Les Jardins ROSÉ 2017

| 20. Juli 2018 | 0 Kommentare Alles lesen

Les Jardins Rosé 2017 Alles habe ich bereits von Frédéric Albarets Domaine Saint Antonin aus Faugères verkostet, und alles was er so in die Flaschen füllt ist voller Frische, Finesse und Mineralität. Faugères, nördlich von Béziers gelegen, ist als einzige Appellation des Languedoc flächendeckend von schwarzem Schiefer durchzogen, was sich natürlich in den Weinen widerspiegelt. Frédéric Albaret produziert vier Weine, welche das Terroir von Faugères wiederspiegeln: Les Jardins (als Rosé- und Rotwein), Lou Cazalet und Magnoux als Rotwein. Ich habe heute seinen bezaubernden Les Jardins Rosé 2017 am Tisch der Wahrheit stehen. Seit Jahren trinke ich diesen “kleinen” rosaroten Wein, der so grossen Spass macht. Eine Cuvée aus Mourvèdre, Cinsault und Grenache, von Hand gelesen und vier Monate im Tank ausgebaut. Ein Freudenspender der vor Frische nur so strotzt. Und weil die Temperaturen draussen grade richtig hoch sind, ist das der perfekte Zeitpunkt diesen Tropfen gut gekühlt ins Glas zu lassen und sich mit ihm zu vergnügen.

Ganz viel Stein im Riechorgan

Geht gerade noch als rosa durch. Obwohl der Tropfen eigentlich lachsorange ist. Wenn auch das gerade noch so gilt, weil eigentlich sieht der Les Jardins Rosé aus als hätte man ihn an der Farbtafel bestenfalls vorbeigetragen. Dafür duftet er umso frischer. Nach rosa Grapefruit und nach Kräutern, nach Schiefer und nach Rosen. Herb der Duft im Riechorgan, animierend, zart limettig und sehr fein. Viel Stein im Wein als Unterfutter. Ich weiss was auf mich zukommt und freue mich entsprechend. Dezenter Speichelfluss im Mund einsetzt.

Vom Schiefer verweht

So mag ich das. Wenn ein gut gekühlter Rosé knochentrocken auf der Zunge seines Weges zieht, wenn er herb und griffig und alles andere als nur banales rosarotes Zuckerwasser ist. Feine Aromen von Melonen (was für ein Wortspiel) und ein paar zerquetschte Pfirsichstücke teilen sich die Zunge, darunter aber weht der feine Wind des Schiefers. Trocken, steinig und leicht salzig. Der Les Jardins Rosé brilliert mit Frische, mit Lebendigkeit und Charme. Der Gaumen eingenommen vom kalten Stein, vom Grip und von der edlen Herbe die der Tropfen an ihm hinterlässt. So geht Rosé in dem man sich ertränken möchte.

Ein Rosé wie er im Buche steht

Rosa, knackig, herb und trocken. Würzig, steinig, einfach herrlich. So könnte man den Les Jardins Rosé mit ein paar Worten beschreiben. Hat man ihn allerdings im Mund, dann fängt man an ins Schwelgen. Weil das Spiel am Gaumen so charmant und edel ist, weil der Tanz des Tropfens auf der Zunge gar so neckisch, so erfrischend und belebend ist. Angeführt von der Melone trotten alle anderen Aromen artig hinterher, als Begleitmusik spielt die Kapelle einen Schiefer-Marsch. Mineralisch ohne Ende, elegantest in der Frucht und weil es ein Finale geben muss, ist dieses herb und würzig wie es eben nur Südfrankreich kann. Man muss den kleinen Racker einfach mögen. Widerstand ist zwecklos und die Ausrede, dass der Tropfen wie von selbst verdunstet die beste und glaubwürdigste die man sich einfallen lassen kann.

Im Vergleich zu den Jahrgängen der Vergangenheit ist der Les Jardins Rosé 2017 sicher der frischeste, der jemals in die Flasche gefüllt wurde. Er ist knackig, noch trockener als sonst und vor allem ausgesprochen mineralisch. Der Verdunstungsfaktor ist am oberen Ende der Skala, das Mundgefühl phänomenal belebend und der Gesamtauftritt einfach grandios. Soviel Rosé zu so einem Preis ist fast schon unanständig. Der Tropfen ist das mitunter Beste was man in rosarot aus Südfrankreich ins Glas bekommen kann. Würzig, herb und knochentrocken. Ein Rosé wie er im Buche steht. Der einzige Nachteil ist, dass der der zu spät kommt, vom Leben, wie es so schön heisst, bestraft wird. Will heissen, wer nicht Gas gibt sitzt im Trockenen. Deshalb zuschlagen. Der Sommer dauert noch eine Weile und der Les Jardins Rosé ist der perfekte Durstlöscher.

Tipp: Schrauber runter und ab ins Glas damit. Mit frischen 6-8º daran nuckeln. Als Aperitif, zu sommerlichem Salat, zur Hähnchenbrust mit Estragon oder zu gegrilltem Fisch. Oder überhaupt gleich solo, da weiss man wie das ist mit Durst und “löschen”.

Verkostet wurde ein Les Jardins ROSÉ 2017 von der Domaine Saint Antonin aus Faugères im Languedoc, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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