Blick zurück in Uwe Schiefers Weinwelt

| 18. August 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

Vor knapp einem Jahr sind wir erstmals mit den Weinen von Uwe Schiefer in ‘Berührung’ gekommen und waren sofort davon begeistert. Jetzt, ein knappes Jahr später, haben wir so gut wie fast das komplette Sortiment von diesen aussergewöhnlichen Weinen verkostet und unser Resumee ist: Unser bisheriges Verständnis von Blaufränkisch wurde nachhaltig auf den Kopf gestellt. Was Uwe Schiefer aus dieser Rebsorte macht und wie er sie interpretiert ist dermassen weit vom Massengeschmack entfernt, dass es eine echte Wohltat ist sich auf völlig unbekanntes Terrain zu begeben und sich darauf einzulassen, seine eigenen ‘Blaufränkisch-Parameter’ völlig neu zu justieren. Es war ein grosses Erlebnis und nicht minder geschätzt sind seine Weine ‘weisser Ausführung’. Auch bei diesen sollte man einiges was man sich ‘angezüchtet’ hat ganz schnell vergessen und sich auf ganz neue Weinerfahrungen einlassen. Es ist ein Abenteuer das sich lohnt.

Zur Verkostung bereit. Die Weine von Uwe Schiefer.

Nachfolgend geben wir Ihnen wie immer eine ausführliche Übersicht über alle von uns verkosteten Weine sowie den dazugehörenden Verkostungsberichten:

Vorstellung von Uwe Schiefer:
Uwe Schiefer – Weinverkostung

1. Verkostungsrunde
Blaufränkisch 2010 Qualitätswein
Weisser Schiefer 2010 Landwein
2. Verkostungsrunde
Merlot ‘m’ 2009
Weisser Schiefer ‘s’ 2008
3. Verkostungsrunde
Weisser Schiefer ‘m’ 2007
Blaufränkisch ‘Szapary’ 2009
4. Verkostungsrunde
Merlot ‘m’ 2008
Blaufränkisch ‘Eisenberg’ 2010
5. Verkostungsrunde
Blaufränkisch ‘Reihburg’ 2009

Bei der Produktion verzichtet Uwe Schiefer bewusst auf moderne Technologie und orientiert sich dabei ausschliesslich an den Besonderheiten des pannonischen Klimas. Alle Weine werden bei ihm spontan vergoren und kommen ohne Zusatz von Enzymen und Entsäuerungsmittel ungeschönt und ungefiltert in die Flasche. Wenn landauf landab von Terroir gesprochen und fest damit geworben wird, in Uwe Schiefers Weinen erfährt dieser geschundene Begriff seine wahre Bedeutung und Wertschätzung.

Nachfolgend geben wir Ihnen einen Überblick über die Weine mit ein paar kurzen Anmerkungen, welchen Eindruck Sie bei der Verkostung hinterlassen haben.

Für alle die auf keinen Fall auf ihre tägliche ‘Dosis’ Blaufränkisch verzichten wollen ist der Blaufränkisch 2010 Qualitätswein ein mehr als süffiger und bekömmlicher Begleiter. Ein klarer, eleganter und vor allem völlig unkomplizierter Trinkwein für so ziemlich jeden Anlass. Einfach aufmachen und geniessen.

Der Weisser Schiefer 2010 Landwein ist definitiv kein Wein von der Stange. Ein Wein der erforscht werden will, der seinen eigenen ‘Kopf’ hat und ebenso eigenwillig wie ungeschminkt im Mund ist. Wer wissen will wie ‘gelb’ schmeckt, der findet hier die wohl eindeutigste Definition dazu.

Nichts für Marmeladen-Löffler. Der Merlot ‘m’ 2009 zeigt wie es auch anders geht und verzückt mit einer brutal spartanischen Interpretation dieser Rebsorte, zeigt sich im Mund vornehm frisch und kühl und überrascht mit einer Länge die man von Merlots so nicht kennt. Merlot ganz weit abseits des Mainstreams.

Der Weisser Schiefer ‘s’ 2008 zaubert aufgrund seiner saftigen und feingestrickten Opulenz jedem ein leicht ‘grenzwertiges’ Grinsen ins Gesicht. Saftig, rauchig und gelb ist er im wahrsten Sinn des Wortes und ebensolchen Trinkspass bereitet er. Ganz grosses Mundkino für Freunde von eleganter Saftigkeit.

Für den Weisser Schiefer ‘m’ 2007 ist es am besten wenn man sich zuerst anschnallt, ist er doch ein Wein zum Fliegen. Ein Tropfen der die Kraft von unten bringt und sich als saftiger und kräftiger Bursche präsentiert. Leicht morbide Noten machen ihn noch interessanter und zu einem echten Suchtstoff.

Mit dem Blaufränkisch ‘Szapary’ 2009 verschafft einem Uwe Schiefer Zugang in eine andere Welt des Blaufränkisch. Distinguiert, vornehm und rassig, edel mineralisch und unglaublich feingliedrig trotz enormer Kraft sind nur ein paar Attribute für diesen Wein dem man ‘zuhören’ muss. Wein für anspruchsvolle (Selbst)-Gespräche.

Der Merlot ‘m’ 2008 schliesst dort an wo der 2009er aufgehört hat. Merlot-Erlebnis der anderen Art. Trotz seiner 14,5% ein kühler Wein der weit davon entfernt ist wie viele seiner ‘Kollegen’ Krach im Mund zu machen. Eleganter, feiner und frischer kann man Merlot fast nicht mehr machen. Beide Daumen ganz weit hoch dafür.

Mit dem Blaufränkisch ‘Eisenberg’ 2010 hat man sozusagen den ‘Basis-Blaufränkisch’ von Uwe Schiefer im Glas. Delikat, rassig und erfrischend schlank und zum täglichen Verzehr gemacht ist er. Ein Blaufränkisch der in eine völlig andere Blaufränkischwelt entführt und zeigt was echter unbeschwerter Trinkspass ist.

Die Krönung aus dem Sortiment von Uwe Schiefer. Der Blaufränkisch ‘Reihburg’ 2009. Harmonisch bis zum Anschlag, tiefgründig und komplex, dabei fein und klar im Wesen, kraftvoll und elegant im Mund, unendlich im Abgang und einfach völlig abseits dem was man mit Blaufränkisch bis jetzt verbunden hat. Ganz grosser Wein für die schönsten Stunden im Leben.

Meine persönlichen Favoriten aus dem Sortiment von Uwe Schiefer sind:

Blaufränkisch ‘Eisenberg’ 2010
Weisser Schiefer ‘m’ 2007
Blaufränkisch ‘Reihburg’ 2009

Für alle Weine bedanken wir uns nochmals recht herzlich bei Uwe Schiefer, der uns damit einen ganz neuen Blick auf sein Verständnis von Wein und vor allem seine persönliche Interpretation von Blaufränkisch, Merlot & Co. ermöglicht hat.

Mehr Informationen über alle vorgestellten Weine gibt es auf der Webseite von Uwe Schiefer, Welgersdorf im Burgenland, Österreich.

Stichwörter: , , , , ,

Kategorie: Blog, Uwe Schiefer (A)

Ihr Kommentar