Silver Bullet Grüner 2013

| 12. Februar 2015 | 0 Kommentare Alles lesen

Im September 2012 hatte ich bereits den Silver Bullet 2011 von LAURENZ V. zur Verkostung. Heute steht der Jahrgang 2013 am Tisch der Wahrheit und es wird interessant zu sehen, was an diesem Jahrgang anders ist, und wenn dann wie. Die Trauben für den Silver Bullet Grüner 2013 stammen wie schon beim 2011er zur Gänze von einem einzigen Weingarten im Kamptal, dem Zöbinger Kogelberg. Auch dieser Grüne Veltliner ist eine Kamptal DAC Reserve. Im September wurde der Wein, nachdem er im Stahltank ausgebaut wurde, abgefüllt und ist erst seit Dezember 2014 im Verkauf erhältlich. Knapp sechs Wochen nach dem Jahreswechsel darf die “silberne Kugel” in der 500ml Flasche somit durchaus als junges Geschoss bezeichnet werden.

Silver Bullet Das einzige Detail das jenes Etikett von dem des Jahres 2011 unterscheidet ist, dass auf diesem eben 2013 als Jahrgang ganz oben eingedruckt ist. Logisch. Sonst gleicht das blütenweisse Teil dem alten wie ein Ei dem anderen. Oben in silber (fast zwingend) SILVER BULLET GRÜNER, mit schwarzen Schatten damit die Schrift an Tiefe gewinnt. Kamptal Reserve unterhalb und unten gross und schwarz wie üblich LAURENZ V. mit einem kleinen silberfarbigen Punkt darüber. Am ebenso weissen Rückenetikett nimmt eine Lagenkarte den grössten Teil der Fläche ein. In englisch (da der Grossteil der Weine in den Export geht) erfährt man alles über den Wein, den Ausbau, die Lage und mehr. Ebenso sind einige sensorische Notizen angeführt. Kamptal DAC Reserve 2013 oben, damit auch die Herkunft und die Qualität korrekt erkennbar sind. Weil auch beim SILVER BULLET 2013 ein Teil der Trauben auf der Maische vergoren wurde darf auch dieser eine halbe Stunde in der Karaffe dümpeln um sich auszudünsten.

Gelb, exotisch, mineralisch

Sattes Gelb dreht mit einem zarten grünlichen Schimmer seine Kreise im Glas. Unverkennbar Grüner Veltliner in der Nase. Frischer Pfirsich, nasses Gras, nasser Stein und herrlich frische Zitrustöne. Ein Gewitter von Frucht einerseits, eine Ladung Mineralik andererseits. Saftig, intensiv und gefährlich mundwässernd zieht der Duft der “Silberkugel” die Nasenflügel hoch. Mehr gelb als weiss, fast schon exotisch. Dicht und mit jeder Menge weissem Pfeffer unterfüttert. Ein Geruch der Sehnsucht weckt und den man so rasch wie möglich im Mund “übersetzt” haben will.

Macho im Mund

Rauchig ist das Erste das einem in den Sinn kommt. Genau so strömt der Silver Bullet nämlich auf die Zunge und füllt augenblicklich den ganzen Mundraum mit dieser Note aus. Cremig in seiner Textur und ungemein pfeffrig legt sich der Tropfen am Gaumen an und bildet einen weichen warmen Film auf ihm. So saftig und gewissermassen auch fruchtig der Wein erscheint, so sehr dominiert hier eine Mineralik, die, verglichen mit dem Jahrgang 2011, noch extremer in den Vordergrund tritt. Auf der Zunge steht er mittig wie auch dicht und zeigt sich exotisch gelb, begleitet von weissem Pfirsich und ein paar Wiesengräsern. Am Gaumen aber dreht der Silver Bullet an der “Magazintrommel” und entledigt sich dabei einer rauchigen Mineralik, die an frisch vom Regen ausgewaschenen Schotter erinnert. Weiss, pfeffrig, steinig, staubig. Ein echter Macho.

Grüner Veltliner zum Angeben

Kurioserweise glaubt man hin und wieder so etwas wie Restzucker zu spüren. Und wenn man mag, dann kann man sich dank 1,5g/l diesen auch einbilden. Letztlich steht dem eine frische und lebhafte Säure gegenüber und vereint das Gesamtgeschmacksbild zu einem harmonischen, saftigen und, auf der Zunge, fruchtigem Erlebnis. Kaum aber streift der Silver Bullet über den Gaumen ist es vorbei damit. Dann regiert der Schotter, dann spürt man den Rauch. Dann merkt man zwar, dass auf der Zunge noch immmer der dichte Saft steht, sich dieser aber in weissen Pfeffer verwandelt und das Ganze zu einem pikanten Geschmackserlebnis macht. Grüner Veltliner unplugged.

Dass der Wein bei aller Mineralik die er mit sich schleppt sich wie weiche Handcreme anfühlt, macht ihn nur sympathischer. Man spürt, dass er Kraft hat (13,5%) und man merkt wie maskulin er ist. Am Ende harmoniert kräftige Pfefferwürze wunderschön mit dem saftig-fruchtigen Körper. Im Abgang leicht fruchtig, letztlich aber weiss und staubig trocken. Im Nachhall eine elegante herbe Note auf der Zunge und am Gaumen. Wirkt lange würzig nach, auf der Zunge mit dem berühmten Tick von Zitrustönen. Äusserst g’schmackig, ungemein männlich und zur richtigen Zeit zum richtigen Anlass ein echter Luxustropfen. Kein Wein zum Spielen. Das ist Grüner Veltliner zum Angeben.

Tipp: 30, eher 60 Minuten in der Karaffe sind zu empfehlen. Max. 10º im Glas. Zu Fisch- und weissen Fleischgerichten eine Bank. Als Solist ein Wein der Charakter hat und anspruchsvollen Trinkspass garantiert.

Wer mehr direkt aus dem Mund von Laurenz V. erfahren möchte, here we go.

Verkostet wurde ein Grüner Veltliner ‘Silver Bullet’ Grüner 2013 von LAURENZ V., Österreich. Zu beziehen in Ö bei Wein & Co.

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Kategorie: LAURENZ V (A), Verkostet

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