Vacqueyras 2009 AOP

| 11. Oktober 2011 | 0 Kommentare Alles lesen

Der vorletzte Wein des Joseph Castan-Weinssortiments war ein Vacqueyras 2009 AOP aus der “Vallée du Rhône”-Linie. Eine Rotweincuvée aus 90% Grenache und 10% Syrah. Die Reben dieses aussergewöhnlichen Weines sind im Durchschnitt 40 Jahre alt. Grenache ist eine an sich tanninarme Rebsorte. Genau aus diesem Grund entstehen oft sehr fruchtige Weine.

Wie Châteauneuf-du-Pape oder Gigondas steht auch Vacqueyras auf der Stufe einer Appellation d’Origine Contrôlée und spielt somit im Konzert der grossen Namen mit. Deshalb war ich auch wirklich gespannt was sich da nach all den herrlichen Weinen die ich bisher von Castan verkostet hatte, diesmal im Glas befinden würde.

Wie schon bei den ersten Weinen aus der “Vallée du Rhône”-Linie, setzt sich das Corporate Design des Etiketts auch hier konsequent fort und präsentiert sich schlicht und dem Namnen etsprechend elegant. Hoher Wiedererkennungswert inklusive.

Erdbeeren, Heidelbeeren und ein Korb voll Veilchen

Wie bereits vermutet war die Farbe des Weins nicht so dunkel und dicht wie jene der klassischen Côtes du Rhônes. Das ist aber grundsätzlich nicht so bei Grenache-Weinen. Es ist nicht nur eine Rebsorte arm an Tanninen sondern auch arm an Farbe. Trotzdem zeigt sich ein schönes kirschrot, sehr klar und durchaus attraktiv. In der Nase dann eindeutig fruchtig nach Erdbeeren und Heidelbeeren. Zu dem die üblich animierenden Blumenaromen bei den Weinen von Castan. Ein äusserst feines Bukett, rund und frisch.

Im Mund präsentiert sich der Vacqueyras herrlich frisch und fruchtig. Auch hier setzen sich die Aromen von Erdbeeren fort. Sehr “g´schmackig” wie man bei uns sagt. Dazu gesellen sich die Veilchenaromen und gehen mit der Frucht eine wunderschöne Verbindung ein. Die 10% Syrah verleihen dem Vacqueyras einen schönen Unterbau. Ein ziemlich rundes Gesamtbild im Mund, angenehm, süffig, stimmig. Alle Aromen sind an ihrem Platz und zeigen sich gemeinsam von ihrer besten Seite. Wenig Gerbstoffe, was aber zu erwarten war, lassen Platz für leichten Fruchtgenuss. Trotzdem hat der Wein eine schöne Textur und Kraft. 14,5% Alkohol müssen sich ja irgendwie bemerkbar machen.

Leicht und frisch und hinterhältig

Wer glaubt, dass dieser Wein nur weil er mehr auf Frucht als Gerbstoffe setzt ein leichter Tropfen ist, der irrt. Fast ist man geneigt zu sagen der Wein wäre ein wenig “hinterhältig”. So leicht er sich trinkt, so sehr geht er an die Substanz. Trotz seiner Frische und seiner vordergründigen Leichtigkeit sollte man diesen Wein nicht unterschätzen. Einerseits rinnt er die Kehle runter wie nichts, anderseits zeigt er einem aber auch was “Sache” ist.

Alles in allem ist der Vacqueyras ein toller Wein. Auch wenn er vor Kraft nur so strotzt bereitet er ein ungewöhnlich leichtes Trinkvergnügen. Frisch, fruchtig, französisch. Eine Kombination die immer geht. Verbunden mit ein paar Blumen und fertig ist ein Wein der einfach Spass macht. Gehört nach dem Carignan Vieilles Vignes zu meinen Favoriten von Castan. Eindeutig und ohne lange nachdenken zu müssen.

Tipp: Ein, zwei Grad kühler als empfohlen (17-18ºC) geniessen. Macht mehr Spass und schadet dem Wein überhaupt nicht. Umfüllen? Ja. Junge Weine können sich so immer ein wenig austoben und geben im Anschluss in der Regel um einiges mehr her.

Verkostet wurde ein Vacqueyras 2009 AOP von Joseph Castan Fine Wine aus Baillargues im französischen Languedoc-Roussillon.

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Kategorie: Joseph Castan (F), Verkostet

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