Nuits St. Georges 1er Cru „Clos de la Maréchale” 2014

| 27. Oktober 2017 | 0 Kommentare Alles lesen

Clos de la Marechale Château de Chambolle-Musigny, im Familienbesitz seit 1863. Der Besitzer, Frédéric Mugnier von der gleichnamigen Domaine Mugnier. Seines Zeichens Meister allerfeinster Pinot Noirs. Kreateur von Weltklasse-Weinen, welche von Kennern auf der ganzen Welt geschätzt und geliebt werden. Die Pinots die Frédéric Mugnier auf Flasche füllt gelten als feingliedrig, elegant und sinnlich, sind unvergleichlich und verzaubern mit sinnlicher Finesse und feinster Mineralität. Einen dieser aussergewöhnlichen Weine, den Nuits St. Georges 1er Cru „Clos de la Maréchale” 2014, habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen, und da ich diesen Wein schon einmal trinken durfte, freue ich mich deshalb ganz besonders auf diesen Wundertropfen. Nicht zuletzt auch deshalb, weil mir dieser Wein endgültig das Tor zur Burgunderwelt geöffnet hat und ich seither von Pinot Noir nur schwer die Finger lassen kann. Eine halbe Stunde Karaffe und dann ist der Maréchale ausgehfein und fertig für den grossen Kelch.

Ein Duft zum Träumen

Wie ein Rubin leuchtet der Clos de la Maréchale aus seinem Glas heraus. Erst tauchen ein paar kleine Himbeeren in der Nase auf, dann kommt von hinten eine elegante Note Flieder und am Ende tänzelt etwas zart Florales, an eine Lilie erinnernde Essenz durchs Duftbild. Ganz weit hinten, fast nicht wahrnehmbar, zieht eine Spur von Holz vorbei und sorgt dafür, dass man nicht zu sehr von der subtilen Fruchtigkeit verwöhnt wird. Ein Duft der einen träumen lässt, der elegant und superfein ist. Einer, von dem man schwer genug bekommen kann und ständig daran schnüffeln muss.

Eleganz auf allerhöchstem Level

Was für eine Erscheinung! Was da auf der Zunge steht ist umwerfend, was am Gaumen abgeht einfach gross. Saftig im Mund, reife Himbeeren auf der Zunge, untermalt von Flieder und von ausgesprochen subtil eingeschobenem Holz. Über den Gaumen zieht der Clos de la Maréchale in einer Frische die fast Angst macht. Kühl, rotfruchtig, zart floral und vor allem dermassen zugänglich, wie man es nicht für möglich halten würde. Der Trinkfluss schon jetzt enorm, der Auftritt verspielt, leichtfüssig, fast schwerelos. Ein grosser Wein, der sich zurecht das Prädikat “Eleganz” umhängen darf. Ungemein schlank steht der Tropfen auf der Zunge, verwöhnt den Gaumen in ebensolcher feingliedrigen Art und Weise und sorgt im Abgang für eine wunderbare rote Frische, die im Nachhall wieder dieses Fliederelement mitführt.

Aufbruch in eine neue Galaxie

Der Clos de la Maréchale ist klar im Mund, ausgesprochen “rein” und strahlend. Den Gaumen neckt er mit einer sehr feinen Süsse, die er aus den kleinen Himbeertröpfchen saugt, was an Gerbstoff da ist, ist so kühl und fein wie Seide. War der Tropfen bereits am Vortag eine Wucht, so ist er heute, am zweiten Tag, der totale Überflieger. Wie der zugelegt hat ist verblüffend. Reife rote Beerenfrucht, die schlank und rasant im Mund auftritt, Seide die als natürliche Klimaanlage fungiert, eine Klarheit die an einen Gebirgsbach erinnert und ein allgemeines Mundgefühl, von dem man wünscht, es möge nie mehr enden. Rot, rein, rassig. So trifft es das Gesamtbild wohl am besten.

Was den Clos de la Maréchale letztlich so gross macht, ist diese Reduktion auf sich selbst. Es ist alles da, die Frucht, das Holz, Florales und eine elegante Mineralität. Man hat es geschafft jeglichen unnötigen Ballast zu vermeiden und, gleich einem ein Solitär von Tiffany & Co., dadurch eine Strahlkraft zu erzeugen, die an Finesse und Eleganz nicht zu überbieten ist. Der Clos de la Maréchale gehört eindeutig zum besten, was es an Pinot Noir gibt. Es mag vieles geben das anders ist, aber besser kann man es nicht machen. Ich für meinen Teil bin der Ansicht, dass dieser Wein ein Juwel ist, ein trinkbares Juwel. Eines, das man sich ab und an gönnen sollte, um zu wissen, wie es ist auf Wolke Sieben durch die Galaxien zu schweben. Phänomenaler Wein. Einfach grandios.

Tipp: Gönnen Sie dem Wein eine Stunde Luft und trinken sie ihn mit ca. 16º. Zum Wild, zum Braten, zur Gans und zum Fasan, zu deftigen Pasteten und zu guten Würsten. Für sich allein getrunken ein wunderbarer, klarer, frischer Tropfen.

Verkostet wurde ein Nuits St. Georges 1er Cru „Clos de la Maréchale” 2014 von der Domaine Jacques-Frédéric Mugnier aus Chambolle-Musigny im Burgund, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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