Weintrinker als Laborratten der Chemieindustrie

| 19. Januar 2012 | 2 Kommentare Alles lesen

Eine Twitter-Meldung von Gottfried Lamprecht hat mich heute dazu bewogen, diesen Artikel zu schreiben. Eigentlich hatte ich schon länger vor einmal über das was der in der Weinindustrie so abgeht etwas zu schreiben, diese Meldung aber war jetzt der perfekte Anstoss dafür.

Ein Grund warum ich bevorzugt Weine von den Winzern und Weingütern meines Kooperationspartners K&U Weinhalle trinke und diese auch für Sie verkoste und beschreibe, ist die vorsätzliche Täuschung der Konsumenten durch die ‘konventionelle’ Weinindustrie welche uns glauben lässt, dass wir tatsächlich ‘natürlichen’ Wein trinken. In Wirklichkeit schütten wir uns chemisch aufgemotzes Lesegut hinter die Binde und freuen uns weil wir den Fusel zu unschlagbaren Preisen erstanden haben. Als Sahnehäubchen werden diese dann auch noch mit fragwürdigen Punkten versehen und schon ist Otto Normalverbraucher glücklich wie ein kleines Kind.

Als Errungenschaft im ‘Kampf’ gegen die Lebensmittelindustrie sieht selbiger den Umstand, dass auf jeder Packung die er kauft, alles draufsteht was so drinnen ist (auch wenn er es gar nicht lesen kann und wenn, dann nicht versteht). Beim Wein hingegen ist er froh wenn der Fusel billig ist und die gewünschte Wirkung zeigt. Was drin ist geht ihm am Allerwertesten vorbei. Hauptsache fruchtig, stark und viele Punkte und Medaillen. Und im Supermarkt im Angebot natürlich.

Heuchelei in höchster Perfektion

Es ist zum Schreien. Unser Strom soll grün, unser Brot bio und unser Frühstücksei von ‘glücklichen’ Hühnern sein (ich habe, ganz nebenbei bemerkt, noch nie ein glückliches Huhn gesehen). Unser Steak soll vom Bauernhof um die Ecke stammen oder zumindest mittels schadstoffarmen LKWs ins Supermarktregal gelangen. Das Schwein soll ‘stressfrei’ auf die Schlachtbank kommen und für Blähungen nehmen wir Wunderjoghurts (für welche in bestimmten Ländern aufgrund der nachgewiesenen Werbelüge Sendeverbot besteht). Beim Wein jedoch ist Schluss mit vernünftig. Hier zählt mehr Schein als sein, was ich nicht weiss macht mich nicht heiss und gegen Kopfweh gibt es Aspirin. Man weiss sich ja zu helfen. Gott bzw. Bayer sei Dank.

Nehmen Sie sich ein wenig Zeit und lassen Sie sich diesen Bericht, der aktuell wie eh und jeh ist, einmal so richtig auf der ‘Zunge zergehen’. Aber Vorsicht, vielleicht schmeckt Ihnen danach der eine oder andere preisgekrönte ‘Superwein’ nicht mehr. Vielleicht steigen Sie auch gleich auf Whiskey um. Oder vielleicht besinnen Sie sich darauf, dass Qualität nun mal ihren Preis hat und man jenes Produkt, das zu unser aller Kultur und Genusswelt gehört, ein wenig hartnäckiger hinterfragen sollte. Im eigenen Interesse und um Interesse jener, die sich wirklich Tag für Tag bemühen, ‘echten’ Wein zu machen um Ihnen das zu schenken, wofür er letztlich da ist, nämlich unbeschwerten und ehrlichen Genuss.

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Kategorie: Blog

Kommentare (2)

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  1. Hallo Leo,

    Dein Artikel gefällt mir so dermaßen gut, dass ich mir erlaubt habe, ihn 1 zu 1 auf mein Blog zu stellen. Solltest Du damit nicht einverstanden sein, lasse es mich bitte wissen.

    Gruß – Huub

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