Lugana DOC Brut 2008

| 11. September 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

In dieser, der bereits dritten Runde der Olivini-Sortimentsverkostung, lassen wir die Korken knallen und es richtig blubbern in den Gläsern. Es gibt nämlich gleich zwei der ‘Blasenweine’. Den Anfang macht ein Lugana DOC Brut 2008 der nach der ‘Metodo Classico’ hergestellt wurde und aus 100% Trebbiano di Lugana ist. Einen Spumante vom Gardasee hatten wir noch nicht und deshalb sind wir schon gespannt ihn in voller Pracht im Glas zu sehen und im Mund zu spüren.

Bullig steht der Spumante in der edlen Flasche vor uns und wie üblich in perfektem Einklang mit dem wunderschönen Corporate Deisgn der Olivini-Weine. Ganz edel in hellem schlammbraun, schwarz und weiss gestreift und von glänzenden goldenen Linien eingefasst. Alles was man wisssen muss steht in weiss in den schwarzen Streifen und natürlich auch der Hinweis, dass der Lugana nach der ‘Metodo Classico’ hergestellt wurde. Alles andere wie üblich auf dem ebenso gestylten Rückenetikett. Wir sind bereit den Korken knallen zu lassen und den Lugana zu erforschen.

Um jedoch gleich die Frage zu beantworten welche garantiert am Ende aufgrund unserer Glasempfehlung auftauchen wird, hier die Kurzfassung: Wir trinken Sekt, Spumante, Champagner, etc. prinzipiell aus Weissweingläsern weil es sich in erster Linie um Wein handelt der ebensolche Aromen in Nase und Mund freisetzt wie ‘normaler’ Wein. In den wir auch unsere Nasen reinstecken und ihn sensorisch kennenlernen wollen. Es lassen sich so die tatsächlichen Aromen viel genauer erkennen und gleichzeitig tritt die Kohlensäure etwas ‘leiser’, sprich in den Hintergrund. Wenn Sie nun einwenden, dass aber der Inhalt deswegen rascher als sonst verdunstet, haben Sie nicht unrecht. Aber, wie lange benötigen sie im Durchschnitt für ein Glas Blubberwasser? Und jetzt gibt´s ‘Frühstück’, es wird eingeschenkt.

Exotisch fruchtig mit feiner Mandelnote

Ein sehr schönes, sattes Gelb steht im Glas und man kann dem Lugana sehr schön beim aktiven Perlspiel zusehen. In die Nase zieht ein Duft von Pfirsichen und weissen Blüten, aber auch diese feine Mandelnote ist wieder da. Leicht geröstet, ein wenig herb und sehr elegant. Es riecht saftig, exotisch, aber keinesfalls laut. All das sind Gerüche die man in der langen Flöte keinesfalls ausmachen könnte weil es dort keine Möglichkeit zur Entfaltung gäbe. Hier im Weissweinglas kann man seine Nase tief darin versenken und so die einzelnen Aromen sehr gut wahrnehmen.

Cremig, elegant, knochentrocken

Über die Lippen zieht der Lugana BRUT knochentrocken hinweg und schäumt auf der Zunge schön aktiv und erfrischend. Es fühlt sich definitiv anders an als aus dem Champagnerglas. Der Spumante kann sich besser ausbreiten, seinen eleganten Körper viel besser präsentieren und sich im Mundraum wesentlicher besser entfalten. Mit einer sehr feinen Perlage umspült er die Zunge ohne dabei nur banal zu prickeln. Vielmehr moussiert es richtig schön, man kann einen ganzen Strauss von Blüten und tropische Früchte erkennen und man kommt in den Genuss des typischen Mandelaromas.

Der Lugana BRUT fühlt sich trotz seiner frischen Perlage cremig an im Mund, hat eine feine Aromatik und kommt auch durchaus mineralisch auf die Zunge und den Gaumen. Es ist schön zu beobachten wie anders sich Spumante aus diesen Gläsern im Mund anfühlt und jeder der das nächste Mal einen (wirklich guten) Blubberwein geniessen will, sollte es einmal auf diese Art versuchen. Er wird überrascht sein wie anders, wie aufregend das sein kann solchen ‘Wein’ auf eine ganz neue Art zu ‘spüren’.

Wohldosiert und edel herb

Das Schöne an dieser Art Spumante oder Champagner zu trinken ist das komplette Mundgefühl das man erhält. Wie bei ‘normalem’ Wein kann man so über Säurea, Frische, Gaumengefühl, Abgang, Nachhall, etc. viel mehr erleben als wenn man den ‘Schäumer’ einfach nur stylisch aber seelenlos in sich hinein kippt und hinunter schluckt. Der Lugana BRUT zeigt sich hier als relativ herber Spumante, trotz seiner durchaus fruchtigen Aromen. Das liegt an der Mandelnote die er in der Hinterhand hält und die er perfekt dosiert auf den Gaumen loslässt. So präsentiert er sich dann auch im Abgang, leicht herb, trocken, sogar etwas bitter, was aber durch den attraktiven ‘Blubber-Effekt’ wunderschön gepuffert wird.

13% hat der Lugana BRUT und versteckt diese äusserst finessenreich hinter seiner attraktiven Frische. Seine cremige Art macht ihn dann noch sympathischer und lässt auch die aktive Perlage weicher erscheinen. Bei vielen Diskont- und Billig-Blubberern hämmert einem diese nur allzuoft den Zahnschmelz von den Zähnen und malträtiert die Zunge und den Gaumen. In unserem Fall geniessen wir das was wir hier ‘spüren’ und schenken uns gleich noch ein Gläschen ein. Machen Sie es uns nach und gönnen Sie sich den Lugana BRUT der um die 19-20 Euro käuflich zu erwerben ist. Und vor allem: Trinken Sie ihn aus dem ‘richtigen’ Glas. Dann erschliessen sich Ihnen neue Horizonte in der Welt der Blasen- und Blubberweine.

Tipp: Auf 8º bringen und ab in die Gläser mit dem ‘Schäumer’. Passt zu jeglichem See- und Meeresgetier sowie zu Antpasti und vielen anderen Gelegenheiten. Zum ‘späten Frühstück’ ein idealer Kumpel, der (im richtigen Glas genossen) richtig Spass macht.

Verkostet wurde ein Lugana DOC Brut 2008 von Famiglia Olivini aus Desenzano del Garda in der Region Brescia, Italien. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein von Andrea Seidler von VIP-Weine Köln.

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Kategorie: Famiglia Olivini (I), Verkostet

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