Spätburgunder Rotwein 2008 – QbA trocken

| 14. Juli 2011 | 0 Kommentare Alles lesen

Mit Spätburgundern ist das immer so eine Sache. So “störrisch” und gleichzeitig sensibel die Rebsorte ist, so unterschiedlich fallen die Ergebnisse aus. Entweder man hat einen Wein in der Flasche der schmeckt und der was “zu sagen” hat, oder man hat eine Marmeladensuppe im Glas die man besser per Löffel zu sich nimmt. Im schlimmsten Fall hat man ein säuerliches, nichts sagendes irgendwas im Kelch, das sogar das Abflussrohr beleidigt. Umso interessanter war es den 2008er Qba Spätburgunder trocken vom Weingut Kiefer zu verkosten.

In der klassischen Burgunderflasche mit einem Etikett das gerade das Notwendigste enthält. Kein Kunstwerk, kein Anspruch an optische Perfektion, vielmehr gradlinige Kommunizierung des Wesentlichen. Irgendwie typisch deutsch eben. Zumindest für einen Österreicher.

Im Glas eine kräftige, rubinrote Farbe, die aber trotzdem relativ transparent ist. Wie ein klarer Bergsee der einem einen Blick auf seinen Grund gewährt. Ein richtiger Genuss von oben in den Burgunderkelch zu schauen. In der Nase machen sich Aromen von Kirschen und dunklen Beeren breit, untermalt von einer leichten Mineralik. Fast auch blumig und äusserst leichtfüssig.

Charme und Ausdruck in Nase und Mund

Im Mund zeigt sich der Spätburgunder jung, teenagerhaft, fast schüchtern, aber trotzdem mit gewissem Charme. Er hat keine Geheimnisse die es zu erforschen gilt, er gibt das preis was er ist und was er kann. Ohne Umwege. Er zeigt sehr schöne Aromen von dunklen Beeren und schmiegt sich ganz sanft am Gaumen an. Keine Spur von Marmelade sondern einfach ausgeprägte aber trotzdem dezente Frucht. Sehr angenehm im Mund mit feiner Struktur, nicht nervig oder gar aufdringlich.

Es ist definitiv kein Wein der sich in der Mundhöhle festsetzt und einen nicht enden wollenden Abgang hat. Vielmehr zeigt er sein verspieltes Fruchtfeuer und seine Jugend, lässt sie einen kurz “anfassen” um mit seinem angenehmen Nachhall sofort Freude auf den nächsten Schluck aufkommen zu lassen.

Der Wein ist sicher nicht der Überflieger oder eine sonstige Perle der Weinkultur. Das wäre auch vermessen anzunehmen. Auf jeden Fall aber ist er, speziell für Freunde dieser komplizierten Rebsorte, ein gefälliger, ehrlicher und immer freundlicher Begleiter. An diesem Wein ist nichts gekünstelt, er ist echt, er ist frisch, jung und trotzdem sehr erwachsen. Keine Spiele, nur Genuss. Mit seinen 12,5% trägt er zusätzlich dazu bei intensiver “erforscht” zu werden. Dazu reicht ein frisches Baguette oder ein schönes Stück Olivenbrot vollkommen. Auch solo trinkt sich dieser Spätburgunder wie von selbst.

Einstiegswein in Kiefers Spätburgunder-Sortiment

Der 2008er Qba ist der ideale Einstieg für das restliche Spätburgunder-Sortiment des Weinguts. Quasi als Vorspiel auf grössere Abenteuer. Weinquellen.at berichtet in Kürze auch über die echten “Kaliber” aus dem Hause Kiefer. Die € 7,50 ist dieser Spätburgunder aber allemal wert. Vielleicht nicht für jeden Tag, aber immer wieder mal ein Fläschchen ist sicher für jedermann erschwinglich. Zumal der Spass im Glas ein ehrlicher ist.

TIPP: 20 Minuten Belüftung tun dem Wein sehr gut. Angesichts der sommerlichen Temperaturen schaden ihm 2 – 3º C weniger im Glas auch nicht.

Ebenfalls positive Erwähnung finden die Kieferschen Spätburgunder auf dem Augsburger Weinblog und beim allseits bekannten Direttore.

Verkostet wurde ein Spätburgunder Rotwein QbA 2008 trocken vom Weingut Kiefer aus Eichstetten am Kaiserstuhl, Deutschland. Der Spätburgunder hat leichtfüssige 12,5% Alkohol und präsentiert sich entsprechend jung und frisch. Mit seinen € 7,50 bietet er viel Wein als Gegenwert.

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Kategorie: Verkostet, Weingut Kiefer (D)

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