Billecart-Salmon Brut Réserve blanc

| 25. Januar 2019 | 0 Kommentare Alles lesen

Billecart-Salmon Brut Réserve blanc Billecart-Salmon. Ein Name der untrennbar mit Champagner verbunden ist. Und das seit 1818. In diesem Jahr wurde das Familienunternehmen aus Mareuil-sur-Aÿ im Zuge der Heirat von Nicolas-Francois Billecart und Elisabeth Salmon gegründet. Heute wird das Haus bereits in der 6. Generation von François und Antoine Roland-Billecart geführt und die produzierten Champagner gehören zu den besten die es gibt. Sie sind Solitäre in der Champagnerwelt, und finden sie sich deshalb mitunter auf den Karten der besten Restaurants weltweit. Einen aus diesem berühmten wie auch aussergewöhnlichen Champagner-Sortiment von Billecart-Salmon steht heute hier am Tisch der Wahrheit, und zwar der Brut Réserve blanc. Eine Cuvée aus Chardonnay, Pinot Meunier und Pinot Noir aus drei Jahrgängen (ca. 60% Reserveweine), von den besten Lagen des Hauses. Klassisch wie es klassischer nicht geht. 30 Monate lag der Sprudel auf der Feinhefe, danach reifte er weitere 5 bis 6 Jahre in der Flasche. Und wie das schmeckt versuche ich jetzt rauszufinden und befreie diesen armen Kerl endlich von seinem Korken.

Sinnlich, frisch, verführerisch

In blassem Gold steigen langsam die Perlen auf und bilden an der Oberfläche ein wunderschönes Schaumkrönchen. Aus dem Glas duften einem frische reife Birnen entgegen, sanfte Briochenoten nimmt man wahr sowie verhalten weisse Blütentöne. Sinnlich fühlt sich alles in der Nase an, gleichzeitig sehr erfrischend und lebendig. Unter allem leise Honignoten die den Sprudel noch verführerischer machen.

Subtile Würze im Marillentopf

Gleich vorweg; wenn 8 Gramm Restzucker SO schmecken, dann darf es ruhig öfter mal ein wenig mehr davon sein. Wie herrlich fein und überhaupt nicht süss ist das? Reifes Steinobst trifft auf der Zunge ein, es ist saftig, birnig und auch apfelig, keine Spur von breit, dafür umso würziger im Mund. Ein wunderbares Mundgefühl das sich hier präsentiert. Die Perlage fein und doch präsent. Am Gaumen weisse Blütentöne, gelbe Würze und ein Tick Marille. Die Textur des Brut Réserve ist weich und anschmiegsam im Mund, nur das freche Perlenspiel bringt Leben in die Bude. Ob der Sprudel nun floral oder doch mehr fruchtig ist bleibt jedem selber überlassen, auf jeden Fall ist er ein subtil würziger Geselle. Lange bleibt er am Gaumen haften, am Ende dominiert Marille das Geschehen. Auch das Finale ist ein fruchtig-würziges, der Nachhall entsprechend lang und reif und saftig. Kann man davon je genug bekommen? Ich bezweifle es.

Allerfeinstes Sprudelkino

Als ausgewiesener Extra Brut Fan muss ich zugeben, dass dieser Brut nicht minder fasziniert. Verantwortlich dafür ist das ungemein lebendige Säurespiel das jeglichen Anflug von Süsse puffert und alles in eine beeindruckende Balance bringt. Saftig ist es, fruchtig ist es, die Würze trägt das ihre dazu bei und am Ende spürt man zwar die Rundungen, die sich jedoch dank Zitrustönen nicht in Fülle bemerkbar machen, sondern feinen Speichelfluss auslösen. Immer wieder übernehmen Aprikosen das Kommando, nur im Hintergrund darf sich die Birne leise und verhalten zeigen. Die typischen “Bäckereiaromen” werden leiser an der Luft, dafür tritt mehr die florale Seite des Champagners in den Vordergrund. Fast wird es trocken in der Luke, wenn da nicht der reife Saft des Steinobstes in aller Ruhe auf der Zunge seine Bahnen ziehen würde. So stellt man sich Champagner vor der Spass macht, so fühlt es sich an, wenn Harmonie im Becher und im Mund herrscht.

Je länger sich der Brut Réserve mit Sauerstoff anreichert, umso frischer, umso lebendiger aber auch griffiger wird er im Mund. Die Zitrustöne kriechen immer mehr hervor, machen den Sprudel immer flotter und ziehen den Rest der Fruchtabteilung hinter sich her. Die Würze selbst wird immer klarer, immer subtiler, der Champagner im Gesamteindruck immer feiner und eleganter. Es scheint als würde sich der Tropfen ständig einer weiteren Schicht entledigen, um sich am Ende ausschliesslich auf sich selbst zu konzentrieren und sich in seiner feinsten Form zu zeigen. Schampus der zu jeder Gelegenheit, zu jedem Anlass und zu jeder Zeit einfach Freude macht. So geht Sprudelkino. Wunderbar!

Tipp: Am besten mit kühlen 6-max.8º geniessen. Taugt als Aperitiv genau so wie zu allen möglichen Köstlichkeiten. bevorzugt als Solist getrunken ein Champagner für alle Fälle.

Verkostet wurde ein Brut Réserve blanc von Billecart-Salmon aus Mareuil-sur-Ay, Frankreich. Bezugsquelle: Pinard de Picard, Saarwellingen.

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Kategorie: Pinard de Picard (D), Verkostet

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