PANAMERA Chardonnay 2011

| 30. Oktober 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

Wer kennt sie nicht, die Panamericana? Und wer würde sie nicht gerne mit einem flotten Panamera von Norden nach Süden oder umgekehrt bereisen? Wem beides nicht vergönnt ist, der hat immerhin die Möglichkeit sich einen Wein der PANAMERA heisst ins traute Heim zu holen; nämlich einen Chardonnay aus Kalifornien. Dieser Wein entstammt der internationalen Kooperation des deutsch-österreichischen Handelshauses TxB International Fine Wines und Steve Rueds von der Rutherford Ranch im kalifornischen Napa Valley. PANAMERA ist eine Idee, ein Konzept und ist abgeleitet von der Carretera Panamericana, welche Namensgeberin für eben diese ‘Weinkollektion’ ist. Wir haben heute den Chardonnay PANAMERA 2011 zur Verkostung und sind gespannt ob Porsche-Feeling inklusive Fernweh aufkommt.

Wer mehr als Surfen, Santa Barbara und die legendären Beach Boys mit Kalifornien verbindet, dem dürfte auch bekannt sein, dass der Grizzly das Flaggentier des drittgrössten und mit Abstand bevölkerungsreichsten Bundesstaates der USA ist. Genau dieser ist auch das Hauptmotiv auf dem achteckigen Etikett, welches die Burgunderflasche ziert. Gross und mächtig stampft er über das Papier und unten drunter steht in grossen Lettern PANAMERA California. In grün und ebensolchen Grossbuchstaben CHARDONNAY. Das Etikett, das an klassisches französisches Design angelehnt ist macht einen eleganten Eindruck.

In gleichem Stil ist auch das ebenfalls achteckige Rückenetikett gestaltet und informiert über alles Wesentliche rund um den Wein und seine Herkunft. Da der PANAMERA in 22 Länder exportiert wird ist es naheliegend, dass diese Informationen auch in englisch aufgedruckt sind. Unser kleiner grauer ‘Bär’ ist startklar und bereit in die noch leeren und blank polierten Gläser zu hüpfen.

Wuchtig fruchtig

Goldig gelb zieht der ‘graue’ Bär, dafür steht nämlich das Wort Grizzly, seine Kreise im Glas und schimmert fröhlich vor sich hin. Einen feinen Film lässt er an der Wand abfliessen. Ein opulenter Fruchtduft steigt aus dem Kelch. Da steht ein prall gefüllter Topf mit Birnen, Quitten, reifen weichen Äpfeln und Marillen sowie gelben Zwetschken auf dem Tisch und schreit danach, dass man seine Nase ganz tief hinein steckt. Wuchtig-fruchtig dampft es im Glas, saftig, voll und kräftig. Ein ganzer Korb exotischer Aromen die für mächtig Power in der Nase sorgen.

Nix mit Grizzly, eher Teddybär

So opulent der PANAMERA in der Nase wirkt, kommt er überraschenderweise weit weniger kräftig auf die Zunge. Er fühlt sich weich, fast mollig an und lullt die Zunge förmlich ein mit seiner cremigen Konsistenz. Die Lippen schmiert er mit einem Film aus weichem Balsam ein und auf der Zunge setzt sich der ‘Grizzly’ mit flauschigen Tazten ab. Mit seiner vollmundigen, runden Textur fühlt er sich eher wie ein Teddybär als wie ein wildes Tier an. Man schmeckt Marille, Vanille und auch einen Hauch von Muskatnuss. Waldhonig kommt einem in den Sinn, sowohl was die Textur wie auch den feinen würzigen Touch betrifft. Der PANAMERA wirkt voll und doch verflüchtigt er sich relativ rasch und löst sich in einer leichten Wolke auf. Säuremässig übertreibt er nicht, versteckt sie eher in seiner vollen Statur und wirkt dadurch relativ weich. Der PANAMERA fühlt sich nicht wie sein vierrädriger Namensvetter, sondern eher wie ein auf Understatement getrimmter 8er-Audi (ohne den Transporter am Volant) an.

Wie im Winter-Wonderland

Am Gaumen fühlt sich der PANAMERA trocken an, ein wenig herb sogar im Allerlei von weihnachtlichen Bratäpfeln und und karamelligen Aromen. Mit diesem eigenwilligen Geschmack, der ein ebenso eigenwilliges Mundgefühl beschert, wirkt der PANAMERA fast wie ein ‘Weihnachtswein’. Er befindet damit sich eindeutig neben der klassischen ‘Chardonnay-Spur’ und präsentiert sich als eigenständige Weinpersönlichkeit. Die feine Würze die über all diesen gerösteten und fleischigen Aromen steht wirkt ob der sie begleitenden Cremigkeit wohltuend auf Zunge und Gaumen und man denkt unwillkürlich an den ersten Punsch am Weihnachtsmarkt.

Für mich persönlich ist der PANAMERA Chardonnay ein Herbst- und Winterweisswein. Er vermittelt aufgrund seines Aromenspiels sanfte Wärme, fühlt sich ob seiner cremigen Textur an wie ein Kuschelbär und macht sich mit seinen markanten Brat- und Röstaromen zum idealen Festbegleiter. Weich ist er, vor gelben Früchten strotzt er und im Abgang quetscht er nochmal alles aus was in ihm drin ist. Lange, warm und würzig-aromatisch hallt er nach und man weiss, dass Weihnachten nicht mehr weit ist. Zurück lässt einen der PANAMERA mit einem einerseits saftigen, aber andererseits auch trockenen Mundgefühl, das sofort nach mehr verlangt um wieder in den Genuss von Weihnachtsstimmung zu kommen. Irgendwie vermittelt dieser Chardonnay das in weiss, was Zinfandel in rot ausmacht. Wer das selbst ‘erfahren’ will, kann um die 8 Euro investieren und sich vom ‘Grizzly’, der mit seinen 13,5% bestenfalls ein Braunbär ist, inspirieren lasssen. Ich freu´ mich jetzt auf Weihnachten, denn diese Assoziationen löst der PANAMERA in mir aus.

Tipp: Flasche aufmachen und bei 8-10º servieren. Passt zu Räucherlachs, Hühnerfleisch und ebenso zu Schinken- und Schweinefleischgerichten. Auf jeden Fall zu Brie- und Blauschimmelkäse zu empfehlen. Solo eine Reise auf den nächsten Weihnachtsmarkt.

Verkostet wurde ein PANAMERA Chardonnay 2011 von Steve Rued von der Rutherford Ranch, Kalifornien, USA. Facebook-Mitglieder steigen hier ein. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein via Cornelia Spiola, FIVE.COMM, Wien.

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Kategorie: Verkostet

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