Les Yeuses Sauvignon Blanc 2010

| 17. April 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

Ein einfacher Sauvignon Blanc aus 2010 eröffnet die zweite Verkostungsrunde von Weinen der Brüder Jean-Paul und Michel Dardé. Ein simpler aber trotzdem qualitativ anspruchsvoller Landwein aus deren Portfolio, der kein Aufsehen und keinen grossen Wirbel um sich macht, sondern nur zum einfachen und unbeschwerten Genuss gemacht ist. Mit diesem Wein beweisen die Brüder Dardé, dass man auch günstig richtig guten Wein herstellen kann. Wir haben den Sauvignon Blanc geöffnet um zu erfahren was aus der grünen Flasche kommt.

Auf eben dieser, der grünen Flasche, klebt ein Etikett, das lausiger nicht sein kann. Ich habe selten einfallsloseres Design gesehen und würde ich den Wein im Supermarktregal sehen, ich würde einfach weitergehen. Aber wie es nun mal ist, das Etikett sollte kein Kriterium sein. Ist es aber manchmal doch, ob man will oder nicht. Werbung wirkt und es kommt doch auf die Verpackung an.

Unerwartet leiser Duft

Les Yeuses´ Sauvignon funkelt in sattem gelb mit leicht grünlichen Reflexen im Glas. Ein wenig dunkler als man es von einem jungen Sauvignon blanc erwartet hätte. Fast goldgelb schimmert der Wein. Das Bukett ist erfreulich ‘leise’ und gibt dezente grüne, grasige Noten und eine feine kräutrige Würze frei. Es riecht gehaltvoll, rund und saftig. Der erste Eindruck dieser Aromenvielfalt würde nicht unbedingt schlagartig auf einen Sauvignon blanc schliessen lassen. Zu würzig ist er und zu saftig. Gänzlich entgegen dem typischen Sauvignon-Duftgebrüll.

Supersoft und eigenwillig

Am Gaumen überrascht der Sauvignon mit einer äusserst eigenwilligen, herben Note. Der Wein zieht direkt über die Zungenmitte ohne sich lange dort aufzuhalten und entfaltet sich sofort am Gaumen. Dort zeigt er sich von einer Seite die man nicht unbedingt von einem Sauvignon erwartet. Er ist zwar leicht fruchtig und frisch, was ihn aber so ungewöhnlich macht ist diese herbe Spur die er beim Abgang und im Nachhall hinterlässt. Er schmeckt nicht so stahlig grün und kantig wie herkömmliche Sauvignon Blancs, er hat auch nicht diese typischen zitrusartigen Noten vorzuweisen. Dieser Wein ist dermassen trocken, dass er förmlich beim Trinken schon verdunstet. Die Kräuterwürze tut ihr Übriges dazu und trägt den Wein hauchfein über den Gaumen. Im Vergleich fühlt sich der Sauvignon mindestens genauso trocken an wie ein Martini Extra Dry. Was sofort auffällt, oder besser gesagt was man sofort irgendwie ‘vermisst’, ist Säure in diesem Wein. Hier schein so gut wie keine vorhanden zu sein und wenn, dann hat sie sich so gut versteckt, dass sie unauffindbar ist. Das macht den Sauvignon auch ein wenig cremig vom Mundgefühl her und lässt ihn sanft und weich erscheinen.

Charakter und Persönlichkeit für eine Handvoll Euro

Der Sauvignon Blanc von Les Yeuses (spricht sich übrigens Le-siös) gehört eindeutig zum Eigenwilligtsen was ich seit Langem an Sauvignons getrunken habe. Sind Weine dieser Art in der Regel fruchtig, frisch, aktiv und oft auch stählern hart und kantig, so ist dieser vollkommen weich, fast säurelos, staubtrocken und würzig-herb. Eine Erfahrung der neuen Art. Und das alles mit einem Sauvignon der gerade mal um die 6 Euro kostet. Das ist die echte Überraschung dran. Der Tropfen trinkt sich trotz seiner 13% wie von alleine weg und hinterlässt im Mund bestenfalls ein Gefühl von ‘Dürre’ und das Verlangen nach Flüssigkeit. Sauvignon Blanc der eigenwilligen Sorte und tolle Qualität zum Billigtarif. Und wenn Ihnen die erste Flasche zu rasch im Mund verdunstet, machen Sie einfach eine zweite auf. Der Wein ist schon jetzt gut trinkbar aber in einem Jahr sicher noch verführerischer und aufregender.

Tipp: Servieren sie den Wein sehr gut gekühlt, am besten um die 8-10º und geniessen sie ihn wozu sie gerade Lust haben. Ein universeller Begleiter für viele Anlässe.

Verkostet wurde ein Sauvignon Blanc 2010 von der Domaine Les Yeuses aus Mèze im Languedoc, Frankreich. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein von Alexander Krossa von Les Vins Krossa, Frankreich.

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Kategorie: Domaine Les Yeuses (F), Verkostet

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