Sauvignon Blanc Klausen 2012

| 21. März 2014 | 0 Kommentare Alles lesen

Die letzte Runde der Sortimentsverkostung des Weinguts Neumeister wird mit einem Wein aus Erster STK® Lage eröffnet; der Lage Klausen, einem Höhenrücken auf 340 Metern Seehöhe, der als Steillage ein Gefälle von bis zu 65% aufweist. Auf den kargen, kalkhaltigen Sediments- und Sandsteinböden stehen Rebstöcke die im Durchschnitt zwischen 12 und 25 Jahre alt sind. Spontan in grossen Eichenfässern vergoren und 9 Monate auf der Feinhefe ist der Wein der heute verkostet wird gereift. Der Sauvignon Blanc Klausen 2012 steht hier am Tisch der Wahrheit und eröffnet somit die ‘Spitzenklasse’ der Neumeisterschen Sauvignon Blanc-Riege.

SB Klausen 2012 Bestens bekannt ist in der Zwischenzeit das klare Design der Etiketten welche die Neumeisterschen Flaschen zieren. Vanillegelb, turmhoch sowie klar und deutliche beschriftet wie ein Apotherkergebinde. NEUMEISTER in Kapitalen ganz oben und unterhalb wie schon gewohnt die Rebsorte. Unter dieser die Lage, in dem Fall KLAUSEN und in rot wie ebenso gehabt der Jahrgang. In der Mitte die Herkunft (Straden Südoststeiermark) und unterhalb der Rest an Information die auf ein Etikett gehört. Alles zentriert, klar, übersichtlich, einfach, ohne Schnörkel. Mehr braucht es nicht und so wird auch auf dieser Flasche auf ein Rückenetikett verzichtet.

Wer mehr über den Wein an sich oder auch über die Lage erfahren will, der findet alles auf der elegant wie ebenso informativ gemachten Webseite des Weinguts. Bevor der Spitzensauvignon allerdings ins Glas darf, wird ihm eine halbstündige ‘Aufwachphase’ in der schlanken Karaffe zugestanden.

Kammermusik statt Heavy Metal

Helles, fast weissliches Strohgelb steht im Glas. Wie ein kleiner vergilbter Albinohase. Typische Sauvignon Blanc Aromen strömen die Nase hoch, sind aber eben nicht typisch hart, stahlig und schreiend, sondern erheblich weicher, verhaltener, eleganter, charmanter. So fühlen sich die Aromen von Stachelbeeren und grünem Paprika weich und mild an, machen die Kräuternoten nicht unnötig Krach und lassen den ganzen Duft ausgesprochen edel und vornehm wirken. Es ist alles weich und mild in der Nase, kein lautes Aromengeschrei wie man es von banaler Massenware kennt. Kammermusik statt Heavy Metal in der Nase.

Dicht, weich & leise

Augenblicklich wird einem klar, dass hier kein Sauvignon Blanc von der Stange auf der Zunge steht, sondern dass es sich um etwas richtig Grosses handelt. Herb macht sich der Klausen über die Zunge her, etwas rauchig fühlt es sich an und wenn man diese beiden Eindrücke verarbeitet hat, dann merkt man auch die fest eingebundenen ‘Fruchtaromen’. Da ist Stachelbeere drin, feine Zitrusnoten tauchen auf, ebenso ein wenig Grapefruit. Paprika zeigt auf, etwas grüne Kräuter gesellen sich dazu. Keine Spur von laut oder aufdringlich, eine reine Wohltat für die Zunge und den Gaumen. Kraftvoll fühlt sich der Wein an, hat Struktur und Volumen, ist würzig und besticht ebenso mit einer subtil agierenden Säure im Mund. Es fühlt sich stoffig an am Gaumen und ganz am Schluss gibt´s eine Prise Salz dazu.

Sonorig wie ein 6 Zylinder-Turbomotor

Der Sauvignon Blanc Klausen fühlt sich insgesamt straff und dicht im Mund an. Er hat Tiefe und Schmelz, fliesst nicht einfach nur banal laut über die Zunge, sondern hinterlässt nachhaltig Eindruck darauf. Fest steht er auf ihr, fest ist er auch am Gaumen. Ebenso kräftig machen sich auch die Paprika- und Stachelbeeraromen bemerkbar. Nicht in Form einer lauten Dominanz, sondern in ihrer Dichte und Saftigkeit. Da ist Fülle drin, da kommt die Kraft von unten raus. Die neue Formel I ist ein passender Vergleich für das ‘Empfinden’ dieses Weins. Kein 8 Zylinder-Motor der laut und martialisch brüllt, vielmehr ein 6 Zylinder-Turbo der sonorig durch die Gegend brummt.

Rauchig-herb zieht er über den Gaumen, ist kräftig und macht entsprechend Druck. Viel Saft spürt man, viel Grün schmeckt man. Der Klausen beeindruckt mit seiner trotz absoluter Trockenheit fast schon opulent wirkenden Hülle, seinem dichten Saft und wie voll er sich im Mund anfühlt. Stachelbeeren die nicht kalt und sauer, sondern fleischig-fruchtig sind, Paprika der nicht vor Grünheit quietscht, sondern reif und saftig ist. Generell wirkt alles auf den Punkt gereift, was dazu führt, dass die gesamte Aromatik eben saftig wirkt und nicht nur billig angedeutet wird. Die Würze wird quasi als Draufgabe mitgeliefert wird macht diesen Sauvignon Blanc nur noch charaktervoller. Der Klausen ist ein Tropfen der auch mich mit seiner Rebsorte versöhnt. Das ist Sauvignon Blanc zum Cruisen, nicht zum Tempo bolzen. Auch wenn es subjektiv ist, aber wenn Sauvignon Blanc so schmeckt und sich so anfühlt, dann mag ich ihn. Der Rest kann mir gestohlen bleiben.

Tipp: 30 Minuten in die Karaffe damit. Mit 8-10º geniessen. Passt perfekt zu kräftigen Vorspeisen mit Fisch und oder Gemüse, zu Fisch und Meeresfrüchten sowieso und auch Gemüse und Pilze begleitet er so sicher wie gekonnt. Für sich genossen ein entschleunigter Zeitgenosse der es gemütlich angeht.

Verkostet wurde ein Sauvignon Blanc Klausen 2012 vom Weingut Neumeister aus Straden in der Südoststeiermark, Österreich.

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Kategorie: Neumeister (A), Verkostet

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