschreibung für diesen Zaubertrank.

Es ist unglaublich was das Eichenlaub bewirkt. Es sorgt für eine Aromatik die unreife Äpfel irgendwie reif erscheinen lässt und in eine feine braune Würze hüllt. Woher das Zimtaroma kommt ist mir schleierhaft, doch ist das genau die Zutat, welche die Cuvée N°11 so aussergewöhnlich macht. Wer Kinder hat möge dieses Zeug verstecken, denn ich bin ziemlich sicher, dass die sich gnadenlos darüber her machen und alles ratzeputz vernichten. Ich muss jetzt unbedingt auch noch die anderen Kreationen von Jörg Geiger ausprobieren. Mostbirne-Apfel-Kaffee hört sich höchst spannend an und Mostbirne-Wilder Holunder scheint nicht minder interessant zu sein. Ich glaub ich leg mal eine alkofreie Woche ein und besaufe mich mit Priseccos aus dem Streuobstparadies.

Tipp: Gut kühlen und dann einfach geniessen. Trinkspass für die ganze Familie: Jörg Geiger empfiehlt dazu milden Blattsalat mit fruchtig leichtem Dressing; Spargelterrine zu weißfleischigem pochiertem Meeresfisch oder Kalbsfilet an Thymianjus; weißen Spargel mit zerlassener Butter. Oder schlempern Sie ihn einfach so weg.

Wein & und Winzer-Info:

Cuvée 11
Wein: Cuvée N°11 Unreifer Apfel | Eichenlaub 2014
Winzer: Manufaktur Jörg Geiger
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: – 2016+
Boden: Sandstein/Keuper
Ausbau: Edelstahl
Besonderes: Alkoholfrei. Zugesetzte Kohlensäure.
Dekantieren: Nein

Den Wein gibt es in der Weinfachhandlung K&U Weinhalle in Nürnberg zu beziehen.

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Kategorie: K&U Weinhalle (D), Verkostet

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