Godello ‘A Coroa’ 2011

| 28. Oktober 2012 | 0 Kommentare Alles lesen

Aus dem Weinbaugebiet Valdeorras, dem ‘Goldenen Tal’, stellen wir Ihnen heute einen Wein vor den bei uns so gut wie niemand kennt und der eine völlig andere, neue und deshalb auch umso spannendere Seite spanischer Weissweine aufzeigt. Dieser Wein der Adega A Coroa ist ein Weisswein aus der hierzulande unbekannten Rebsorte Godello und gleichzeitig der einzige den die ‘Adega’ produziert. Sinngemäss heisst er auch Godello ‘A Coroa’ und stammt aus dem Jahrgang 2011. Da auch uns der Wein absolut unbekannt ist und wir noch nie etwas von dieser Rebsorte gehört haben sind wir entsprechend gespannt was wir mit diesem Wein erleben werden. Dass der Tropfen aus dem Norden Spaniens von der New York Times im Zuge einer Verkostung in den Himmel gelobt wurde ist zwar nett, doch wollen wir uns selbst davon überzeugen ob der Godello das Zeug zu einem weiteren Lieblingstropfen von uns hat.

In der langen, schlanken Bordeauxflasche steht der Godello nun vor uns und ein einfaches und übersichtliches Etikett klebt auf ihr. In weiss gehalten ist das Stück Papier, mit dem Namen der Adega, was auf portugiesisch soviel wie Weinkeller heisst, und einer aufgestanzten Krone drauf. Deshalb auch der Name Coroa, der ebenfalls aus dem portugiesischen stammt, weil Valdeorras nämlich ganz nahe an der Grenze zu Portugal liegt.

Am Ende des Etiketts das illustrierte Weingut wie es wirklich aussieht. Ein simples aber umso wirkungsvolleres Design. Am Rückenetikett erfährt man alles was man wissen muss. Spanischkenntnisse vorausgesetzt. Und weil der A Coroa etwas ganz besonderes ist, darf er bevor er zuerst einmal österreichische Luft schnuppern und kommt dazu für eine halbe Stunde in die Karaffe.

Weich, floral & kräuterwürzig

Grünlich gelb leuchtet der Godello aus dem Glas. Sehr hell und klar ist seine Farbe und die Innenwand des Glases benetzt er vollflächig mit einem feinen Film. Es riecht wunderschön floral im Glas, eine angenehme, erfrischende Kräuterwürze steht über all dem weichen Duft und man steckt seine Nase gern ganz tief ins Glas. Das Bukett des A Coroas ist sympathisch, verströmt Aromen von frischen grünen Kräutern und bleibt dabei bezaubernd weich in der Nase. Nichts Hartes oder Kaltes was da raushüpft, sondern bezaubernd sanfte Aromen versprühen einen wunderbaren Duft. Des Godellos Duft ist einer jener, der ob seiner Andersartigkeit das Zeug hat süchtig zu machen.

Nebel feinster Kräuterwürze

Äusserst weich fliesst der A Coroa über die Lippen und zeigt sich dabei derart trocken, dass man automatisch nachleckt weil man nicht glauben kann, dass da gerade etwas Flüssiges darüber gezogen ist. Genauso verhält er sich auf der Zunge. Fast cremig legt er sich auf sie, lädt kurz und kräftig seine floralen Noten auf ihr ab und verdunstet in einem Nebel feinster Kräuterwürze. So schnell kann man den A Coroa gar nicht greifen als er wieder weg ist, aufgelöst in eleganter Mineralik. Die Lippen fühlen sich an wie balsamiert, im Mundraum spürt man ihn an jeder Stelle nachwirken und eine hauchzarte bittere Note lässt ihn definitiv anders als Gewohntes schmecken. Es fühlt sich toll an im Mund und man sollte den A Coroa so lang wie möglich auf der Zunge halten um ihn vollständig zu ‘erfassen’. Nur so kann man die grüne Frische fühlen, spüren wie er sich entfaltet und trocken über den Gaumen ‘flussabwärts’ zieht.

Wie eine Fatamorgana

Es ist definitv ein ‘anderes’ Geschmackserlebnis das der A Coroa einem beschert. Eine andere Form von Mineralität, eine die sich weicher im Mund präsentiert und sich sogar ganz leicht salzig anfühlt auf den Lippen und auf der Zunge. Dazu die leicht bittere Note und fertig ist eine Mixtur die verzaubert. Einzig der Umstand, dass der Tropfen dermassen schnell verdunstet mag ein kleiner Nachteil sein. Oder auch ein Vorteil, weil man rascher wieder etwas trinken kann. Reine Ansichtssache. Irgendwie hat der A Coroa etwas von einer Fatamorgana. Man sieht sie, aber kaum dreht man sich einmal um, ist sie wieder weg. Genau so rasch verflüchtig sich der A Coroa wieder und hinterlässt ein Gefühl von herb-würziger Trockenheit.

Im Sommer gut gekühlt ein garantierter ‘Überflieger’, zeigt er sich wenn die Temperaturen sinken als wundervoll weicher und sanfter Typ. Fast würde ich persönlich ihn eher im Herbst angesiedelt sehen als im Sommer. Weil er ein warmer, nobler Charakter ist, seine Vorzüge stilvoll und verhalten einsetzt und weil er trotz seiner charmanten und leichtfüssigen Würze Körper und Gewicht hat. A Coroa trägt seine Krone zu Recht, soviel ist sicher. Um Euro 12,50 kann jeder seine eigene erwerben und sich vom aussergewöhnlichen Flair dieses Nordspaniers überzeugen. Von uns gibt´s jedenfalls zwei ‘Daumen hoch’ für diesen Tropfen.

Tipp: Im Sommer um die 8-10º, im Herbst und Winter um die 2º kühler servieren. Ideal zu kräftigeren Gemüse- und Fischgerichten, aber auch als ‘Einzelkämpfer’ ein Gedicht.

Wein & und Winzer-Info:


Wein: Godello ‘A Coroa’ 2011
Winzer: Adega ‘A Coroa’
Trinkbar ab: sofort
Optimale Reife: -2014+
Anbau: Naturnah
Ausbau: Edelstahltank
Besonderes: Biologisch (nicht zertifiziert)
Dekantieren: Ja

Der Wein wurde uns von der K&U Weinhalle aus Nürnberg zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: K&U Weinhalle (D), Verkostet

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