Blend Zwei 2016

| 19. Februar 2020 | 0 Kommentare Alles lesen

Blend Zwei Endlos ist die Ebene im burgenländischen “Seewinkel”, dem ca. 20 Kilometer langen Landstreifen am Neusiedlersee, der mit zahllosen grossen Lacken durchsetzt ist. Mittendrin liegt Illmitz. Dort wiederum findet man den Weinlaubenhof Kracher, dessen Name untrennbar mit den besten Auslesen, Spätlesen, Trockenbeerenauslesen Österreichs verbunden ist. Wo man aber auch kleine Mengen hervorragender Weiss- und Rotweine macht. Seit 2007 zeichnet Gerhard Kracher für die Bereiche Keller, Weingarten und Verkauf verantwortlich, unterstützt wird von seiner Gattin Yvonne, die sich quasi im “Backend” um das Marketing sowie den Ein-und Verkauf kümmert. Vom Weinlaubenhof Kracher habe ich heute die Cuvée Blend Zwei 2016 am Tisch der Wahrheit stehen. Eine Cuvée aus Merlot, Cabernet Sauvignon und Zweigelt, zu 2/3 in neuen Barriques ausgebaut und 20 Monate gelagert. Jetzt wird der Tropfen von seinem Kork befreit und darf, nachdem er eine Weile in der Karaffe zur Akklimatisierung verbracht hat, zeigen was er kann.

Tanz der roten Beeren

Wie ein Rubin steht der Blend Zwei im Glas und strahlt aus ihm heraus. Dunkle Waldbeeren, reife Kirschen und ein Tick von Malve duften um die Wette. Unterfüttert von einer zarten braunen Würze, zieht sich der Duft geschmeidig die Nase empor. Helle Schokolade ist im Hintergrund vernehmbar, ganz wenig nur, dafür aber umso verführerischer. Mit Luft kommt Laub und ein wenig trockene Erde dazu. Eine Idee von Herbst kommt auf im Riechorgan.

Frisch, flott, süffig

Frisch. Der erste Gedanke der einem einschiesst sowie der Tropfen in der Zentrale ankommt. Knackig ebenso, und flott. Beerig steht er auf der Zunge, der Blend Zwei, kraftvoll und doch so schlank und elegant. Hoch im Puls dank einer kernigen Säureader strömt der Tropfen durch die Luke, im Hintergrund wieder helle Schokolade. Vorne aber matchen sich die Brombeeren mit den Kirschen, die Himbeeren mit der Malve. Ein durchaus fruchtiges Spektakel, das von einem herrlich griffigen Gerbstoffkleid begleitet wird. Man darf gerne kernig sagen zu dem Tropfen, der derart süffig ist, dass man nur schwerlich von ihm lassen kann.

Temporeiches Universaltalent

Gibt man dem Blend Zwei ein wenig Luft, wird er immer beeriger. Zarte Röstaromen tauchen auf im Hintergrund, das Laub drängt langsam aber sicher nach vorne, um sich hinterlistig unter die dunklen Waldbeeren zu mischen. Von ihrer feinen Seite zeigt sich dann die Würze, die als Hintergrundmusik fungiert. Am Gaumen spürt man wie sich das Tanninkleid sanft an ihn schmiegt, wie lange es dort haften bleibt. Das Finale ist geprägt von roter Beerenfrucht und etwas Süssholz, im Nachhall schmeckt man lange reife Kirschen, die etwas Malve mit im Schlepptau haben. Insgesamt ein Wein der frisch und flott im Mund ist, der keine Breite zeigt und sich einfach durch eine unerhört hohe Süffigkeit auszeichnet.

Als wäre alles was der Blend Zwei bis jetzt geboten hat nicht genug, kommt am Ende noch eine wunderschöne Tabaknote hinzu und komplettiert das an Herbst erinnernde Gesamterlebnis. Der Tropfen ist charaktervoll und trotzdem charmant, er ist fruchtig, frisch und temporeich. Ein Wein den man sich schon mal so, ganz einfach zwischendurch aufmacht, um sich ein Glas zu gönnen. Einer, der sich rasch als universeller Begleiter zu erkennen gibt und einfach grossen Spass macht. Und nicht zuletzt ein Wein, der dank seiner Tanninstruktur auch reichlich Reifepotential hat. Rotwein muss nicht immer schwer sein, der Blend Zwei beweist eindrucksvoll wie leicht es ist das Gegenteil zu sein.

Tipp: Eine Stunde in der Karaffe ist perfekt. Mit frischen 16º genossen, ein universeller Begleiter. Auch zu geschmortesm Lamm, gebratener Ente, gegrilltem Gemüse und mehr. Für sich allein getrunken ein flotter wie auch frischer Tropfen.

Verkostet wurde ein Blend Zwei 2016 vom Weinlaubenhof Kracher aus Illmitz im Burgenland, Österreich. Bezugsquelle: Weinlaubenhof Kracher, Illmitz.

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Kategorie: Kracher (A), Verkostet

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