Schwerelos 2018 Kabinett

| 15. November 2019 | 0 Kommentare Alles lesen

Schwerelos Ungefähr 250 Jahre lässt sich die Weinbautradition der Familie Kauter aus Winkel zurückverfolgen. Auf ebenso viele jahre kommt der Weinbau in der Familie Corvers aus Rüdesheim. So kommt das Weingut Corvers Kauter auf insgesamt 500 Jahre. Die Weine stammen von den Lagen Rüdesheimer Berg, Winkeler Hasensprung, Oestricher Doosberg und Assmannshäuser Höllenberg. Einen der Weine vom Weingut Corvers Kauter habe ich heute hier am Tisch der Wahrheit stehen; den Riesling Schwerelos 2018 Kabinett. Dr. Matthias und Sohn Philipp Corvers planten ursprünglich, einen knackigen Rieslingsekt zu vinifizieren, der dann aber nicht ganz durchgären wollte um “trocken” zu werden und stattdessen dort “hängen” blieb, wo eben perfekte Kabinettbedingungen herrschten. Manmachmal spielt der Zufall eben Schicksal. Wie dieser “verhinderte” Schaumwein sich nun als Kabinett macht, dem werde ich jetzt ausführlichst auf den Grund gehen.

Frisch, verspielt, charmant

Ausgesprochen hellgelb strahlt der Tropfen aus dem Glas heraus. Frisch aufgeschnittener Weinbergspfirsich duftet einem sofort entgegen, untermalt von einer leicht steinigen Mineralität. Seinem Namen macht der Schwerelos alle Ehre, fühlt er sich nämlich superfein und leicht im Riechorgan an. Eine zarte Kräuterwürze blitzt aus dem Hintergrund hervor und verleiht dem Tröpfchen einen leicht verspielten Charme. Ein Duft der animiert und Freude macht.

Knackig, klar, rasant

Und dann geht´s richtig rund im Futterbunker. Knackig, mineralisch, krachend klar und rassig nimmt sich der Schwerelos ganz schwerelos der Zunge an und sorgt im Handumdrehen für regen Speichelfluss. Pfirsich in Begleitung eins grünen Apfels lässt sich auf ihr nieder, die Zungenränder hochgerollt weil dieser Kerl einfach grandios bepulst ist. Das Grinsen im Gesicht ist unvermeidbar weil der Tropfen gar so knackig ist. Klar wie ein Gebirsgbach zischt das Kabinettchen durch die Mitte und hinterlässt nur grosses Staunen und die Gier aufs nächste Glas.

Der absolute Kabikracher

Mit jedem Schluck steigt das Verlangen, beim nächsten etwas mehr zu nehmen, um diesen Glücksfall noch mehr auszukosten. Man kann sich sehr gut vorstellen was rausgekommen wäre, wäre der Schwerelos tatsächlich durchgegoren und ein Sekt geworden. Will man aber nicht, weil das Ergebnis so wie´s ist einfach genial ist. So klar, so kristallin fast, so rasant und rassig wie selten ein Kabinett ist. So rassig, dass es einem bei jedem Schluck die Augen zu schmalen Schlitzen formt und sich die Mundwinkel unwillkürlich nach oben ziehen. Herrlich, was sich da im Mund abspielt. Noch ein Schluck und dann den fruchtbetonten Wein am Gaumen spüren, bis er sich mit einer frechen feinherben Note in den Abgrund stürzt.

Vom Trinkfluss den der Schwerelos hat muss man nicht erst lange reden. Er zischt durch die Luke wie ein Wasserfall, und hat man erst an diesem Elixier genuckelt, überlebt der Kerl keine halbe Stunde. Frisch und flott, frech und animierend, das Süsse-Säurespiel phantastisch. Und am Ende macht er auch noch einen auf “feinherb” was für den finalen Kick sorgt. Was für ein Kabinett, dieser Schwerelos. Mit so einem Wein lässt sich bereits der Tag beginnen. Und falls es am Abend reichlich später wurde, ist er am nächsten Morgen sogar als perfektes “Reparaturkabinettchen” einsetzbar . Wie schön, dass die Natur diesem Tropfen einen Streich gespielt hat und ihn das werden liess, was er er geworden ist. Ein echter “Kabikracher”.

Tipp: Schrauber runter und ab ins Glas. Essen kann man sich sparen. Der Kerl zischt einfach unaufhaltsam durch die Luke. Geht aber locker zu einem guten Steak als perfekter Begleiter durch.

Verkostet wurde ein Schwerelos 2018 Kabinett vom Weingut Corvers Kauter aus Oestrich-Winkel im Rheingau, Deutschland. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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