Perrin & Fils ‘Réserve’ Côtes du Rhône Rouge 2010

| 10. Juni 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

Heute geht es los mit der grossen Verkostungsreihe der Weine aus dem Haus der Famille Perrin. Bis Ende Dezember dieses Jahres wird sie dauern und wir werden alles vorstellen was dieses ‘Haus’ zu bieten hat. Den Einstieg in die Welt der Weine von Perrin & Fils macht der Perrin & Fils AOC ‘Reserve’ Côtes du Rhône Rouge vor. Jahrgang 2010 ist er und ich freue mich schon auf den Wein weil ich ihn aus einem anderen Jahrgang bereits kenne und ihn einfach liebgewonnen habe. Eine Cuvée aus Grenache, Syrah und Mourvèdre aus dem Weinbaugebiet Côtes du Rhône & Villages.

In klassischem weiss klebt das Etikett auf der Burgunderflasche. Modernisiert wurde es indem man sich vom herkömmlichen Logo und der übergrossen Namenspräsentation verabschiedet und sich für eine klare Typo entschieden hat. Dabei setzt man trotzdem stilistisch auf Tradition und bringt alles wie von Schreibmaschine getippt auf. ´Réserve’ in rot und Kapitalen, der Rest in schlichtem schwarz. Typisch französisch geht die Nennung der Herkunft vor und was drin ist erfährt man anstandshalber auf dem informativen Rückenetikett. Kenner wissen aber auch so was sie von einem ‘Côtes du Rhône’ erwarten können und dass dieser immer eine Assemblage ist. In diesem Fall, wie eingangs schon erwähnt, eine aus Grenache, Syrah und Mourvèdre. Klassiker in der französischen Weinherstellung.

Damit alles seine Ordnung hat und wir unser heiss geliebtes und mit immer gleicher Freude abgehaltenes Ritual abhalten können, wird die ‘Réserve’ umgefüllt und für eine Stunde in Ruhe gelassen. Die Vorfreude ist wie bei jedem Start einer neuen Sortimentsverkostung gross und nach 60 Minuten darf der erste ‘Perrin’ ins Glas.

Kräuterwürzig mit floralen Noten

Tiefdunkelrot leuchtet die Réserve aus dem Glas heraus, ist dicht aber trotzdem noch einsehbar. Ein sattes Rot, das noch satter die Innenwand benetzt und beim Schwenken wie ein funkelnder Rubin glänzt. In die Nase strömen die vertrauten Aromen mediterraner Kräuter und Gewürze, dunkler roter Früchte und diese leicht florale Note. Es riecht intensiv ohne überschwenglich zu werden und mein ‘Speicher’ ruft zu allererst Grenache ab. Fruchtig riecht es, erst dann kommen die Gewürze und eine angenehm kühle Frische hinzu. Saftig steht der Duft in der Nase und etwas karamelliges gesellt sich dazu.

Konzentriert und elegant

Vertrautes trifft dann auch auf den Gaumen. Fast pfeffrig streift die Réserve die Zunge und füllt wohlig warm den Mundraum aus. Man schmeckt schwarze Kirschen, Johannisbeeren und diesen unverwechselbaren Mix der regionalen Kräuter und Gewürze. Es ist eben diese spezielle ‘Kräuterwürze’ die gute Côtes du Rhônes so unverwechselbar macht. In Verbindung mit der hauchzarten floralen Note ein erfrischendes Erlebnis. Trotz seiner relativen Jugend ist der Wein weich und man hat nicht das Gefühl von rustikalen Gerbstoffen attackiert zu werden. Ganz im Gegenteil. Seidig weich und sanft ziehen diese ihre Spur über den Gaumen und lassen immer den Fruchtaromen den Vortritt. Obwohl die Réserve konzentriert und auch gehaltvoll ist, schafft sie es locker einen eleganten Auftritt hinzulegen. Man hat nie das Gefühl von Opulenz erschlagen zu werden wiewohl der Wein durchaus Kraft hat. Trotzdem bleibt er geschmeidig und elegant.

Im Abgang verwöhnt die Réserve mit schönen fruchtigen Anklängen ohne dabei auf die so typische Kräuterwürze zu vergessen. Ein mittellanger Nachhall der ein seidig samtiges Gefühl am Gaumen hinterlässt inklusive.

Côtes du Rhône für Leckermäuler

Mit zunehmender Zeit an der Luft wird die Réserve immer weicher und runder, sie wird saftiger und auch Himbeeren drängen sich in das fruchtige Orchester. Auch die Nase wird fruchtiger und der Gewürzkorb steht praktisch als ‘Begleitung’ daneben. Die 60% Grenache in dieser Cuvée setzen sich eindeutig durch. Côtes du Rhône für Leckermäuler sozusagen. Ein Wein der danach schreit mit regionaler Küche wie auch mit einfachen Brot & Käsevarianten geteilt zu werden. Was diesen Tropfen so süffig macht ist ohne jeden Zweifel der hohe Anteil an Grenache. Sie macht ihn verführerisch fruchtig und stattet ihn, dank der kühlenden Mourvèdre mit einem ganz tollen Trinkfluss aus. Die Syrah sorgt dafür, dass der Wein seine ansprechende pfeffrige Würze behält.

Es macht Spass nach langer Zeit wieder einen schönen Côtes du Rhône im Glas zu haben und sich irgendwie ‘zu Hause’ zu fühlen. Die 13,5% lassen die Réserve angenehm erträglich und mit durchschnittlich 9 Euro im Handel ebenso preiswert ausfallen. Ein Alltagswein für jeden Anlass und zu vielfältigsten Küchenvariationen.

Tipp: Servieren Sie den Wein um die 16-18º, im Sommer können Sie ihn gerne auch eine halbe Stunde ins Gemüsefach legen. Lassen Sie ihn 1 Stunde atmen und haben sie dann einfach Spass mit diesem unkomplizierten Wein. Macht so ziemlich alles mit und ist solo ein absoluter ‘Wonnetropfen’.

Verkostet wurde ein ‘Réserve’ Côtes du Rhône Rouge 2010 von Famille Perrin aus Orange in Frankreich. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein von Veritable Vins Domaines, Deutschland.

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Kategorie: Perrin & Fils (F), Verkostet

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