Schaller vom See rot 2012

| 4. Juli 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

In weiss hatten wir den neuen Wein vom Weingut Schaller vom See in Podersdorf im Burgenland bereits. Heute wird der ‘andere’ vom Neusiedlersee, der in rot, von seinem Schraubverschluss befreit und in die Freiheit entlassen. Eine Cuvée aus 65% Zweigelt und 35% St. Laurent ist es, welche sich nach den Aussagen der Schallers “hervorragend zum Entspannen, eigentlich für jeden Tag” eignet. Und da wir uns ganz gern entspannen und eigentlich ganz gern auch jeden Tag ein Gläschen trinken, lassen wir uns das nicht zweimal sagen und machen uns über diesen Tropfen her. Beide Sorten wurden übrigens vier Monate getrennt im Stahltank auf der Feinhefe gelagert und im Februar 2013 miteinander verschnitten, bevor sie im März in die Flaschen wanderten. Heute ist er aber dran, der Schaller vom See in rot, und die Neugier ist entsprechend gross.

Schaller rot Wie schon am Etikett des Schaller vom See in weiss tanzt auch auf dem in ‘rot’ der Tanzbär Fred Astaire mit einem Schilfrohr in der Hand über das weisse Stück Papier. Ginger hat er noch immer nicht gefunden, was man ihm aber überhaupt nicht anmerkt. Ganz oben wieder in der leicht nostalgisch angehauchten Typo SCHALLER VOM SEE und unterhalb der fröhliche Fred. Mit seinem Schilfrohr. Daneben rot damit man weiss was drin ist und am unteren Ende der übergrossen Briefmarke Podersdorf, Burgenland in Kapitalen. Auch auf diesem durchgehenden Etikett steht am Rand alles über den Wein, sowie ein wenig über Hersstellung und Philosophie der Schallers. Leicht gekühlt wird der Schaller vom See in rot dann aufgeschraubt und ohne weiteres Prozedere in die frisch polierten Gläser eingegossen.

Sauerkirsche & Gemüseküche

Sehr klar und relativ hell in der Farbe steht der Wein im Glas. Rötlich-violett leuchtet es aus ihm heraus. Im Duft zeigen sich Sauerkirschen und rote Waldbeeren, es fühlt sich frisch und sehr lebendig in der Nase an. Erst beim zweiten Eintauchen nimmt man leichte Vanillenoten sowie ein wenig nassen Sand wahr. Auch wenn St. Laurent weniger Anteil in der Cuvée hat, nimmt man trotzdem eher diesen als den Zweigelt in der Nase wahr. Etwas Kräutriges zieht seine Kreise im Glas und verleiht dem Wein eine leicht grasige, grüne Duftnote. Wird bei öfterem Riechen immer ‘gemüsiger’ und macht neugierig auf das was da im Mund zu schmecken und zu spüren sein wird.

Schlank wie ein Victoria´s Secret Model

Das Erste was man spürt ist; der Wein ist ‘leicht’. Ausgesprochen schlank kommt er auf die Zunge, fühlt sich dort frisch und fruchtig, sowie recht lebendig an. Etwas Vanille zieht mit, ordnet sich aber der dominanten Sauerkirschfrucht widerstandslos unter. Über den Gaumen schwebt der Tropfen federleicht hinweg, pinselt ihn ein wenig mit einen Hauch kühler Erde ein und verschwindet genauso leicht wie er gekommen ist. Zurück bleibt ein Rest von Weichselkirsche auf der Zunge, frech, keck, verspielt. Trotz seines überschlanken Mundgesfühls hat der Wein Struktur, welche man aufgrund seines Fliegengewichtes allerdings leicht ‘übersieht’. Im Grunde hat man das Gefühl ‘nichts’ im Mund zu haben und merkt erst beim zweiten Mal, dass dieses ‘Nichts’ eben pure Schlankheit ist.

Fröhlich-frischer Zechwein

Mit seinen unglaublich moderaten 11,5% trinkt sich der Schaller vom See in rot wie frischer Weichselsaft, fühlt sich superleicht an und lässt sogar am Gaumen niemals den gröberen Verdacht aufkommen, dass man wirklich ‘Alkohol’ zu sich nehme. Man ist geneigt mit dem Wein im Mund zu spielen, ihn von links nach rechts rollen zu lassen und den letzten frischen Tropfen von Sauerkirsche aus ihm raus zu quetschen. Welcher dann frech auf der Zunge steht und keine Anstalten macht diese über die Seiten zu verlassen. Schnurgerade zieht er drüber, lässt sogar einen Hauch von Gerbstoffen liegen und löst sich in absoluter Dürre im Sinn von Trockenheit auf. Wie eine Fatamorgana verschwindet er und hinterlässt am Gaumen ein feines, fruchtig-herbes Gefühl.

Obwohl Zweigelt den wesentlich höheren Anteil in dieser Cuvée hat, wird der Wein vom St. Laurent dominiert. Sowohl im Duft wie auch im Geschmack. Die Weichsel führt das Aromenregiment gekonnt an, eine leicht grüne Kräutrigkeit tritt als Backgroundsänger auf und ein ebenso feiner Vanilleton darf ebenfalls ein paar Noten beisteuern. Alles vereint in einem Körper der sich fast jeglichen Körperfettanteils entledigt hat und derart schlank ist, dass man Mühe hat ihn zu erfassen. Das ist kein Wein über den man lange nachdenkt, das ist ein Wein den man aus dem Kühler nimmt und einfach geniesst. Der erfrischt, der leicht ist und der ohne grosses Tamtam einfach Spass macht. Reuelosen Spass. das ist purer Zechwein der das Futter einfach runterspült. Und weil bereits soviel über Fred & Ginger geredet wurde, dürfen die Beiden zu einem Gläschen dieses frischfröhlichen Freudenspenders ein Tänzchen wagen.

Tipp: GANZ wichtig: KÜHL, mit 13º bis max. 15º geniessen. Zu Schweinefleisch, Kartoffelpürree, Gemüsegerichten oder zu allen Arten von rustikalen Kalten Platten. Als Alleinunterhalter ein netter Zeitvertreib ‘am See’ und auch am Boot.

Verkostet wurde ein Schaller vom See rot 2012 vom Weingut Schaller vom See in Podersdorf, Burgenland. Der Wein wurde uns von Brigitte und Gerhard Schaller via Wine&Partners, Wien zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: Schaller vom See (A), Verkostet

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