Riesling Sekt brut 2013

| 5. April 2019 | 0 Kommentare Alles lesen

Riesling Sekt brut 2013 Auf 22 Hektar bewirtschaftet das Weingut Ökonomierat Rebholz aus Siebeldingen in der Pfalz seine Weinberge auf den besten Lagen. Seit über hundert Jahren lebt die Familie auf diesem Weingut, dessen Gutsgebäude aus dem 16. Jahrhundert stammt. Hier werden seit nunmehr drei Generationen Weine vom Typ Rebholz hergestellt. Seit 2005 werden sämtliche Weinberge nach ökologischen Richtlinien bewirtschaftet, etwas später erfolgte dann die endgültige Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung. Neben den bekannten Weinen stellt man auch erstklassige Sekte her, von denen einer heute hier am Tisch der Wahrheit steht; der Riesling Sekt brut 2013. Ein Sprudel, dessen Versektung (für die Volker Raumland, Deutschlands größtem und auch besten Schaumweinexperten) nach 4-monatiger Lagerung auf der Feinhefe und einer weiteren 4 monatigen Reifung des Grundweines im Edelstahltank erfolgte. Nach der Füllung durfte der Sprudel noch über drei Jahre lang auf der Hefe in der Flasche reifen. Jetzt wird er von seinem Kork befreit und lustig perlend in das Glas verfrachtet.

Butter, Salz und gelber Apfel

In knackigem goldgelb perlt der Riesling Sekt vor sich im Glas dahin. Der Duft der einem daraus entgegen strömt ist eine reine Freude. Reifer Apfel, begleitet von zarten Hefenoten, Butter, leicht gesalzen und eine kecke Zitrusfrische sorgen für die reinste Lust im Riechorgan. Leise Kräutertöne summen im Hintergrund verhalten vor sich hin. Ausgesprochen erfrischend und animierend in der Nase, ein Duft an den man sich gewöhnen kann und mag. Und der die Freude auf den ersten Schluck steigen lässt.

Knackig, rassig & rasant

Aach-tung! Hier steht ein Rassehengst im Stall. Ist das frisch! Ist das knackig! WOW. Kaum kommt der Sprudel auf der Zunge an, legt er schon richtig los. Knackig frische Säure zieht ihre Spur auf ihr, presst aus der Zitrone alles raus was da ist und schiebt gelben Apfel hinterher. Man zuckt zusammen und ergibt sich diesem mehr als erfrischenden Naturschauspiel. Man merkt wie sich die Mimik leicht verändert, wie einem diese rassige Rasanz ein breites Grinsen in sie zaubert und wie augenblicklich Speichelfluss im Futterzentrum einsetzt. Erst dann bemerkt man die feinen Briochetöne, die zarte Hefenote und die sehr subtile Würze dieses Sprudels. Riesling Sekt mal rassig wie ein Kentucky-Derby Sieger. Das hat was, das kann was.

Vom Rassehengst zum Charakterdarsteller

Nach und nach beruhigt sich der Riesling Sekt im Glas. Die Luft lässt ihn “gnädiger” werden, nimmt etwas Tempo aus ihm raus und sorgt dafür, dass sich die reife Frucht und auch die Hefe in den Vordergrund schieben dürfen. Es wird trockener im Mund, es baut sich sanfter Grip am Gaumen und an den Lippen auf, im Finale machen sich Apfel und Brioche Hand in Hand in einen edlen Abgang auf. Überhaupt hat sich der Blubber voll verwandelt an der Luft. Er ist reifer, kompakter geworden, die Textur hat sich verdichtet, die Würze ist aus dem Off hervor gekrochen und spielt nun auf einem Level mit der Frische und der Frucht mit. Die Perlage ist fein und sanft, das Mundgefühl erhaben. Sekt vom Feinsten ist das. Ohne Wenn und Aber.

Die Wandlung die der Riesling Sekt mit Zeit und Luft vollzieht ist aussergewöhnlich. Vom nervigen Rassehengst zum tiefgründigen Charakterdarsteller. Hoch im Puls am Anfang, in sich ruhend nach einer halben Stunde. Knackig zu Beginn, subtil und dicht in Folge. Ein Sekt mit zwei Gesichtern, einer den ich persönlich in die Karaffe verfrachten und dann aus einem grossen Champagnerglas geniessen würde, was ich bereits tue. Da kommt er richtig gut, der Riesling Sekt, da lebt er auf, da zeigt er was Sache ist. Einer der besten Sekte die ich seit Ewigkeiten getrunken habe. Absolute Weltklasse. Bitte mehr davon!

Tipp: Ab in die Karaffe mit dem Sprudel. Verträgt auch etwas Temperatur. Zum Lachs und zur Forelle, zu Nordseekrabben oder schlicht als Aperitiv. Ganz grosses Blubberkino.

Verkostet wurde ein Riesling Sekt brut 2013 vom Weingut Ökonomierat Rebholz aus Siebeldingen in der Pfalz, Deutschland. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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