Johannisberger Klaus 2011 Erstes Gewächs

| 6. März 2013 | 0 Kommentare Alles lesen

Die vorletzte Verkostungsrunde der Weine des Prinz von Hessen wird heute standesgemäss von einem ‘Ersten Gewächs’ des Weinguts eingeläutet, einem Riesling ‘Johannisberger Klaus’ 2011. Der Name des ‘Edelrieslings’ leitet sich von der Lage Johannisberger Klaus ab, welche für ihre geschützte südliche Lage und somit entsprechend warmen Böden, sowie für ihre kiesigen, kalkhaltigen Lössboden bekannt ist. Bei diesem Ersten Gewächs handelt es sich natürlich um einen Wein aus dem Premiumsegment des Weinguts in das es eben nur die besten Weine schaffen, welche strengsten Anbau- und Erzeugungskriterien unterliegen. Wir haben heute den Spass uns so ein Fläschchen aufzumachen und zu prüfen, ob der ‘Orden’ auch zurecht verliehen wurde.

Johannisberger Klaus Erstes Gewächs Auf der langen Schlegelflasche klebt ein hohes, elegantes, komplett in weiss gehaltenes Etikett. In dessen Mitte, eingefasst von einem feinen goldenen Rahmen in Grossbuchstaben Prinz von Hessen und, ebenfalls in gold gehalten, gross und prominent das Familienwappen derer zu Hessen. Darunter ist der Jahrgang angeführt und ebenso die Lage Johannisberger Klaus. Am unteren Ende ist das weisse Etikett mit einer grauen Bordüre abgeschlossen. Darin die drei romanischen Doppelbögen welche als Synonym für alle Ersten Gewächse stehen, in gold in die Bordüre eingedruckt. Auf der weissen Halsmanschette wie gehabt in gold VDP aufgebracht und am Rückenetikett wieder alles was man sonst noch wissen soll und muss, inklusive dem nochmaligen Hinweis auf das Erste Gewächs, sowie selbstverständlich auch der Hinweis, dass das Weingut Prinz von Hessen dem VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter) angehört. Zeit den ‘Rheingauer’ ins Glas zu lassen.

Rund und füllig

Helles Gelb schimmert aus dem Glas und blitzt mit leichten grünlichen Reflexen auf, was für eine allgemein frische Erscheinung sorgt. Ein saftiger Duft zieht die Nasenflügel hoch, man riecht Marille und Pfirsich, auch etwas Zitrusfrucht ist dabei, welche aber eher ins Süsse denn ins Saure tendiert. Es duftet einerseits ein wenig floral, aber ebenso mineralisch und vor allem rund und füllig. Kein stahlharter glattgeschliffener Duft, sondern volle Aromen, wie mit einem Schuss Honig überzogen. Ganz hinten zieht eine feine Petrolnote vorbei.

Kräuterwürze & nasse Mineralik

Kräuterwürzig und mit einem Schuss Süsse kommt der Johannisberger Klaus auf die Zunge. Er wirkt voll im Geschmack und auch im Mundgefühl und trotz seines Restzuckers von 12,6 g/l wirkt er äusserst trocken. Man spürt zwar kurz wie sich die Süsse aus dem Saft quetscht, doch wird sie gekonnt von der Säure und der ausgeprägten mineralischen Ader in Zaum gehalten. Ebenso sorgt mehr die Kräuterwürze für Textur denn die typischen Pfirsicharomen und auf der Zunge spürt man eher nasse Mineralik als süsse Frucht. Auch wenn man kurz den süssen Saft über die Zungenspitze fliessen spürt, hinterlässt der Johannisberger Klaus einen fast herben Nachgeschmack auf ihr, schmiegt sich stoffig auf ihr an und ist am Gaumen alles andere als fruchtig. Vielmehr kommt gerade dort die ausgeprägte nasse Mineralik schön zum Vorschein, welche ihm auch einen ebenso langen Abgang beschert.

Frisch, lang, lebendig

Spitzbübisch tupft einem die Restsüsse des Weins die Zungenspitze ein, um im gleichen Moment am hinteren Ende der Zunge ein feinst herbes Geschmackserlebnis zu hinterlassen. Man schmeckt, fühlt den Wein so irgendwie zweimal auf einmal, gleichzeitig, Sie verstehen? Vorne hui und hinten huier, oder so. Was süss beginnt endet nicht in opulenter Frucht, sondern zieht sich am Gaumen in kühler Mineralik dahin. Man kann den nassen Stein fühlen, man spürt ein wenig Honig, man erahnt die Pfirsiche und trotz allem, der Johannisberger Klaus wird von seiner Kräuterwürze dominiert. Um sie dreht sich alles im Mund und für die wohltuende Frische sorgt das attraktive und lebendige Säurespiel, welches den Wein trotz seiner Fülle schlank und jugendlich erscheinen lässt.

Sehr angenehm im Mund ist die Länge des ‘Ersten Gewächses’. Sie macht den Wein elegant, verleiht ihm Ausdruck und lässt nie das Gefühl aufkommen, dass der Tropfen in die Breite abdriften könnte. Auch wenn der Johannisberger Klaus mit rundem Körper und auch Volumen auftritt wirkt er niemals plump, bewahrt immer ‘Haltung’ und punktet mit seiner Mineralik, die stets von in feinstes Kleid gehüllter Frucht begleitet wird. Getragen von einer subtilen Kräuterwürze harmoniert alles wunderbar, ist im Gleichklang und sorgt für ein frisches aber auch durchaus stoffiges Trinkerlebnis. Um die 30 Euro sind für ‘Gewächse’ dieser Art als Kulturbeitrag zu entrichten, womit sich der Johannisberger Klaus eindeutig für entsprechend würdevolle Momente und Festivitäten anbietet.

Tipp: Servieren Sie den Wein am besten bei 10-12º. Passt hervorragend zu gehobener Gemüseküche wie auch zu Fisch und vor allem zu Spargel. Als Solist ein nicht gerade günstiger Spass, aber trotzdem jederzeit ein Hochgenuss.

PvH-Logo Verkostet wurde ein Johannisberger Klaus 2011 Erstes Gewächs vom Weingut Prinz von Hessen aus Johannisberg im Rheingau, Deutschland. Das Weingut Prinz von Hessen ist Mitglied des VDP (Verband Deutscher Prädikatsweingüter).

Zur Verfügung gestellt wurde uns der Wein von TxB Fine Wine, Wien via Katharina Haase, FIVE.COMM, Wien.

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Kategorie: Prinz von Hessen (D), Verkostet

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