Féchy 2012 La Côte

| 23. März 2014 | 0 Kommentare Alles lesen

Der vierte und gleichzeitig letzte Chasselas den wir aus der Collection Chandra Kurt by Bolle heute verkosten, kommt wie schon der Luins aus La Côte im Waadtland (Vaud). Dieser Chasselas wird allgemein als der ‘süffige’ Chasselas bezeichnet und trägt den Namen Féchy. Jahrgang 2012, ebenfalls ein Grand Cru und ebenso reinsortig. Die Reben des Féchy sind im Durchschnitt 18 Jahre alt, der Weinberg besteht aus lehmig-kalkigen Böden auf mittlerem bis starkem Gefälle. 10 Monate reifte der Wein im Holzfass und heute steht er als Abschluss dieser Verkostungsreihe am Tisch der Wahrheit.

Fechy Dem Gesamtkonzept folgend, klebt auch auf der Flasche des Féchy das Etikett mit einer Illustration von Paul Boesch aus seiner Serie ‘La Grande Année Vigneronne’. Gezeigt wird hier ein Arbeiter im Weinberg der auf seinem Rücken einen Traubenbottich schleppt. Die rechte Hälfte des Etiketts ist wieder weiss und oben steht in diesem Fall die Nummer 04 in olivgrün. In der Mitte in Grossbuchstaben FÉCHY und unterhalb Grand Cru in rot sowie der Jahrgang.. Der Rest ist wie gehabt in feiner Typo unterhalb aufgedruckt. am unteren Rand in Silber Collection Chandra Kurt sowie ein Bild der Weinautorin.

Das Rückenetikett ist auch auf dieser Flasche in grau gehalten und oben kann man anhand einer illustrierten Karte sehen wo La Côte liegt. Auch hier wieder ein paar wesentliche Informationen über die Rebsorte Chasselas sowie ein paar sensorische Anmerkungen. Auch die empfohlene Trinktemperatur ist angegeben und ebenso ein paar Tipps zu welchen Speisen sich der Féchy besonders eignet.

Zitrustöne & weisse Aromatik

Fast schon weisslich schimmert helles strohgelb klar und frisch aus dem Glas heraus. Verhaltene Zitrustöne strömen in die Nase. Etwas grüner Apfel ist dabei. Grapefruit dreht ein paar Runden und auch der weisse Pfirsich taucht wie gewohnt im Glas auf. Es ist sehr frisch, ungemein animierend und auch dieser Chasselas lässt einen als Österreicher an Grünen Veltliner denken. Es ist ein sehr ähnlicher Duft, dieser hier vielleicht ein wenig verhaltener, milder und mehr von weisser Aromatik dominiert. Insgesamt ist es erfrischend was der Féchy die Nase hochsteigen lässt.

Cremig, weich & knochentrocken

Kaum kommt der Féchy auf die Zunge, breitet er sich augenblicklich in einer weichen, cremigen Dichte auf ihr aus. Es fühlt sich fast ein wenig mollig an was sich über sie wälzt und erst danach merkt man wie mineralisch der Féchy ist. Von Frucht ist keine Spur zu finden, bestenfalls ein Hauch von weissem Pfirsich ganz weit hinten. Der Rest ist weiss wie Kalk, trocken wie Staub und nur wer ganz tief in den Körper dieses Tropfen bohrt findet so etwas wie eine getrocknete Zitrone. Aber nur mit sehr viel Phantasie. Trotz allem wird der Féchy seinem Beinamen gerecht; er ist in der Tat sehr ‘süffig’ und macht Lust auf mehr, nachdem man sich mit seiner weissen Aromatik angefreundet hat.

Die Farbe Weiss

In Kombination mit seiner Fülle wirkt der Féchy äusserst charmant. Er hat etwas Fett auf den Rippen, was ihn durchaus sympathisch macht. So fest und cremig er auf der Zunge steht, so dicht fühlt sich der Wein auch auf dem Gaumen an. Er füllt den Mund ohne wirklich fett zu werden, zeigt sich in seiner feinen Opulenz richtig elegant und versprüht eine belebende Frische. Mit Luft wird er etwas herber im Mundgefühl, es kommt immer mehr seine gesamte Mineralität zum Vorschein und man schmeckt den Kalk förmlich heraus. Da ist nichts von irgendeiner Frucht vorhanden, der Féchy definiert sich ausschliesslich über seine weisse Mineralik.

Genau das macht ihn auch so animierend, so ‘süffig’, so erfrischend. In seinem opulenten Körper spürt man Saft, der Anzug den er trägt ist herb und trocken. Unendlich lange bleibt der Wein am Gaumen haften und hinterlässt dort ein Gefühl einer weissen Staubwolke. Erst nach und nach merkt man, dass diese animierende Herbheit sich auch auf den Lippen niederlässt, wie sie gekonnt dieses immer wieder komische Gefühl von ‘feuchter Trockenheit’ vermittelt. Wie kann etwas nass sein und sich trotzdem trocken anfühlen? Der Féchy erklärt das eindrucksvoll auf seine Art und Weise. Und was im Nachhall übrig bleibt, ist schlicht und einfach ‘Weiss’. Der Féchy lässt Farbe schmecken und wer sich Kalk und weisse Blüten in einem saftigen Körper vorstellen kann, der ist kurz davor das Geheimnis dieses Chasselas zu lüften.

Tipp: Aufmachen, einschenken. Mit 8-10º geniessen. Zu Süsswasserfisch, Sushi, Käsegerichten, vegetarischer Küche und zu chinesischem Nudelsalat. Oder einfach als Gläschen zwischendurch für sich genossen.

Verkostet wurde ein Féchy 2012 La Côte aus der Collection Chandra Kurt by Bolle. Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein via Bolle & Cie. in Morges am Genfersee in der Schweiz.

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Kategorie: Chandra Kurt (CH), Verkostet

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