Petite Arvine 2011

| 29. Oktober 2012 | 2 Kommentare Alles lesen

Einen ganz eigenwillen Charakterdarsteller haben wir heute in den Gläsern hier und umso mehr freuen wir uns schon auf diesen Walliser Weinschatz. Aus der bekannten Collection Chandra Kurt stammt der Petite Arvine AOC 2011, der zu den alten Rebsorten des Schweizer Wallis zählt. In Zusammenarbeit mit der Önologin Madeleine Gay hat Chandra Kurt diesen Wein ‘entwickelt’ und aufgrund der bis jetzt verkosteten Weine aus dieser Collection sind wir uns ganz sicher, mit dem Petite Arvine auch heute wieder einen ganz aussergewöhnlichen Wein kennenzulernen.

Nicht mehr eingehend beschreiben muss man das bereits bekannte, voll auf regionale Nostalgie gestrickte Etikett, welches auch diese dunkelbraune Flasche ziert. Vielmehr interessant ist zum heutigen Zeitpunkt die Tatsache, dass das Verpackungsdesign für die Weine der Collection Chandra Kurt in der Zwischenzeit bei der grossen red dot-Gala in Berlin mit dem begehrten red dot-design award ausgezeichnet wurde. Eine schöne Bestätigung für die Agentur clear of clouds, die dafür verantwortlich zeichnet. Wer sich näher darüber informieren will, wir haben hier darüber ausführlich berichtet. Und weil damit auch schon das Wichtigste zum allgemeinen Design gesagt ist wird der Petite Arvine jetzt aufgemacht und eingegossen. Belüftung ist nicht zwingend nötig und so kommt der Weinschatz direkt in die Gläser.

Exotisch fruchtig

Ein kräftiges, helles strohgelb leuchtet uns aus dem Glas entgegen. Dunkler und satter wird die Farbe zu den Rändern hin. Was einem sofort in die Nase hüpft sind kräftige exotische Fruchtaromen, etwas Ananas und auch reifes Steinobst. Zitronen und Grapefruits spielen fröhlich mit im opulenten Frucht-Orchester. Über all dem steht eine ausgeprägte mineralische Note, die sich zusammen mit den gelben Früchten zu einem erfrischenden Bukett verbindet. Rein ‘nasentechnisch’ ein Duft an den man sich gewöhnen will und der richtig Spass macht in der Nase.

Mit einer Packung Ingwer im Gepäck

Auf die Zunge kommt dann ein Wein der wirklich anders ist als das was man so kennt und auch gewohnt ist. Weich ist der Petite Arvine und der erste Eindruck den er hinterlässt verwirrt ein wenig. Da ist auf der einen Seite reife gelbe Frucht und augenblicklich schmeckt man Ingwer in Verbindung mit einer leicht salzigen Note. Unbekannt, ungewohnt und überraschend eigenwillig ist das was man da spürt und schmeckt. Kaum nimmt man den zweiten Schluck merkt man, dass alles sehr harmonisch wirkt und man sich gerne diesem wahrlich ungewöhnlichen Aromenspiel hingeben will. Knochentrocken drückt der Petite Arvine ob seines doch mittelschweren Körpers auf die Zunge, lullt sie in exotisch-fruchtigen Saft ein und wirft, kaum hat man diese wahrgenommen, eine Packung Ingwer hinterher. Damit der Ingwer aber nicht vollständig das letzte Wort hat zieht hinter ihm eine Salzspur über die Zunge und verleiht dem ganzen eine elegante Mineralität.

Mild, weich & salzig mineralisch

Am Gaumen kann man sehr schön die einerseits saftige, andererseits aber auch leicht herbe Frucht spüren und wie alles rund und trocken über ihn hinweg zieht. Mit seiner milden Säure hüllt der Petite Arvine fast cremig den Gaumen ein und sein langes Finale sorgt für ein angenehm weiches Gefühl im Mundraum. Es ist definitiv ein ungewohntes Geschmackserlebnis das dieser Walliser Tropfen einem bietet. Gerade diese Kombination von Frucht und Ingwer in Begleitung einer salzigen Mineralität macht ihn zu einem echten ‘Exoten’, wenngleich man die Schweiz nicht unbedingt als exotisch bezeichnen kann.

Im Nachhall zeigt sich der Petite Arvine saftig und herb, setzt dabei ein wenig Salz an den Zungenrändern ab und sorgt so für ein dezentes zitrusfrisches Prickeln. Ein echtes Weinerlebnis für ‘Aufgeschlossene’. Im Sommer sorgt er für lebendige Erfrischung und im Herbst für wohlig weichen und milden Trinkspass. 13,5% halten den Petite Arvine in gesittetem Rahmen und der Preis von durchschnittlich 18 Euro ist ebenfalls nicht übertrieben. Insgesamt ein Wein den man erlebt haben sollte und wer auf Geschmack abseits des Gewohnten Wert legt, der findet im Walliser Weinschatz eine wahre Perle.

Tipp: Am besten bei 10-12º servieren. Passt zu geräuchertem Fisch, Meeresfrüchten, asiatischer Kücher und Geflügel. Universeller Wein der auch für sich genossen grossen Spass macht.

Verkostet wurde ein Petite Arvine 2011 aus der Collection Chandra Kurt von Madeleine Gay aus dem Wallis in der Schweiz. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein via Chandra Kurt von Provins Valais Sion, Schweiz.

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Kategorie: Chandra Kurt (CH), Verkostet

Kommentare (2)

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  1. Franziska Eichhorn sagt:

    Petite Arvine – ein hervorragender Wein Cave des Combins
    SA 1950 Sion; ein Bekannter hat mir den guten Tropfen, um genau zu sein leider nur ein Fläschen aus der Schweiz mitgebracht – hervorragend!

    Wo kann man diesen Wein in Berlin erstehen?

    • Leo sagt:

      Kann Ihnen nur zustimmen. Leider weiss ich zur Zeit keine spezielle Bezugsquelle direkt in Berlin, würde aber bezüglich dieses Weines direkt bei http://www.provins.ch anfragen. Die haben den Wein von Chandra Kurt im Programm und können sicher weiterhelfen.

      Liebe Grüsse aus Wien.

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