Dolcetto d´Alba 2016

| 5. Januar 2018 | 0 Kommentare Alles lesen

Dolcetto d´Alba 2016 Aus Serralunga d’Alba, einer kleinen Gemeinde in der italienischen Provinz Cuneo im Piemont, kommt der Wein, der heute am Tisch der Wahrheit steht. Und zwar vom 1896 gegründeten Weingut Massolino, dessen Gründer, Giovanni, der erste war, der elektrischen Strom und den Dampfdrescher in das Dorf brachte. Heute produziert man ausschliesslich Weine aus autochthonen Rebsorten, die typisch für das Gebiet sind, sowie auch jener, der heute hier verkostet wird, den Dolcetto d´Alba 2016. Zum ersten Mal 1896 produziert, seit 2003 gehen die besten Dolcettotrauben, die aus Weinbergen in Serralunga d’Alba stammen, in diese Auslese. 20-25 Jahre alt sind die Rebstöcke die auf einer Höhe von 330 Metern stehen und im traditionellen Guyot erzogen werden, die Böden sind kalkhaltig, der Ausbau erfolgt in Stahl und Zement, 24.000 Flaschen wurden abgefüllt. Eine steht jetzt hier und ihr Inhalt wartet seit einer Stunde in der Karaffe auf seinen grossen Auftritt.

Feine und sehr erfrischend in der Nase

Dunkeldunkelrubinrot dreht der Dolcetto d´Alba seine Kreise im Becher. Betörend ist sein Duft nach reifen Sauerkirschen, nach Brombeeren und nach fein geschnipseltem Geäst. Ein herrlich frischer wie auch erfrischender Duft der sich die Nasenflügel hoch zieht. Insgesamt sehr elegant und vornehm. Etwas Zitrone auch im Hintergrund, frech und keck. Ein Duft der grosse Lust auf den ersten Schluck macht.

Dolcetto fantastico!

Yep. So schmeckt das. Einerseits ist der Tropfen knusprig wenn er auf die Zunge kommt, rieselt leise dank ausgesprochen mürber Tanninstruktur. Er zeigt Statur und Körper und ist doch ein feiner, eleganter Wein. Kein Fruchtgeplärre, sondern sehr harmonisch und vornehm das Spiel der Sauerkirschen mit den Brombeeren. Immer brav im Hintergrund, ständig da, nie nach vorne drängend. Eine Freude, den Dolcetto d´Alba so im Mund zu spüren. Am Gaumen merkt man, dass der Kalk die Dominanz im Boden hat, es fühlt sich trocken und sehr fein an. Der Abgang dezent von roter Frucht getragen, kirschig, mit einem Schuss Zitrone hinten raus. Wunderbar.

Ein richtig süsser kleiner Racker

Überraschend ist bei diesem Dolcetto sein ausgesprochen lebendiges Säurespiel. Hier zeigt sich wieder wie belebend Säure im Rotwein sein kann und wie schön es ist ein wenig Puls im Mund zu spüren. Auf der Zunge tänzelt er, der Tropfen aus Serralunga, neckt sie mit seinem frischen wie auch leichten und feinen Saft der Sauerkirsche. Den Gaumen aber streicht er trocken ein, bepinselt ihn mit feinstem Kalk und legt sich herrlich fein hinter den Lippen an. Man spürt wie mürb der Wein ist, wie viel Textur er hat und wie er für ein kerniges wie knuspriges Mundgefühl sorgt. Dabei ist er immer vornehm und charmant und wirkt nebenbei auch leicht verspielt.

Ich mag diesen kleinen Kerl. Weil er ehrlich und authentisch ist und nicht versucht etwas vorzutäuschen was er nicht ist. Das macht ihn sehr sympathisch, den Dolcetto d´Alba, der einfach Spass verbreiten will, der sich unaufdringlich als Universaltalent anbietet und für einfachen und unbeschwerten Trinkgenuss steht. Ein typischer Alltagstropfen, der Italien von seiner charmanten Seite zeigt. Ein Wein den man zu jedem Anlass auf den Tisch stellen kann und immer gute Figur damit macht. So einfach kann Wein sein, vorausgesetzt man weiss, dass auch Einfaches einfach köstlich sein kann. In diesem Sinne: Wer Salami und Prosciutto mag, der wird den kleinen Racker lieben. Bunkern!

Tipp: Eine Stunde in die Karaffe damit und dann mit frischen 16º geniessen. Zu Vorspeisen mit Wurst und Käse. Aber auch zu Pasta, Risotto, kräftigen Suppen und roten Fleischsorten, besonders solche vom Grill.

Verkostet wurde ein Dolcetto d´Alba 2016 von Massolino aus Serralunga d´Alba im Piemont, Italien. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

Stichwörter: , , , , , , ,

Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

Ihr Kommentar