Johannisberger Klaus ‘Riesling Auslese’ 2009

| 4. Juni 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

Abgeschlossen wird unsere Verkostungsreihe der Weine des Prinz von Hessen nach längerer Pause mit einer Riesling Auslese 2009 von der Lage Johannisberger Klaus. Aufmerksame Leser wissen bereits, dass es sich dabei um jene Lage handelt, die für ihre geschützte südliche Lage mit ihren warmen, sowie für ihre kiesigen, kalkhaltigen Lössböden bekannt ist. Wie üblich heben wir uns die ‘süssen Versuchungen’ immer gerne bis zum Schluss auf, setzen einer Runde damit sozusagen die Krone auf und freuen uns schon auf diese Auslese. Nicht nur weil ab und zu was Süsses auch ganz fein ist, sondern auch deswegen, weil diese hier eine ganz frische und spritzige sein soll. Wir werden sehen und befreien die 0,375l Flasche von ihrem Korken.

Riesling Auslese Da steht sie nun, die kleine Flasche und protzt mit einem dunkelschwarzen Etikett durch die Gegend, das von einer breiten goldenen Bordüre abgeschlossen wird. Wenn schon klein, dann wenigstens in Luxusausführung. Im grossen schwarzen Teil der adligen Beklebung selbstverständlich die Abstammung, sowie das ebenfalls in gold gehaltene Wappen derer zu Hessen. In der goldenen Bordüre die Lage, der Jahrgang und natürlich das was in der Flasche ist, nämlich Riesling Auslese. Am Rückenetikett nochmal was vorne schon darauf steht plus weitere Informationen über Wein, Herkunft, Prüfnummer (ganz wichtig) – kein Leben ohne Prüfnummer – sowie in ca. 35 Sprachen der Hinweis, dass der Wein Sulfite enthält. Ach ja, 8,5% vol sind auch drin und künden somit an, dass man sich reuelos an diesem Wein ‘vergehen’ kann. Die goldene Manschette am Flaschenhals weist auf die Mitgliedschaft beim VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) hin.

Exotikfrucht-Benzin-Gemisch

Hellgelb, wie Akazienhonig, steht der Wein im kleinen Süssweinglas. Sehr helle gelbgrünliche Reflexe zeigen sich. Ins Riechorgan strömen Aromen von Ananas, Lychee und Pfirsichen. Etwas Blumiges steht daneben und eine leise Petrolnote zieht im Hintergrund vorbei. Schwach, aber doch wahrnehmar. Es riecht nicht übermässig süss, aber doch intensiv und ausgeprägt. Mit etwas Phantasie kann man dem Duft auch eine gewisse Würze zugestehen, die sich jedoch nur sehr verhalten bemerkbar macht. Insgesamt ein angenehmer Duft mit einem Schuss Benzin unter der Haube.

Von wegen Süsswein

Im Mund dann keine Spur von Explosionsgemischen, vielmehr strömt die Auslese mit kräftiger, straffer und äusserst aktiver, pulsierender Säure auf die Zunge. Von wegen Süsswein. Der hüpft richtig übermütig auf ihr auf und ab, spritzt mit frischen Zitrusfrüchten um sich und taucht die Zungenspitze in ein Meer von süss-sauren Fruchtaromen ein. 8,8 g/l Säure lassen die 100 g/l Restzucker richtig ‘arm’ aussehen und sorgen für pulsierenedes, keinesfalls pappsüsses Leben im Mund. Erst im Abgang spürt man so etwas wie Süsse, dann schmeckt man auch dunklen Rosinen hinterher und nimmt den Riesling in seiner ganzen cremigen Textur wahr. Und dann, ganz am Ende, wenn alles fast vorbei ist, kommt eine Miniprise Kerosin vorbei. Haften bleibt auf der Zunge die ausgeprägte Fruchtsäure und ein leises Grinsen im Gesicht, weil diese dafür sorgt, dass sich die Zunge höchst erfreut ein wenig zusammenrollt.

Harmonisch & Lebendig

Irgendwie schleppt die Riesling Auslese auch etwas leicht Rauchiges mit sich mit, speziell im Abgang schön zu spüren. Im Mund schmeckt man auch weisse Blütenaromen, etwas Honig und was die Früchte angeht empfindet man diese als saftig und frisch, eingehüllt in diese kecke Säure an die man sich in der Zwischenzeit gewöhnt hat. Der Wein pulsiert im Mund und zeigt sich trotzdem in relativ eleganter Textur. Etwas Luft lässt den Tropfen runder werden, sorgt dafür, dass sich alles enger miteinander verbindet und sich insgesamt fülliger im Mund anfühlt. Auch kommt die feine Petrolnote ein wenig mehr zum Vorschein, was dem Riesling einen schönen Nachhall beschert.

Zusammengefasst macht die Riesling Auslese einen sehr eleganten Eindruck, hat richtig Leben in sich und lässt einen das auch spüren. Fruchtig, mit frischer Säure, feiner Würze, ein wenig Rauch und eine ebenso feine Petrolnote bilden ein harmonisches Ganzes im Mund wie auch im Abgang und im langen Nachhall. Saftig steht der Wein im Mund, wirkt weich und doch lebendig. Die schlappen 8,5% vol. sorgen zusätzlich dafür, dass sich der Wein ganz einfach weg trinkt und ungebremsten Spass macht. Um die 23 Euro kostet das Vergnügen, das in der Tat ein mehr als frisches ist.

Tipp: Um die 10-12º servieren. Zu Desserts aller Art und selbstverständlich auch zu etwas reiferen Käsesorten. Als Gläschen einfach zwischendurch genossen eine köstlich saftige, wie auch prickelnde Erfrischung.

PvH-Logo Verkostet wurde ein Johannisberger Klaus ‘Riesling Auslese’ 2009 vom Weingut Prinz von Hessen aus Johannisberg im Rheingau, Deutschland. Das Weingut Prinz von Hessen ist Mitglied des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).

Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein von TxB Fine Wine, Wien via Katharina Haase, FIVE.COMM, Wien.

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Kategorie: Prinz von Hessen (D), Verkostet

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