Kaiken Rosé Malbec 2013

| 17. September 2014 | 0 Kommentare Alles lesen

Kaiken ist der Name der “Magellanischen Wildgans”, die als einer der wenigen Vögel überhaupt in der Lage ist, die Anden zu überqueren. Heute wird aber keine Wildgans, sondern ein Rosé gleichen Namens verkostet. Vom Weingut Kaiken in Mendoza, Argentinien, das unter der Leitung des Chilenen Aurelio Montes Jr. rund 100 Hektar bewirtschaftet und zu den 20 größten Weinexporteuren Argentiniens zählt. 95 Prozent der Weine werden in 50 Länder weltweit exportiert. Der Kaiken Rosé 2013 der heute am Tisch der Wahrheit steht ist zu 100% aus der Rebsorte Malbec von der Finca Vistalba. Eigentlich als idealer Spätsommerwein gedacht, muss die Wildgans, der Kaiken aber heute als grauer Herbsttagwein herhalten. Mal schauen ob er dazu auch geeignet ist.

Kaiken Rosé 2012 Das strahlend weisse Etikett das auf der transparenten Bordeauxflasche klebt ist farblich perfekt auf deren Inhalt abgestimmt. In dunklem rosa steht ganz oben Rosé Malbec 2013 und in schwarz in der Mitte KAIKEN. Von links aussen ragen die stilisierten Berggipfel der Anden in das Etikett hinein. Am unteren Rand noch Mendoza Argentina aufgedruckt und links oben eine Figur mit Flügeln und dem Spruch FROM ARGENTINA WITH PRIDE umschlossen.

Am ebenso weissen Rückenetikett sehr umfassende Informationen über An- und Ausbau des Weines, sowie ein paar sensorische Notizen. Ebenso angeführt eine Trinktemperaturempfehlung wie auch Vörschläge zur idealen Speisebegleitung. Auf der in rosa gehaltenen Halsmanschette sind die Magellanischen Wildgänse abgebildet, welche für Kaiken Namensgeber waren. Karaffieren kann man sich bei diesem Wein sparen und so kommt die dunkelrosarote Wildgans ohne Umweg in den Glaskelch.

Knallrote Kirscharomen

Rot wie frisch gepresster Erdbeersaft steht der Kaiken Rosé im Glas. Ungewöhnlich und ungewohnt so eine knallig rote Farbe zu sehen wenn man auf die typischen lachsrosa Rosés aus Südfrankreich konditioniert ist. Knallrote Kirscharomen ziehen augenblicklich die Nasenflügel hoch. Von Erdbeere riecht man nicht viel, dafür nimmt man einen feinen Jasminduft wahr. Auch etwas Malve und ein paar Veilchen sind dabei, es erinnert alles ein wenig an einen fruchtig-frischen Früchtetee. Gut gekühlt, animierend und auch mit einem Tick roter Würze versehen. Es riecht gut, aber anders.

Würzig, herb & fruchtig kirschig

Kraftvoll, würzig, kirschfruchtig und frisch. So kommt der Kaiken Rosé auf die Zunge. Gerade diese rote frische Würze macht ihn sympathisch, drängt sie nämlich die doch recht potent auftretende Kirschfrucht etwas in den Hintergrund und lässt einer feinen Herbheit den Vortritt. Man spürt, dass der Wein Pfeffer hat, den er auch recht frech auf der ganzen Zunge absetzt. In Verbindung mit den Kirscharomen eine durchaus gelungene Kombination die den Kaiken Rosé zu einem appetitanregenden Gesellen macht. Am Gaumen spürt man feine Gerbstoffe, die aber sehr tief in der Frucht eingeschlossen sind. Im Abgang kommen sie dann verstärkt zum Vorschein und sorgen für ein fruchtig-herbes Finale das lange anhält und saftig ausklingt.

Kraft & Komplexität

Neben den dominierenden Kirscharomen spielen noch zarte florale Töne mit im durchaus körperreichen Kaiken Rosé. Jasminblüten, Veilchen und Orchideen stehen auf der Liste und verleihen dem Tropfen eine ungewohnte Geschmackscharakteristik. Der Wein hat Volumen, ist aber weit entfernt von üppig. Er schafft es dank seiner herben Würze und einer frischen lebendigen Säure stets locker zu wirken. Im ersten Moment schmeckt man die Kirsche, dann spürt man die kräftige Würze und nimmt den herben Film am Gaumen wahr, um letztlich in ein Aromenmeer aus weissen und rosaroten Blüten einzutauchen. Der Kaiken Rosé überrascht insofern, weil er nicht der erwartete Brummer ist den seine Farbe, sein Alkoholgehalt (13,5%) und sein doch recht kräftiger Körperbau erwarten hätten lassen.

Man ist geneigt den rosaroten Tropfen, der alles andere als rosa denn vielmehr dunkelmagenta ist, als pikant zu bezeichnen ob seiner pfeffrigen roten Würze mit welcher er die Zunge massiert. Er ist weich obwohl er jede Menge Muskeln hat, er ist saftig und doch so trocken. Er ist herb und doch fruchtig und er ist insgesamt ein durchaus komplexer Rosé. Anders als gerade ich es gewohnt bin, da ich mich selbst bedingungslos den Südfranzosen ausgeliefert habe. Damit kann, soll und darf man den Kaiken Rosé aber nicht vergleichen. Das geht nicht. Genauso wenig wie die Frage die mir bereits auf Facebook gestellt wurde ob denn Rosé aus Argentinien “überhaupt wer brauche”. Keiner braucht irgendwas von irgendwo, aber es ist eine Erweiterung des eigenen Horizontes und schon aus diesem Grunde legitim und durchaus interessant, sich ab und zu auch über den eigenen Kontinent hinaus zu lehnen.

Tipp: Schraubverschluss entfernen und mit 12-14º Grad geniessen. Nachträglich würde ich ihm sogar eine halbe Stunde Luft zugestehen, da er dann saftiger wird. Passt hervorragend zu blutigem Steak, Grillspezialitäten frisch vom Rost und genauso zu sommerlichen Salaten. Als Solist ein Wein für Leute die den herben Kick suchen.

Verkostet wurde ein Kaiken Rosé Malbec 2013 vom Weingut Kaiken aus Vistalba/Mendoza, Argentinien. Der Wein wurde uns von Wine & Partners zur Verfügung gestellt.

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Kategorie: Kaiken (ARG), Verkostet

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