Rosé 2014 Zweigelt & Pinot Noir

| 30. Juli 2015 | 0 Kommentare Alles lesen

Ohne Rosé geht gar nichts. Schon gar nicht bei dieser Affenhitze die gerade über der Stadt glüht. Deshalb wird heute auch der neue Jahrgang von Fred Loimers Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir von seinem Schraubverschluss befreit um für die überlebenswichtige Erfrischung zu sorgen. Wie schon der Rosé 2013 kommt auch der Rosé 2014 aus biodynamischer Produktion, ist Respekt®-zertifiziert und wurde zu jeweils 50% im Stahltank und im großen Holzfass ausgebaut. Ich bin gespannt wie dieser Jahrgang ist, doch noch mehr freue mich schon auf das erste kühle Glas, weil die Hitze in der Bude immer unerträglicher wird und nur Leitungswasser keine Lösung ist.

Rosé Der erste Unterschied zu 2013 ist die Flasche. Keine dunkle Burgunderflasche mehr, sondern eine transparente Schlegelflasche steht am Tisch der Wahrheit. Passt viel besser. Das Etikett ist gleich geblieben. Perfekt dem Inhalt angepasst, leuchtet es einem in rosarot entgegen. In der Mitte das bekannte polynesische Fruchtbarkeitssymbol (sagen Sie niemals Frosch zu dem Ding) in knallrot und drunter LOIMER in weiss. Am unteren Rand in weiss der Jahrgang 2014 und in schwarz Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir. Darunter Niederösterreich und fertig ist das bunte Teil auf der neuen langen Flasche. Der zweite Unterschied zu 2013 dann am Rückenetikett, das ebenfalls in rosa gehalten ist. Nur steht hier nicht mehr der Hinweis Wein aus der Umstellung auf biologische Landwirtschaft, sondern bereits Biowein, da bereits zertifiziert. Leichte 12% treiben den rosaroten Luftbefeuchter an. Und jetzt wird eingeschenkt, sonst wird der Wein noch warm, was absolut nicht Sinn der Sache ist.

Rhabarber & Johannisbeeren

Rosarot wie frisch gepresste Erdbeeren funkelt der Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir vor sich hin. Auch in die Nase hüpfen einem frische Aromen von gepressten Erdbeeren wie auch Himbeeren. Relativ fruchtig vordergründig, dahinter aber ein schöner Schuss Hefe der allem eine gewisse Dichte rein drückt. Es fühlt sich weich an in der Nase, auch ein wenig cremig. Etwas Rhabarber und vereinzelt rote Johannisbeeren im Hintergrund bringen zusätzliche Frische in den Duft, der insgesamt sehr fruchtig ausfällt.

Fruchtig, würzig, salzig

Überraschung dann im Mund. Einerseits sehr weich und cremig, fast schon füllig, andererseits sehr schön mit Säure ausgestattet, strömt der Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir mild und doch recht lebhaft auf die Zunge. Es fühlt sich etwas rau an, als würde einem feiner Samt über die Zunge gezogen. Doch kaum hat man das wahrgenommen, springt wie aus der Geburtstagstorte für Erwachsene eine Zitrone heraus und sorgt für Zirkus. Frisch, frech und lebenslustig tanzt sie auf der Zunge, während man am Gaumen ein völlig konträres Gefühl hat; nämlich ein leicht herbes. Da ist es fast schon würzig, äusserst trocken und ganz fein mineralisch. Schmeckt man auf der Zunge frische rote Früchte wie Erdbeeren und Johannisbeeren, so steht am Gaumen ein ausgesprochen steiniger Film der dafür sorgt, dass die Früchte nicht das Kommando übernehmen. An den Zungenrändern sogar etwas salzig, oder ist das bloss die rosa Grapefruit die da neckisch “sticht” und für ein Lächeln sorgt?

Die Zitrone ist der Clown

Wie schon beim Rosé 2013 ist auch der Rosé 2014 mit einer wunderbar cremigen Hefenote gesegnet. So sehr im Vordergrund die typische Zweigeltfruchtigkeit versucht sich durchzusetzen – man kommt an frischen Kirschen nicht vorbei und auch die Handvoll Erbeeren mischt ganz lustig mit – so sehr staunt man über die Griffigkeit am Gaumen, die feine Würze und wie trocken alles ist. Zuerst zieht der Wein recht cremig an den hinteren Gaumen um dort in einen relativ mineralischen wie auch fruchtigen Abgang überzugehen. Im Nachhall dann mehr würzig-mineralisch denn fruchtig, wenngleich der Hauch von roten Beeren niemals völlig schwindet. Dafür, dass alles nicht zu fruchtig und damit banal wird, sorgt eine leichte Zitrusnote die permanent zwischen allen Frucht- und Hefearomen neckisch hervor blinzelt und die Zunge sanft “zitronisiert”. Sie ist der Clown im Früchtekorb und spielt ihre Rolle mit frischem Witz und Charme.

Auch beim Rosé 2014 stellt man wieder erfreut fest, dass er mit Luft stoffiger, griffiger und trockener wird. Er schmiegt sich mehr am Gaumen an, steht dichter und präsenter auf der Zunge, wirkt dabei aber schlank und feingestrickt. Es ist sehr wohl saftig wie auch weich und rund, doch sorgen die Aromen von roten Johannisbeeren und der Zitrone für den perfekten Gegenpart. So bleibt alles lebendig, fühlt sich voller Puls an und sorgt auch im Abgang für ein frisches wie kühles Vergnügen. Im Vergleich mit 2013 fühlt sich der Rosé 2014 cremiger an, wirkt etwas dichter und zeigt auch eine ausgeprägtere Hefenote am Gaumen. Er ist einen Tick fruchtiger, dafür aber – gut gekühlt – die totale Erfrischung. Gleich ist jedoch der hohe Spassfaktor, weil man sich so eine Flasche (so wie diese hier) einfach aufmachen und reuelos verputzen kann. Zum Wohl!

Tipp: Entschrauben und mit 8-10º zu leichter Sommerküche geniessen. Verdunstet von allein und sorgt für frischen und vor allem ungefährlichen Trinkspass ohne Reue.

Verkostet wurde ein Rosé vom Zweigelt & Pinot Noir 2014 vom Weingut Loimer aus Langenlois, Österreich.

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Kategorie: Loimer (A), Verkostet

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