Mercurey rouge 2017

| 26. August 2020 | 0 Kommentare Alles lesen

Mercurey rouge 2017 Im frühen 18. Jahrhundert wurde das Château de Chamirey auf einer felsigen Landzunge auf der einzigartigen Lage des Mercurey-Weinberges erbaut. Damals verkauft die Familie Dupaty de Clam das Anwesen an die Familie Marquis de Jouennes d’Herville. Heute repräsentieren Amaury et Aurore Devillard bereits die 5. Generation, die die aktuelle Fläche von 95 Hektar, von denen sich 38 unter den bekanntesten Premiers Crus der Appellation befinden bewirtschaftet. 27 davon werden mit Rotweinen ausgepflanzt und einer dieser besonderen Tropfen stehte heute hier am Tisch der Wahrheit; der Mercurey rouge 2017. Ein Pinot Noir, der aus 10 kleinen Parzellen, vovon 3 Premier Cru-Parzellen (En Sazenay; Champs-Martin; Clos L’Évêque) sind. Die Böden dort werden von von Ton und Kalkstein dominiert. Ausgebaut wurde dieser Wein in 80% traditionellen Burgunder Barriques und zu 20% im Edelstahl. In der Karaffe dreht er eine halbe Stunde seine Runden und dann kommt er ins Glas.

Frisch, blau, würzig

Wie frisch gepresster Kirschsaft steht der Mercurey im Glas und zeigt sich dort von seiner klarsten, fast schon transparenten Seite. Blaubeeren melden sich als erstes in der Nase zum Dienst, dazu gesellen sich eine Handvoll rote Johannisbeeren und eine feine weisse Pfefferwürze. Erst am Ende tauchen dann auch Kirschen auf und schleppen ein Stück roten Fleisch mit. Eisen, Fleisch und Blaubeeren, was für eine beeindruckende, vor allem aber frische Kombination.

Klare Eleganz

Es schmeckt anders als man es erwartet hätte. Es fühlt sich auch anders an im Mund. Ungemein rein und klar kommt der Mercurey auf die Zunge. Ungemein frisch und klar steht er auf ihr. Und doch ist da eine enorme erdige Würze die sich sofort des Gaumens annimmt. Ohne jeglichem Tanningewitter, Vielmehr mit sanftem Druck, immer elegant und fein bleibend. Unten schmeckt es blau, obwohl die Kirschen flott die Erste Geige spielen. Die paar Blaubeeren, die sich schon am Anfang in der Nase festgesetzt haben, dringen auch im Geschmack schön durch und machen diesen Tropfen frisch und sorgen für eine zart unterkühlte Fruchtigkeit. Auch hier der weisse Pfeffer, der für entsprechen “Leben in der Luke” sorgt.

Pinot der Klartext spricht

Langsam aber stetig entwickelt der Mercurey eine wunderbar feine Textur im Mund, je mehr Luft er abbekommt. Das Zusammenspiel von fruchtiger Kirsche und Blaubeeren bringt eine subtile herbe Note rein, die Unterfütterung mit Pfeffer trägt das ihre dazu bei, dass dieser Tropfen so charaktervoll wie elegant daher kommt. Im Finale taucht wieder ein Stück rotes rohes Fleisch auf und bringt einen Tick von Eisen ins Spiel. Der Abgang von Kirschen und Blaubeern dominiert, erst am Schluss als Krönung die herrlich feine Würze die sich auch im Nachhall nicht verleugnen lässt. Insgesamt ein eindrucksvolles, weil so klares und geradliniges Weinvergnügen. Pinot Noir, der, berechtigt, mit beiden Händen aufzeigt.

Wer gerne herbfruchtigen, eleganten und mit perfekter Würze geimpften Pinot Noir trinkt, dem wird der Mercurey 2017 ein toller Begleiter sein. Einerseits, weil er klar und schnörkellos ist und andererseits, weil bereits jetzt wunderbar zugänglich und süffig ist. Ein Pinot, der sicher etwas herber, aber durchaus auch etwas charaktervoller als manch anderer ist. Kein Wein, den man sich endlos lange in den Keller legt, sondern in den nächsten fünf bis sechs Jahren geniesst. Um 25,90 noch dazu ein echtes Schnäppchen für eingefleischte Pinot-Fans. Soviel Pinot zu so einem Preis, dafür sucht man schon ‘ne ganze Weile.

Tipp: Halbe Stunde Luft in der Karaffe ist fein. Unbedingt gekühlt mit 14-15º trinken. Herrlich. Zu rotem Fleisch, zu allem vom Grill und sonstigen fleischlichen Delikatessen. Ohne feststoffliche Begleitung ein toller, unkomplizierter Tropfen.

Verkostet wurde ein Mercurey rouge 2017 von Chateau de Chamirey aus in Mercurey, Frankreich. Bezugsquelle: Kracher Fine Wine Shop, Illmitz.

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Kategorie: Kracher (A), Verkostet

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