Zwischen den Seen 2008 TBA No.3

| 5. Dezember 2018 | 0 Kommentare Alles lesen

TBA No. 3 Zwischen den Seen Wer immer sich für österreichischen Süsswein begeistert, kommt am Weinlaubenhof Kracher aus Illmitz im Burgenland nicht vorbei. Ein Name, der untrennbar mit den besten Auslesen, Spätlesen und Trockenbeerenauslesen Österreichs verbunden ist. Zuhause im burgenländischen Seewinkel mit seinem knapp 20 Kilometer langen Landstreifen am Neusiedlersee, liegt das Örtchen Illmitz mittendrin. Eine Ebene, die von unzähligen grossen “Lacken” (deshalb auch die Bezeichnung Lange Lacke) durchsetzt ist. Von dort kommt auch der Wein der heute hier am Tisch der Wahrheit steht, die Trockenbeerenauslese Zwischen den Seen No. 3 aus Rosenmuskuskateller, aus dem Jahr 2008. Erkennbar nur deswegen, weil am Etikett eine rote Rose prangt, da die Rebsorte damals noch nicht zugelassen war und man sie deshalb nicht anführen durfte. Vorschrift ist Vorschrift, Ordnung muss sein. Wie diese TBA aus der namentlich nicht genannt werden dürfenden Rebsorte schmeckt, dem werde ich jetzt umso neugieriger auf den Grund gehen.

Bernsteinrotoranges Duftspektakel

Bernsteinrotorange, und nicht anders. Der totale Farbhit. Nicht minder hitverdächtig ist auch der Duft der aus dem Glas die Nasenflügel hochzieht. Gedörrtes Obst, Pflaumen, Marillen, Hagebutten, Honig. Einfach sündhaft. Ein feiner Touch von Holz der oben drüber weht, etwas Rauch, erst ganz am Schluss ein Schuss von Rosenduft. Ein wenig Zwetschkenmarmelade, wie aus Omas Marmeladentopf. Herrlich, sinnlich, süss und sexy. Ein Duft mit allerhöchstem Schnüffelfaktor.

Einfach zum Reinsetzen

Ha! Das ist tatsächlich so als würde man in Omas Marmeladentopf wildern. Zwetschken und Marillen irgendwie vermischt, darunter eine superfeine Zitrusnote. Keine Spur von picksüss, vielmehr animierend rotbeerig mit einem zarten sauren Touch für den eben jene freche Zitrusnote sorgt. Sogar den Gaumen neckt die TBA Zwischen den Seen ganz ungeniert mit ihrer grandiosen Säureader. Leichter Rauch vermischt sich eindrucksvoll mit den Aromen der gedörrten Früchte. Erdbeeren melden sich zu Wort, eine Kirsche wagt ganz schüchtern “hi” zu sagen. Der Saft im Mund schlicht sensationell. Der Abgang rauchig, dörrig, fruchtig, frisch.

Der beste Freund von Manner Schnitten

Mit jedem Schluck eröffnen sich bei der TBA Zwischen den Seen neue Geschmacksnuancen. Mal taucht Pfirsich aus dem Off auf, dann trabt wieder eine Zwetschke durch die Gegend, Ringlotten quetschen sich dazwischen und runden dieses sinnliche Spektakel stilvoll ab. Man muss schon sehr genau hinhören um sicher sein zu können, dass es sich um Rosenmuskateller handelt. Nur ganz leise machen sich die typischen Aromen hier bemerkbar. Frei nach dem Motto “dürfen wir am Etikett nicht angeführt sein, dann machen wir uns auch im Mund nicht gleich erkennbar”. Das hat man davon. Tut aber dem Genuss null Abbruch, weil diese Kombination aus Rauch und Dörrobst einfach genial ist.

Die TBA Zwischen den Seen ist ein Beweis dafür, dass Süsswein einen durchaus eleganten Körper haben kann, Süsse perfekt integriert sein und Säure ausgesprochen frisch in Erscheinung treten kann. Alles an und in diesem Tropfen fühlt sich leicht und edel an im Mund, auf der Zunge steht der Charmeur fein fruchtig ohne klebrig zu sein, am Gaumen zeigt er sich wohl texturiert und ganz zart rauchig, im Finale ist er lang und ohne jegliche Schwere. Ein süsser Verführer der für Naschkatzen wie gemacht ist. Einer, von dem man sich auch zwischendurch ganz gern ein Glas genehmigt und Fünf dann auch mal grade sein lässt. Darauf noch ein Gläschen von dem Zaubertropfen.

Tipp: Am besten mit kühlen 8 Grad zu geniessen. Zu Manner Schnitten, zum Schokokuchen, zu gereiftem Käse oder einfach als Entspannungsmedizin.

Verkostet wurde eine Trockenbeerenauslese Zwischen den Seen No.3 vom Weinlaubenhof Kracher, Illmitz, Österreich. Bezugsquelle: Kracher, Illmitz.

Stichwörter: , , , , , , , ,

Kategorie: Kracher (A), Verkostet

Ihr Kommentar