Les Hauts de Smith 2015

| 16. Oktober 2019 | 0 Kommentare Alles lesen

Les Hauts Smith 2015 Smith Haut Lafitte. Musik in den Ohren jedes Weinliebhabers. Zählt das Chateau Smith Haut Lafitte heute zu den Top-Fünf der Appellation Pessac-Léognan im französischen Bordeaux. Florence und Daniel Cathiard haben 1991 das etwas verwahrloste Château Smith Haut Lafitte von der alteingesessenen Familie Eschenauer gekauft in dessen Besitz das Weingut bis nach Kriegsende war. Das Ziel war und ist, an alte Traditionen anzuknüpfen und nur die besten Weine der Region herzustellen. Einer dieser Weine steht heute hier am Tisch der Wahrheit, der Les Hauts de Smith 2015, eine klassische Bordeaux-Cuvee. In diesem Fall nimmt der Tropfen hinter seinem berühmten Bruder, dem Smith Haut Lafitte, den Rang des Zweitweines ein. Und wie sich dieser Zweitwein schlägt, dem wird hier jetzt ausführlich auf den Grund gegangen. Für eine gute Stunde kommt der “kleine Bruder” in die Karaffe um sich an seine neue Umgebung und die Wiener Luft zu gewöhnen, bevor er dann endlich ins Glas darf.

Verführung pur

Tiefdunkelrot mit leichten lila Tönen steht der Les Hauts de Smith im Glas. Pflaumen dominieren in der Nase, untermalt von schwarzen reifen Kirschen, von dunklen Waldbeeren und von einer verführerischen süssen Würze. Ein Hauch Vanille zieht im Hintergrund vorbei, etwas Anis blitzt kurz auf. Wenn es im Mund nur halb so saftig ist wie es sich in der Nase anfühlt, dann steht einem ein grosses Weinerlebnis vor.

Liebenswerter Kuschelbär

Weich und füllig macht sich der Les Hauts de Smith über die Zunge her, hüllt sie in einen dunklen Saft von Beeren, Zwetschken und seidig feinem Tannin. Eine sehr präsente Würze sorgt für Charakter in der Luke, auf der Zunge haftet sich der Tropfen zärtlich an und macht keine Anstalt wieder wegzugehen. Hinter den Lippen spürt man dann ein feines “Pelzchen”, das sich herrlich weich und sanft anfühlt. Auch der Gaumen strahlt vor Freude wenn sich der Tropfen seiner annimmt und für eine Weile haften liebt. Im Abgang tauchen wieder schwarze Kirschen auf und begleiten die leicht süsse Würze auf ihrem Weg in einen langen Nachhall. Da hat man was zum Kauen und zum Spielen im Mund.

Weinvergnügen ohne Ende

Fest steht, der Tropfen braucht jede Menge Luft. Und je mehr er sie bekommt, umso saftiger, umso süffiger und sinnlicher wird er im Mund. Reife Frucht auf der einen Seite, ein herrlich sanftes Gerbstoffkleid auf der anderen. Mann nimmt einen Schluck und spürt wie er sich im Mund ausbreitet und bis in die letzte Pore eindringt. Rund, weich und fruchtig nimmt er sich der Zunge an, während er am Gaumen mit edelstem Tannin glänzt. Man kommt nicht umhin den Les Hauts de Smith ganz lange nicht zu schlucken, ihn einfach wirken zu lassen und sich dieses sinnlichen Mundgefühls zu erfreuen. Der Tropfen hinterlässt schon mächtig Eindruck und schürt das Verlangen nach dem nächsten Glas. Ein Wein der auf die leisen Töne achtet und dabei nicht zu überhören ist.

Endgültig verfällt man dem Les Haus de Smith aber, wenn er ein paar Stunden Luft geschnuppert hat. Soviel Saft, soviel Sanftheit, soviel Wohlgefühl im Mund, das ist schon heftig. Oder besser gesagt, beeindruckend. Die Frucht am absoluten Höhepunkt, das Tannin eingebettet in diesem reifen Saft, der Grip so fein wie frisch, das Finale pure Sünde. Der Tropfen hat eindeutig seine Reiseflughöhe erreicht und lädt jetzt ein die Füsse auszustrecken und es sich gemütlich zu machen. Denn diese Reise hat gerade erst begonnen, und wer sich geduldig zeigt und diesen Wein ausreichend Zeit gibt, der wird noch viele Stunden sehr viel Freude mit ihm haben. Ich gönne mir jetzt noch ein Glas davon, der Rest wird morgen mit grosser Neugier untersucht. Weinvergnügen wie man es sich wünscht. Grosses Kino.

Tipp: Zwei bis drei Stunden in der Karaffe tun dem Tropfen gut. Mit 16º geniessen. Geht wunderbar zum Steak, zum Braten und auch zur Martinigans und Wild. Zur Alleinbespassung ein Begleiter mit dem es sich ausgezeichnet entspannen lässt.

Verkostet wurde ein Les Hauts de Smith 2015 vom Chateau Smith Haut Lafitte in Pessac-Léognan, Bordeaux, Frankreich. Bezugsquelle: Fine Wine Shop Kracher, Illmitz, Burgenland.

Stichwörter: , , , , , ,

Kategorie: Kracher (A), Verkostet

Ihr Kommentar