Grüner Veltliner ‘Kremstal Classic’ 2010

| 12. September 2011 | 0 Kommentare Alles lesen

Aus dem wunderschönen Kremstal an der Donau kommt diesmal ein typischer Österreicher zur Verkostung, ein Grüner Veltliner. Das Kremstal gehört zu den bekanntesten und ältesten Weinanbaugebieten Österreichs. Gleichzeitig ist es auch das Tor zur weltberühmten Wachau. Links und rechts der Donau werden vor allem Grüner Veltliner und Riesling angebaut. Das sind auch jene typisch österreichischen Sorten die man ‘bei uns’ in jedem Supermarkt findet.

Grundsätzlich bin ich bei Supermarktweinen eher vorsichtig und zurückhaltend, ausser es gibt eigene Shop-in-Shop Systeme wo neben den Massenweinen auch echte Qualitätsweine angeboten werden.

Unter der Vielzahl der angebotenen Veltliner sprang mich dabei einer besonders an. Was definitiv am Etikett lag. So gelb und fett leuchtete es unter allen fröhlich hervor und machte sich mit Nachdruck bemerkbar. Ich liess mich ‘blenden’ und griff zu. Optik macht doch was aus.

Zuhause dann den Wein gekühlt und ihn im Anschluss ausgiebig einer Prüfung unterzogen. Gelb wie Gelb nur sein kann prangt ein farblich imposantes wie auch elegantes Etikett auf der Schlegelflasche. Silberne Insignien des Weinguts und eine klare Typographie vermitteln einen klaren und prägnanten Auftritt. Trotz der enormen Farbintensität eine durch und durch schlanke und elegante Erscheinung.

Frucht und Mineralik

Ein sehr klares und strahlendes Strohgelb funkelt im Glas und blitzt fröhlich mit grünlichen Reflexen. In der Nase tummeln sich vielfältige fruchtige Aromen und man erkennt vordergründig Birnen und Stachelbeeren und natürlich der unweigerlich mit dem Grünen Veltliner verbundene Pfeffer. Zusätzlich macht sich eine sehr schöne, feine Mineralik bemerkbar die von eleganter Frucht umgeben wird. Eine sehr vereinnahmende Nase mit ‘Besitzanspruch’. Alles in allem schreit der Wein ‘Veltliner’ raus. Im positiven Sinn.

Im Mund erkennt man sofort den typischen Veltliner. Bei aller Frucht und Aromatik spürt man eine sehr schöne und frische Mineralität. Nicht zu gehaltvoll, aber trotzdem mit einem äusserst noblen Körper ausgestattet. Ein leichtfüssiger Wein der es versteht sich gekonnt in Szene zu setzen. Die Säure weiss sich zu benehmen und tritt bestenfalls als ‘Zweite Stimme’ auf. Sie hält sich elegant im Hintergrund, versteckt sich aber nicht. Sehr fein ausbalanciert und stimmig.

Gezähmtes ‘Pfefferl’

Das vielbesungene ‘Pfefferl’ des Grünen Veltliners ist nicht überausgebildet, was sehr angenehm ist. Versuchen viele andere Veltliner oft ausschliesslich mit diesem so typischen Merkmal zu punkten, so stimmt hier einfach das Zusammenspiel aller Komponenten. Von nichts zu viel und von nichts zu wenig. Ein gelungenes Tröpfchen das einfach Spass macht genossen zu werden. Schöner Körper, feine Säure, elegante Mineralik und viel Frucht bilden ein perfekt abgestimmtes Orchester.

Nach all den Chardonnays, Chablis und Sauvignons wieder einmal eine höchst willkommene und erfreuliche Abwechslung. Ein Schritt zurück in die Heimat und die Erinnerung daran, dass das Gute doch so nah liegt. Weingenuss kann einfach und mit € 5,99 noch dazu sehr günstig sein. Es bedarf nicht weiter Reisen um wirklich feine Tropfen zu entdecken. Petra Ungers Grüner Veltliner ist ein Wein für jeden Tag. Unkompliziert, sortentypisch und ohne Schnörkel. Ein Wein der einfach Spass macht und für jeden Anlass ein perfekter Begleiter ist. Genuss ohne Reue.

Tipp: 10ºC sind ideal. Einschenken und Spass haben. Als Speisebegleitung fällt mir dazu Forelle blau ein. Oder schlicht und einfach Hausmannskost.

Lesen Sie auch das ‘Genussprotokoll‘ zu diesem Wein auf weinsegler.at

Verkostet wurde ein Grüner Veltliner ‘Kremstal Classic’ 2010 DAC von Petra Unger aus dem Niederösterreichischen Furth im Kremstal, Österreich.

Stichwörter: , , , ,

Kategorie: Verkostet

Ihr Kommentar