PANAMERA Cuvée Napa 2010

| 28. Februar 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

In weiss, als Chardonnay, hatten wir den ‘Grizzly’ aus der PANAMERA-Kollektion bereits im Glas. Heute machen wir den imposanten Fellträger in rot auf. Eine Cuvée Napa aus 2010 ist es und aus Cabernet Sauvignon, Merlot und Zinfandel ist sie zusammengemixt. Aufmerksame Leser wissen natürlich sofort, dass auch dieser kalifornische Tropfen der Kooperation des deutsch-österreichischen Handelshauses TxB International Fine Wines und Steve Rued, Kellermeister der Rutherford Ranch im kalifornischen Napa Valley entstammt. Und selbstverständlich wissen sie auch, dass PANAMERA in diesem Fall nicht für ein dickes ‘brummmmmm’ auf vier Rädern steht, wenngleich der Bär natürlich auch mit solchen Lauten auf sich aufmerksam macht. Wir sind aber furchtlos und lassen Meister Petz aus seinem Käfig raus.

Panamera Cuvée Napa Grand Vin steht oben drauf und drunter stapft der Bär durch das Gelände. Ein Grizzly wohlgemerkt und nicht ein ordinäres Karawankenbärchen. Schliesslich ist der Grizzly auch das Wappentier der Kalifornier und auf das wird auch im Namen hingewiesen. Cuvée Napa steht unterhalb des Bären und in blau steht unter PANAMERA die Herkunft dieses Tropfens, Napa Valley. Im Gegensatz zum Etikett des Chardonnays wirkt das der Cuvée Napa noch einen Tick eleganter, wofür einerseits der fein umrankte Jahrgang, wie andererseits das blaue Siegel am unteren rechten Rand sorgt. Es wirkt insgesamt graziler und auch kühler, wofür letztlich die spärlich eingesetzte blaue Typo sorgt. Das Rückenetikett ist dafür turmhoch und versorgt den Interessierten mit allen Informationen welche er sich nur wünschen kann. In englisch, selbstverständlich. An sich ist es zwar nicht nötig, wir lassen der Cuvée aber trotzdem ein halbes Stündchen in der Karaffe um Luft zu schnappen.

Kirschen im Vanillebad

In blitzblankem Granatrot steppt steht der Bär im Glas, ist ziemlich dunkel aber nicht komplett dicht in seiner farblichen Konsistenz. Das erste was einem in die Nase hüpft ist ein ganzer Korb voll frecher schwarzer Johannisbeeren. Auf den zweiten ‘Riecher’ folgt pure Vanille. Erst nach und nach nimmt man auch etwas Brombeere und Kirsche wahr. Es ist ein üppiger Duft der aus dem Glas strömt, es ist warm, fast mollig und aromenreich. Nach mehrmaligem Schwenken kommt auch Holz zum Vorschein, am Ende domineren aber in Vanille eingerührte Kirsch/Cassisaromen.

Entschlackt & Freigelegt

Vanille, Kirschen, Vanillekirschenpudding. Das ist es was sich eindrucksvoll auf der Zunge niederlässt. Keinesfalls dick oder fett, sondern relativ kühl und lang wirkt diese Mischung nach und erst langsam machen sich auch all die anderen Aromen im Mund breit. Einerseits ist diese Vanillenote alles dominierend, harmoniert aber ebenso fein mit dem warmen Holzton und der angenehmen Würze die eine Spur Zimt mit sich trägt. Beerenseitig tummeln sich reife, saftige Kirschen und schwarze Johannisbeeren im Vanillekleid und ein Schuss Pflaume meldet sich vorsichtig aus dem Hintergrund. Der Wein ist letztlich nicht so üppig wie er beim ersten auftreffen auf die Zunge erscheint. Er wirkt gewissermassen ‘entschlackt’ und ‘freigelegt’ vom üblichen fetten Mantel und fühlt sich deshalb auch sehr frisch im Mund an.

Vornehm, schlank und leichtgewichtig

Die Cuvée Napa zeichnet sich vor allem durch ihre relative Frische aus, welche es einem leicht macht sich ein zweites Glas zu gönnen, ohne Gefahr zu laufen im Kompott zu ertrinken oder gar kleben zu bleiben. Zu viele Napa-Bomben habe auf diese Weise schon zu viele Opfer gefordert. Hier wirkt alles frisch und kühl, ist zurückhaltend im Alkohol und die fruchtige Opulenz ist keine echte Opulenz, sondern vielmehr klar und kräftig definiertes Aromenspektrum in leichter Hülle. Auf der Zunge druckvoll ohne die Keule zu schwingen, am Gaumen fein herb, vanillig-rauchig und auch verhalten fruchtig. Lange steht der Aromenkorb am Gaumen und fühlt sich ausgesprochen weich und warm an.

Die Cuvée Napa wirkt sehr vornehm, fühlt sich dank reifer und weicher Tannine seidig sanft im Mund an und, was ganz besonders wichtig ist, sie macht nicht ‘satt’. Obwohl die Vanille eindeutig den grössten Platz für sich beansprucht ist immer Platz für noch ein Glas, freut sich die Zunge über jede weitere ‘Spülung’ und wartet der Gaumen schon auf den nächsten feinen Hauch von Kirsche und Cassis. Ein langes, würziges Finale sorgt für einen ebenso langen würzig-rauchigen Nachhall. Je mehr Luft der ‘Grizzly’ aufnimmt umso mehr macht sich auch der Merlot im Pelz bemerkbar, es wird pflaumiger im Fell und auch ein wenig Nelke des Zinfandel sticht immer wahrnehmbarer durch. Insgesamt ein rundes, stimmiges und harmonisches Weinerlebnis mit absolutem Wohlfühlfaktor. Ein Napa-Wein im Weight Watcher-Stil sozusagen. Da gönnt man sich gerne noch ein zweites und auch drittes Glas. Um die 20 Euro in Deutschland, um die 25 in Österreich (womit wir wieder beim Ösi-Zuschlag wären) kostet das Vergnügen aus dem Napa Valley, was an sich durchaus günstig ist für Weine aus dem ‘Tal’.

Tipp: Dekantieren nicht nötig. Bei ca. 18º servieren und geniessen. Macht beste Figur zu Faschiertem Braten, Lamm und pikanter Pizza, sowie zu gegrilltem Fischsteak und Sauerbraten. Als Alleinunterhalter ein unprätentiöser Begleiter.

Verkostet wurde ein PANAMERA Cuvée Napa 2010 von Steve Rued von der Rutherford Ranch, Kalifornien, USA. Facebook-Mitglieder steigen hier ein. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein via Cornelia Spiola, FIVE.COMM, Wien.

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Kategorie: Verkostet

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