Syrah 2009 – Weinhäusel

| 14. Dezember 2011 | 0 Kommentare Alles lesen

Als letzter Wein vom Weingut Weinhäusel aus Neckenmarkt im Burgenland, stand dieser Tage ein Syrah am Tisch der Wahrheit. Jahrgang 2009, sortenrein und darauf wartend aufgemacht zu werden. Ein Syrah aus dem ‘Blaufränkischland’ muss sich schon gewaltig anstrengen um gegen die Übermacht der ‘Heim-Rebsorte’ zu bestehen und sich beweisen zu können. Wir haben uns aufgemacht das für Sie herauszufinden und haben den Syrah 2009 einer eingehenden Prüfung unterzogen.

Dem allgemeinen Corporate Design folgendend ist auch das Etikett des Syrah aus Folie mit typischer verchromter Typografie hergestellt und ziert die Bordeauxflasche. Ebenso knallrot wie beim Merlot und ebenso mit einer verchromten Bordüre abgeschlossen. Obwohl bereits bestens bekannt, bleiben sie für mich ungewohnt und ungewöhnlich.

Dunkle Beeren & Gewürze

Tiefgründiges dunkles Purpurrot steht im Glas und schimmert leicht bläulich-violett auf. Eine sehr satte Farbe, dicht und kräftig. Beim Schwenken benetzt der Wein das gesamte Glas. Das Bukett geizt nicht mit Frucht, welche sehr samtig und weich freigegeben wird. Es riecht fruchtig-würzig, erdig und kühl. Dunkle Beeren und auch etwas nasses Gestein. Es duftet nach Johannisbeeren und Gewürzen, ohne dass ein Aroma völlig das Kommando übernimmt.

Mit Luft gezähmt

Sehr saftig und mit fester Säure macht sich der Syrah auf der Zunge bemerkbar. Es ist sicher seine Jugend die ihn noch ein wenig ungestüm macht. Fast scheint es als wüssten die einzelnen Mitspieler noch nicht richtig wo sie sich nun einreihen sollen. Obwohl die Frucht sehr samtig auf den Gaumen trifft, wird sie von einem straffen Säuregerüst ein wenig in den Hintergrund gedrängt. So präsentiert sich dann ein rassiger Wein mit durchaus attraktiver aber auch sehr aktiver Säure im Mund. Das herbe Nachspiel ist angenehm und unterstreicht die feine Würze im Aromenspiel.

Nach einer halben Stunde an der Luft beruhigt sich der Wein und wird insgesamt runder und stimmiger. Er ist nun saftiger, balancierter und vor allem zivilisierter. Er hat jetzt eindeutig zu sich gefunden und gibt auch mehr von seiner dunklen Frucht frei.

Ein junger Hüpfer mit Potential

Wichtig bei diesem Tropfen ist sicher die richtige Trinktemperatur. Sowohl mit zunehmender Luft wie auch mit dem Erreichen der Zimmertemperatur wird der Wein geschmeidig und ‘ruhig’. Die Frucht kommt jetzt besser zum Vorschein und harmoniert wesentlich besser mit der Säure als zu Beginn. Alles zusammen ergibt jetzt einen geschlosseneren Auftritt und präsentiert sich als stimmiges Ganzes. Der Syrah ist eindeutig noch ein ‘junger Hüpfer’ der zwar schon erkennen lässt wo die Reise hingeht, aber noch reichlich Potential nach oben hat. Ein, zwei weitere Jahre in der Flasche lassen ihn sicher zu einem geschmacklich ausgewogenen Begleiter werden.

Tipp: Lasen Sie den Wein auf jeden Fall eine Stunde in der Karaffe atmen. Eignet sich zu universeller Küche und macht würzigen Spass im Glas.

Verkostet wurde ein Syrah 2009 vom Weingut Weinhäusel aus dem ‘Blaufränkischland’ in Neckenmarkt im Burgenland.

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Kategorie: Verkostet, Weinhäusel (A)

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