Monte Acuto

| 28. November 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

Nachdem es kurz vor Weihnachten ist und man aufgrund der opulenteren Nahrungszufuhr im Anschluss ganz gerne zu hochprozentigeren Essenzen greift, wird heute zm ersten Mal etwas aus dieser ‘Abteilung’ verkostet und vorgestellt. Und weil sich Grappa besser als Tresterbrand anhört, steht heute auch ein italienischer Freudenspender am Tisch der Wahrheit. Ein Grappa aus den besten Barbera-, Arneis- und Nebbiolotrestern aus dem Weinbaugebiet des Roero. Als Hommage an eben dieses will ihn die Familie Berta verstanden wissen, den Monte Acuto. Jenen Berg, auf dem das so geschichtsträchtige wie sagenumwobene Castello di Monteu Roero steht und welcher Namensgeber für diesen Grappa aus dem Piemont ist.

Monte Acuto Verstaut in einer eleganten Holzkiste liegt die kantige Flasche mit dem feinem Inhalt. Auf der Kiste aussen das goldene Schild auf welchem das Castello di Monteu Roero am Felsen, dem Monte Acuto, thront.

Auf der quaderförmigen Flasche dann das gleiche Abbild auf dem Etikett angebracht. Farblich dem Inhalt angepasst, in braun und sandfarbigen Tönen. Am Rückenetikett in italienisch ein wenig über die Geschichte des Felsens wie der Region, sowie der Hinweis darauf, dass dieser Grappa aus Barbera-, Arneis- und Nebbiolotrestern hergestellt wurde. Unten Grappa Invecchiata, was soviel wie ‘gereift’ bedeutet. In diesem Fall 5 Jahre lang. 42 Volumenprozente schlummern in der Flasche, die am Hals mit einer eleganten Banderole mit Berta, dem Namen der Destillerie eingefasst ist. Verschlossen mit einem Kork, auf dessen Kopf ein eleganter weisslicher, Milchglas ähnlicher Knauf angebracht ist.

Röstaromen & gedörrte Aprikosen

In dunklem bernstein steht der Monte Acuto im Glas. Sehr klar und intensiv leuchtend schmiert er an der Glaswand mit einem dicken Film ab. Eine ebensolche intensive Duftwolke strömt die Nase hoch. Ganz viel geröstete Mandeln, Holz mit Noten von gedörrten Aprikosen und dickes Karamell ergeben ein dichtes, saftiges und durchaus opulentes Bukett. Röstaromen dominieren in der Nase und leicht süsslicher Rauch steigt aus dem Glas auf. Es ist ein weicher Duft, ein warmer. Einer der nicht die Nasenflügel malträtiert, sondern diese relativ mild hochzieht.

Jede Menge Rauch und Nebel

Auf die Zunge kommt der Monte Acuto ziemlich opulent, löst sich aber sofort in einem schmalen warmen Strahl auf und nimmt im Anschluss den gesamten Mundraum in Beschlag. Kraftvoll strömt er über den Gaumen und wärmt beim Abgang. Auf der Zunge bleibt ein relativ trockenes Gefühl mit einem leicht buttrigen Touch zurück. Nicht jedoch ohne zuvor so richtig auf ihr zugepackt zu haben. Geräuchertes Holz schmeckt man, in Alkohol eingelegte Aprikosen und sonstiges gedörrtes Obst. Das Ganze eingehüllt in jede Menge Rauch und Nebel.

Am Gaumen reichlich Wärme abgebend und im Abgang sicher nichts für Freunde weichgespülter Flüssigkeiten. Da wird geklotzt und nicht gekleckert, man spürt die PS die der Monte Acuto unter der Haube hat und stellt trotzdem erstaunt fest, wie weich er dabei bleibt. Kein Brennen im Hals oder am Gaumen, vielmehr ausdrucksstark und warm, fast mollig wirkend. Bleibt lange haften und im Nachhall schmeckt man geröstete Nüsse, etwas Mandel und eine feine Holznote. Insgesamt ein Grappa der eher etwas rustikaleren Art, der weniger die fruchtigen, sondern mehr die kraftvolleren Holz- und Röstaromen repräsentiert. Um die 65-70 Euro ist der Monte Acuto zu erstehen und gehört somit eher zum festlichen Abschluss als zur banalen medikamentösen Einnahme nach dem Essen. Schöner Digestif der ein ebensolches Menü vorzüglich abrundet.

Verkostet wurde ein Grappa Monte Acuto der Familie Berta aus Mombaruzzo in der Provinz Asti, Region Piemont in Italien.

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Kategorie: Verkostet

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