Eiswein ‘Gelber Muskateller’ 2010

| 19. Februar 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

Auch wenn es draussen alles andere als eisig ist, hindert uns das in keinster Weise in der warmen Stube ein wenig Eis zu uns zu nehmen. Dazu brauchen wir weder einen Löffel noch Waffeln, handelt es sich nämlich um Eis in seiner flüssigsten und gleichzeitig süssesten Variante. Und zwar in Form eines Gelben Muskatellers vom Angerhof Tschida im burgenländischen Illmitz. Allein das Wissen, dass die Trauben für diese Art von Wein ausschliesslich in gefrorenem Zustand geerntet und verarbeitet werden müssen lässt unsere Finger etwas kälter werden. Der Eiswein ‘Gelber Muskateller’ 2010 ist der erste von drei aussergewöhnlichen Süssweinen des national wie auch international regelmässig ausgezeichneten Weinguts aus dem Burgenland. Wir packen unsere Sabberlätzchen aus und befreien die kleine Flasche von ihrem ‘Stoppel’.

Eiswein Gelber Muskateller 2010 Passend zum golden aus der Flasche funkelnden Inhalt ziert selbige ein edles Etikett in weiss mit ganz viel Gold drauf. Turmhoch ist es, ein feiner goldener Rahmen umschliesst es und in der Mitte präsentiert sich gross das Enblem mit TSCHIDA drin. Unterhalb, natürlich auch in gold, steht Eiswein Gelber Muskateller und der Jahrgang. Als ‘Aufputz’ klebt noch ein kleiner runder Sticker mit ‘Sweet Winemaker of the Year 2011‘ oben drauf. Am kleinen Rückenlabel steht alles was noch wichtig ist.

Pikant-süsse Frische

Wie ein flüssiger Goldbarren steht der Gelbe Muskateller in seinem kleinen Glas und funkelt mit sich selbst um die Wette. In der Nase zeigen sich Zitrusfrüchte und Stachelbeeren ebenso wie Quitten und Hollerstauden. Es duftet saftig, intensiv, kräftig, klar und auch sehr frisch. Man kann den Duft sogar gewissermassen als pikant bezeichnen, weil eben nicht nur pure Süsse die Nasenwand hochzieht, sondern eine feine Würze mit im Spiel ist.

Rassig, frech & animierend

So süss wie der Wein im ersten Eindruck auf der Zunge landet, so augenblicklich zeigt er was er säuremässig drauf hat. Die Zunge quietscht richtig vor Freude und hechelt dieser unbändig süssen Sauerkeit hinterher, will mehr davon und merkt erst wenn der Wein bereits ‘verschwunden’ ist, wie sich die typischen Muskatelleraromen bemerkbar machen. Am meisten beeindruckt aber dieses Säurespiel. Es ist als würde sie die Süsse necken und sie am Ende sogar auslachen. Diese geballte Ladung weicher, warmer Süsse auf der Zunge fliesst förmlich auf der rassigen Säurespur dahin und harmoniert auf wunderbare Weise mit ihr. Man weiss im ersten Moment nicht wirklich was überwiegt. Ist es die Fruchtsüsse die man spürt, oder ist es doch dieser saure ‘Stich’ der nicht enden will und der sich anfühlt als würde man süsse Zitronen lutschen. 185 g Zucker und 11,5 g Säure treiben ihr Spiel auf die Spitze und sorgen für dieses rassig-freche Mundgefühl.

Quietschvergnügtes Temperament

Vom Mundgefühl her empfindet man den Gelben Muskateller einerseits als warm und rund, doch ist es dieses harmonische Zusammenspiel von Frucht und Säure die ihn auch glasklar erscheinen lässt. Diese Säurefrische haucht ihm Rasse ein, macht ihn aktiv und attraktiv und verleiht ihm sein frisches, quietschvergnügtes Temperament. Es ist als würde man diese bunten Kaudrops lutschen von denen man auch nie wirklich weiss was dominiert. Einmal sauer, einmal süss und doch immer voll fruchtig. So ähnlich geht es einem mit dem Eiswein hier. Nur dass er Lichtjahre besser schmeckt als dieses Gummizeug und auch viel länger saftig im Mund erhalten bleibt.

Hat man sich am Ende dazu entschlossen den Tropfen von der Zunge weiterziehen zu lassen und ihm seinem ‘Ende’ zuzuführen merkt man, wie würzig der Gelbe Muskateller auch über den Gaumen zieht. Natürlich eingehüllt in seinem süss-sauren Mäntelchen und immer sehr präsent. Ganz fein, warm und leise. Lang im Nachhall bleibt sie bestehen und ganz frech melden sich am Ende wieder Stachelbeeren und Zitrusfrüchte und fordern einen zum nächsten Tanz im süssen Säurebad auf. Mir fällt zu diesem Wein als Zusammenfassung auf der Stelle ‘quietschvergnügt’ ein. Genau das ist er. Je nach Bezugsquelle um 20 bis 25 Euro käuflich zu erwerben ist dieser bezaubernd frische Wein und glauben Sie mir; Sie werden einen Riesenspass mit diesem Tropfen haben.

Tipp: Gut gekühlt servieren, um die 8º. Ist der absolute Renner zu Fruchtsalaten, Fruchttorten und Bisquits und auch Sorbets. Zu Erdbeeren einfach himmlisch und als Solist ein begnadeter Alleinunterhalter.

Verkostet wurde ein Eiswein ‘Gelber Muskateller’ 2010 vom Angerhof Tschida aus Illmitz im Burgenland, Österreich.

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Kategorie: Tschida (A), Verkostet

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